Wenn ihm jemand vor der Saison einen Platz unter den ersten vier nach der Qualifikation offeriert hätte, dann «hätte ich sofort unterschrieben – keine Frage», sagt Walter Ulrich. Der Präsident und der Sportchef des EHC Zuchwil Regio hat die Mannschaft auf diese Saison hin in Zusammenarbeit mit Trainer Manfred Reinhard verjüngt und sozusagen «verstaatlicht» – das heisst mit mehr Eigengewächsen bestückt also.

Von einem Gratisgang was die Playoff-Qualifikation angeht, wollte Ulrich darum im September nichts wissen. Punkto Substanz sah es so aus, als ob man gegenüber einst verloren hätte. Selbst wenn das etliche bewährte, Ex-NLA- und NLB-Kräfte im Team figurieren. Nun, zwei Runden vor Schluss der Vorrunde darf man aus Zuchwiler-Sicht sagen: Aufgabe souverän gelöst.

Billiger und angenehmer

Die Playoff-Qualifikation ist unter Dach und Fach. Dies trotz der jüngsten 3:6-Niederlage gegen Liga-Primus Brandis. «Wichtiger war mir», so Ulrich, «dass wir das Spiel zuvor in Bellinzona gewinnen konnten.» Allein schon, um den Aufwand, der hinter dieser Auswärtspartie in der Sonnenstube des Landes steckte, zu belohnen.

Aber auch, um den derzeit vierten Rang zu halten. Ein Rang unter den Top vier nach 30 Quali-Runden garantiert in den Playoff-Viertelfinals, die am 11. Februar beginnen, nämlich Heimrecht. «Das ist mit weniger Kosten und mehr Einnahmen verbunden», sagt Manager Ulrich. Aber auch sportlich «ist es natürlich für uns ein Vorteil, daheim zu spielen.»

Ulrich hofft in dem Sinn, dass alle Teams in den verbleibenden Runden «Vollgas geben» und es nicht zu Kuriositäten hinsichtlich Ergebnissen kommt. Verzerrungen vorab deshalb, weil sich des Aufwands wegen niemand Bellinzona als Playoff-Gegner wünscht. Derzeit träfe es Wiki-Münsingen – am Samstag der nächste Gegner der Zuchwiler.

«Ich hätte gar nichts dagegen, wenn wir in den Playoffs auf Wiki treffen würden», sagt Ulirch. Dies, obwohl man zuletzt zwei Mal gegen die Aaretaler im Viertelfinal ausschied. Aber: «Dieses Wiki müsste eigentlich zu knacken sein.» An der dazu nötigen Substanz fehlt es Zuchwil Regio nicht.

Vorsicht vor den Stars

Zum Abschluss warten dann am Dienstag die Argovia Stars im Brügglifeld auf die Zuchwil Regio. Ein Nordwestschweizer-Derby also, in welchem die Aargauer keine Chance mehr auf die Playoffs haben und somit eher ambitionslos antreten. Aber: «Ich denke nicht, dass sich Argovia von uns vorführen lassen will; schliesslich ist es für sie das letzte Spiel der Saison», sagt Ulrich.

Damit dürfte der Chef aus Lohn-Ammansegg nicht Unrecht haben. Ambitionslos heisst immer auch ohne Druck und frei von der Leber weg aufspielen. Danach geht es in die  Ferien. Sowas kann beflügeln. Zuchwil tut also gut daran, den vermeintlich einfachen Gegner nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Sonst misslingt die Hauptprobe vor den Playoffs garantiert.