FC Wangen

Der Elan der Übriggebliebenen ist ungebrochen

© Raphael Wermelinger

Zu tiefe Einnahmen und die vielen offenen Posten im Vorstand gaben an der 86. Generalversammlung des Erstligisten FC Wangen zu reden.

Knapp eine Woche vor der 86. Generalversammlung des FC Wangen hatte Co-Vizepräsident Roger Grimm seinen Rücktritt bekannt gegeben. Damit sorgte er für weitere offene Posten im FCW-Vorstand. Trotzdem zeigte sich die Vereinsleitung grossmehrheitlich glücklich über Grimms Abgang. Dieser habe die in ihn gesteckten Erwartungen im Bereich Marketing und Sponsoring nicht annähernd erreicht, so der allgemeine Tenor. Beisitzer Livio Conz machte Roger Grimm gar für die fehlenden 50 000 Franken in der Jahresrechnung verantwortlich.

Weil sich Grimm generell viel zu wenig bemüht und kaum Sponsoren gefunden habe, wodurch schlicht zu wenig Geld in die Klubkasse kam. Die Ausgaben des Vereins beliefen sich im letzten Jahr auf 450 000 Franken, die Einnahmen lagen bei rund 400 000 Franken. Budgetiert waren Einnahmen in der Höhe von 500 000 Franken, was einen Gewinn von 50 000 Franken ergeben hätte. Nur dank des Goodwills zweier Sponsoren konnte nun das Loch in derselben Höhe gestopft und somit doch noch eine ausgeglichene Rechnung präsentiert werden. «Positiv ist, dass wir sämtliche Rechnungen und Löhne bezahlt haben. Die Zukunft ist aber ungewiss», warnte Livio Conz. Für das nächste Jahr wurde ein Verlust von 10 000 Franken budgetiert. «Die Ausgaben von 360 000 sind definitiv, daran kann man nicht schrauben. Die Einnahmen sind dagegen ungewiss. Jeder im Verein ist gefordert.»

Daniel Schneider, als alleiniger Vizepräsident nun der höchste Wangner, konzentrierte sich in seinem Jahresbericht aufs Sportliche. Die 1. Liga sei jedes Jahr ein grosser Prüfstein für einen Dorfverein wie den FC Wangen. Er zeigte sich stolz, dass es trotz schwieriger Saison zum Verbleib in der 1. Liga gereicht hat. «Für Wangen war es die 20. Saison in Folge in der 1. Liga oder höher», unterstrich Schneider. Es sei aber wichtig, dass der Klub in Zukunft noch professioneller geführt werde, der Vorstand wolle die Abläufe noch optimieren. Aber: «Leider ist es uns nicht gelungen, frische Gesichter für die Arbeit im Vorstand zu begeistern.» Diverse Posten bleiben somit unbesetzt auf der Chrüzmatt: Es fehlen ein Präsident, ein Kassier, ein Junioren-Obmann, um nur eine Auswahl zu geben. Trotz der Vakanzen zeigten sich Schneider und seine Vorstandskollegen kämpferisch. Der Elan sei ungebrochen: «Die Übriggebliebenen blicken positiv nach vorne. ‹Zäme simer stark!›»

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