«Wir hätten dieses Spiel auf keinen Fall zu verlieren brauchen», bilanziert Menfred Renihard die 2:3-Niederlage seiner Truppe gegen den SC Unterseen-Interlaken. Allein, die Solothurner treten immer wieder gerne einmal als barmherzige Entwicklungshelfer auf und überlassen in den Momenten den vermeintlich «Schwächeren» den einen oder anderen Punkt.

Trotz des Sieges im Sportzentrum drohen Unterseen nämlich die Playoff-Felle davonzuschwimmen. Acht Runden vor Schluss und der jetzt folgenden Meisterschaftspause bis am 7. Januar sind die «Bödeler» zehn Punkte von einem Top-8-Rang entfernt.

Der EHC Zuchwil Regio dagegen beendet das 1.-Liga-Eishockey-Jahr auf dem guten, vierten Platz und darf derlei guter Hoffnung sein, im Februar zum Kreis der acht jubilierenden «Playoffianern» zu gehören.

Zuchwil verliert mit 2:3 in der Verlängerung.

Zuchwil verliert mit 2:3 in der Verlängerung.

«Angesichts der Umstände», bilanzert Coach Manfred Reinhard das 2016 Geschehene, «dürfen wir mit dem Erreichten durhaus zufrieden sein.» Reinhard spielt dabe vor allem auf die vielen verletzten, angeschlagenen und kranken Stammspeler an, auf die sein Team bis dahin immer wieder verzichten musste. Das man effektiv sehr viel gutes Eishockey gezeigt habe und aus den Umständen viel Sehenswertes rausgeholt habe, heisse nun aber nicht, dass man sich zürücklehnen und die Hände in den Schoss legen könne.

Eine Stunde Strafe

Wie schnell man einen aufgelegte Sieg verspielt, sprich von einem guten Weg abkommt, hat der Match gegen Unterseen exemplarisch gezeigt. Die Einheimischen, die zuletzt dreimal in Folge gewonnen hatten, begannen stark. «Wir waren zielstrebig und konzentriert», so Reinhard. Die 2:0-Führung nach 18 Minuten war deshalb eine logische Konsequenz.

Alles schien seinen vorhersehbaren Lauf zu nehmen. «Doch dann begannen wir plötzlich weniger zu machen und dem Gegner so wieder ins Spiel zurück zu helfen», so der Zuchwiler Coach. Unverständlich sei das gewesen, so Reinahrd - ob nun Weihnachten das Fest der unendlichen Barmherzigkeit sei hin oder her.

Die Oberländer auf jeden sagten Danke und nahmen die «Gabe» frohlockend an. In der 25. Minute gelang Nägeli der Anschlusstreffer. Danach wurde es handgreiflich auf dem frostigen Bitz. In den Infight zwischen den Fronten waren auf Zuchwiler Seite vorab Kaj Leuenberger und Thomas Rohrbach und auf Unterseen Seite Ramon Lengacher und Nicola Fankhauser verwickelt.

Schiedsrichter Balz Jung taxierte das kontroverse Scharmützel finalement mit mehr als einer Stunde Strafzeit; wobei die Spieldauer-Disziplinarstrafen von Leuenberger und Fankhauser besonders ins Gewicht fielen. Nachdem man sich dann wieder auf Eishockeyspielen besann, gelang Jan Mathys 64 Sekunden vor Ende des zweiten Abschnitts der Ausgleich zum 2:2.

Kopf lüften

Das «Endspiel» war damit lanciert. Im letzten Drittel hatten die Gastgeber beste Möglichkeiten, das Ding kurz vor Heiligabend doch noch unter ihren Tannenbaum zu stellen. Doch aus dem selbstgemachten Päckli wurde nichts.

«Der Gegner war nicht besser aber wir haben den Sieg nicht abgeholt», sagt Reinhard. So kam es, wie es kommen musste, wenn  der «Groove» erst einmal disharmonisch  geworden ist. Gut zwei Minuten nach Beginn der Verlängerung war es David Fuchser, der den Sieg für die Gäste sicherstellte und damit den zweiten Punkt aus dem Adventskalender kramte. Kein hübscher Jahresabschluss für Zuchwil zwar, aber man weiss auf jeden Fall, wo man das Spiel verloren hat. «Daran werden wir arbeiten», so Reinhard.

Bis zum Jahresbeginn steht für die Zuchwiler nun erst eimal eine mehr oder weniger eisfreie Zeit an. «Es ist wichtig und tut gut, den Kopf durch zu lüften», meint der Coach. Gänzlich aus den Augen werde man sich bis zum Jahresbeginn als Team indes nicht verlieren. «Irgendetwas werden wir zusammen unternehmen.»

Ab dem 3. Januar gehe es dann wieder los: «Dann werden wir den den Festagsspeck rausschwitzen und uns für die entscheidenden Meisterschaftsphase parat machen.»