Eishockey
Der erste Sieg für den SC Langenthal

Aufatmen in Langenthal: Die Oberaargauer gewannen gegen Visp nach zwei Niederlagen im dritten Spiel 5:2 und verkürzten in der Serie auf 1:2. Die Differenz schufen die Oberaargauer im Powerplay.

Quentin Schlapbach
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Langenthals Daniel Carbis, Claudio Cadonau und Yanick Bodemann (v.l.) feiern den Sieg. Marcel Bieri

Langenthals Daniel Carbis, Claudio Cadonau und Yanick Bodemann (v.l.) feiern den Sieg. Marcel Bieri

Was, die gibt es noch? Diese etwas polemische Frage konnte man sich stellen, als es in der neunten Minute plötzlich 1:0 für Langenthal hiess. Die Tor-Fabrikanten waren zwei Altbekannte: Jeff Campbell und Brent Kelly. Die beiden SCL-Kanadier hatten sich in letzter Zeit etwas «überintegriert». Will heissen, dass sie kaum mehr von ihren Schweizer Teamkameraden zu unterscheiden waren. In einer Liga, wo die Ausländer hauptsächlich fürs Skoren da sind, ein eher schlechtes Zeichen. Kelly verpasste in der Schlussminute übrigens noch zweimal das leere Tor, aber das blieb zum Glück eine Randnotiz.

Man soll ja nicht meckern wenns läuft: Der SCL startete schwungvoll und mit scheinbar neuem Selbstvertrauen in die Partie. Dass es nach dem Startdrittel trotzdem 1:1 hiess, lag am einzigen groben Bock der Oberaargauer. Der Puck flog kurz vor Drittelsende hoch auf die Langenthaler Abwehrzone zu. Die scheinbar harmlose Situation wurde urplötzlich gefährlich, als die SCL-Verteidigung die Scheibe nicht unter Kontrolle brachte. Visps Topskorer Dominic Forget roch den Braten und erstocherte sich den Puck. Der Rest ist schnell erzählt. Ein Trick, ein Schuss, ein Tor.

Gegentreffer ohne Folgen

Das erste Mal in dieser Viertelfinalserie brachte den SCL aber ein Gegentreffer nicht aus dem Konzept. Im Mittelabschnitt, der sich in dieser Serie bisher als «Schlüsseldrittel» erwies, machte die Ehlers-Truppe weiter Druck. Als Belohnung gab es vorerst nur Strafen gegen Visp. Wer die Serie zwischen Langenthal und den Wallisern bisher verfolgte, weiss, dass das Powerplay bisher nicht gerade die Stärke der Oberaargauer war. Heute wurde auch dieses Sorgenkind integriert. Im ersten Powerplay war es Tschannen, der einen Abpraller zur erneuten SCL-Führung verwertete, und nur vier Minuten später doppelte Bodemann nach wunderschönen Vorarbeit von Guyaz nach. Das Spiel war entschieden.

Der Grund, wieso es heute klappte, war schnell gefunden: «Wir haben endlich unsere Chancen ausgenützt», so der dreifache Assistgeber Noel Guyaz. Auch die physischen Aspekte spielten eine Rolle: «Wir hatten heute mehr Checks und mehr Emotionen. Auch die Schlüsselspieler zeigten, was sie alles können.» Eine weitere freudige Nachricht betraf gestern die Personalie von Alex Chatelain. Der Stürmer kam nach seiner langen Verletzungspause zum ersten Einsatz. «Es war erst am Nachmittag klar, dass ich heute spielen würde», sagte Chatelain nach dem Spiel. Klar, gross forciert wurde er von Ehlers noch nicht. Aber mit jedem Einsatz in den Beinen, werde es besser gehen, so Chatelain.