2. Liga
Der FC Egerkingen hat seine Hausaufgaben gemacht

2. Liga Trotz des grossen Spielerpotenzials liegt der Aufsteiger Egerkingen zum Rückrundenstart auf einem Abstiegsplatz. Goalie Fernandez ist sicher, dass das Team in der zweiten Saisonhälfte ein anderes Gesicht zeigen wird.

Raphael Wermelinger
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Volle Konzentration auf die Rückrunde: Christian Fernandez. RAW

Volle Konzentration auf die Rückrunde: Christian Fernandez. RAW

Egerkingens Stammkeeper Christian Fernandez erlebte im vergangenen August einen sehr speziellen Saisonauftakt. Im Startspiel in Welschenrohr parierte der 29-Jährige gleich zwei Elfmeter. Dennoch verlor seine Mannschaft am Ende deutlich mit 1:4. Das Team sei damals regelrecht überrollt worden, blickt Fernandez zurück. «Schon die Vorbereitung auf die Saison hin verlief nicht optimal», spricht der Torhüter, welcher in den letzten zwei Saisons mit dem FCE den Durchmarsch von der Viert- in die Zweitliga geschafft hat, die mangelnde Trainingspräsenz im Sommer und die ernüchternden Resultate aus den Testspielen an.

Auch der Rest der Vorrunde verlief sowohl für die ganze Mannschaft, insbesondere aber auch für Fernandez persönlich nicht wunschgemäss. Mit drei 1:1-Unentschieden und nur einem Vollerfolg erfüllten die Egerkinger die Erwartungen nicht. Fernandez selbst absolvierte nur sechs der insgesamt elf Partien. Mitte September kassierte er bei der 2:3-Niederlage im Cup-Sechzehntelfinal gegen Mümliswil kurz vor Schluss die Rote Karte. Beim entscheidenden Gegentreffer habe er beide Hände auf dem Ball gehabt, ist er auch heute noch überzeugt. Er beschwerte sich etwas zu heftig beim Unparteiischen und wurde deshalb für vier Spiele gesperrt. «Das war die erste Rote Karte in meiner ganzen Karriere», berichtet er reuig und garantiert: «Das wird mir nie wieder passieren.»

Nachdem Fernandez seine Strafe abgesessen hatte, verzögerte sich sein Comeback aufgrund einer Verletzung am Leistenband. Erst für das letzte Spiel der Vorrunde, bei dem die Egerkinger gegen Bellach endlich ihren ersten Saisonsieg realisieren konnten, kehrte Fernandez in den Kasten zurück – und blieb sogleich ohne Gegentreffer. In den fünf Spielen dazwischen hütete der erste 19-jährige Samuel Bakardi das Tor der Gäuer. Es herrsche ein gesunder Konkurrenzkampf zwischen den beiden Goalies, schildert Fernandez und fügt lobend an: «Samuel hat sehr viel Talent, manchmal fehlt ihm allerdings noch etwas das nötige Selbstvertrauen. Wenn er so weit ist, werde ich kein Problem damit haben, den Posten für ihn zu räumen.» Diese Wachablösung ist aber vorerst noch kein Thema, Trainer Xhevxhet Dullaj sieht in Fernandez die klare Nummer 1.

«Vom Potenzial her müssten wir ganz klar im Mittelfeld der Tabelle stehen», spricht Fernandez über seine Erwartungen und die Ziele der Mannschaft. Niederlagen waren für die Egerkinger in den vergangenen beiden Saisons ein Fremdwort. «Nach dem verpatzten Saisonstart sind wir in eine Art Negativspirale geraten», blickt Fernandez zurück, «in der Drittliga sind die Bälle einfach reingegangen, jetzt müssen wir härter für die Tore arbeiten.» Obwohl das Team aktuell auf dem vorletzten Platz klassier ist – der Rückstand auf den Strich beträgt vier Punkte –, sei aber nicht alles schlecht gewesen in der Vorrunde: «In vielen Spielen konnten wir sehr lange – bis uns aufgrund des konditionellen Defizits die Kraft ausging – mithalten. Aber das Wichtigste ist in meinen Augen, dass der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft immer gut war.»

Zwei Zuzüge vermeldet der FCE auf die Rückrunde hin: Die Brüder Hamit Hasani (zuletzt vereinslos) und Ramazan Hasani (vom FC Dulliken) sollen das Kader in der Breite stärken und für mehr Stabilität sorgen. Fernandez ist überzeugt, dass sein Team sein Team «das Bild aus der Vorrunde korrigieren kann» und in der Rückrunde ein anderes Gesicht zeigen wird. «Alle sind heiss – die bisher gezeigten Leistungen haben bei manchen Spielern am Ego gekratzt. Jetzt wollen wir zeigen, was wir wirklich können.» Den Blick auf die Rangliste vermeide er, wichtig seien vor allem ein positiver Start und eine Steigerung von Spiel zu Spiel. Abstiegskandidaten will er indes keine nennen: «Diejenigen, welche absteigen, tun mir leid, aber wir werden es sicher nicht sein», lautet seine Kampfansage.

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