2. Liga regional
Der FC Bellach schafft den Ligaerhalt in der 2. Liga regional

Im Abstiegskampf kann sich Bellach in einem turbulenten Spiel mit 5:2 gegen Egerkingen durchsetzen. FCE-Keeper Christian Fernandez verlor die Nerven und wurde nach einem Faustschlag gegen Bellachs Nicola Mühlhäuser vom Platz gestellt.

Olivier Winistörfer
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Ziel erreicht: Jubelnde Bellacher nach dem Schlusspfiff. Marcel Bieri

Ziel erreicht: Jubelnde Bellacher nach dem Schlusspfiff. Marcel Bieri

Marcel Bieri

Die letzte Runde der Saison mutierte zu einer Finalissima. Bellach musste gegen Egerkingen, welches sich nur noch rechnerische Chancen ausmalen konnte, gewinnen, um sich den vor dem Abstieg bewahrenden Platz im Fernduell gegen Verfolger Welschenrohr zu sichern. Die erste Halbzeit gestaltete sich sehr ausgeglichen. Nach dem Abtasten in der Startphase und einer Druckphase von Bellach, in der die Leberner oft an sich selber scheiterten, kamen die Egerkinger vermehrt zu Chancen, verpassten aber durch schlechtes Timing. So ging das Spiel ohne Tore und ohne grosses Spektakel in die Pause.

In der zweiten Hälfte überschlugen sich aber dann die Ereignisse. Lulezim Ismaili brachte die Bellacher nach schönem Zusammenspiel in der 52. Minute mit 1:0 in Führung und erhöhte nur gerade eine Minute später auf 2:0. In der 61. Minute kam es noch dicker für Egerkingen. Schiedsrichter Marra zeigte nach einem Foulspiel von Avdylhamit Hasani auf den Punkt und Nicola Mühlhauser verwertete sicher zum 3:0. Eine Führung, welche die Bellacher zu ruhig werden liess, wie Trainer Beat Martinetz konstatierte: «Meine Jungs schalteten sofort zwei, drei Gänge zurück. So musste ein Gegentor folgen.»

Die Egerkinger nutzten die Nachlässigkeiten der Gastgeber bereits drei Minuten später zum 1:3-Anschlusstreffer. Das Spiel stand nun auf der Kippe und der Egerkinger Schlussmann Christian Fernandez war der Erste, der die Nerven verlor. Mit geballten Fäusten traf er Nicola Mühlhauser im Gesicht, sodass dieser blutend am Boden liegen blieb. Schiedsrichter Marra stellte den Torhüter für dieses Vergehen ohne zu zögern vom Platz und Egerkingens Antonio Fortunato musste ins Tor. Der gelernte Mittelfeldspieler konnte den Schuss von Bellachs Captain Alban Xhema zum 4:1 nicht abwehren.

Den Hoffnungsschimmer, den Egerkingens Ardian Shala mit seinem 4:2 brachte, zerstörte wiederum Alban Xhema mit einem Treffer aus der zweiten Reihe zum Schlussresultat von 5:2. Egerkingen-Trainer Xhevxhet Dullaj sah mit gemischten Gefühlen dem Abstieg entgegen: «Wir wollten noch einen schönen Abschied, konnten aber die Spannung nicht über 90 Minuten halten. Jetzt wollen wir in der nächsten Saison wieder in die Aufstiegsspiele. Da das Team zusammenbleibt, bin ich zuversichtlich.»

Bei den Bellachern ihrerseits fiel der Druck der letzten Wochen von den Schultern und es gab kein Halten. «Es kostete viele Nerven heute, aber wir haben es sicher nicht unverdient geschafft. Wir hatten vor der Saison elf Abgänge und 17 neue Spieler im Team und scheinen uns endlich gefunden zu haben. Toll ist natürlich, dass wir den Ligaerhalt aus eigener Kraft geschafft haben», meinte FCB-Trainer Beat Martinetz nach der Partie. Diese drei Punkte waren dann auch bitter nötig, da Verfolger Welschenrohr sein Spiel gegen Biberist gewann und so Bellach in der letzten Runde noch überholt hätte.