Playoff-Knüller gegen Ajoie
Der EHC Olten zieht den Kopf aus der Schlinge und gewinnt mit 4:2

Der EHC Olten trug die Schlinge bereits um den Hals. Nach fünf Playoff-Halbfinalspielen führt der HC Ajoie nun mit 3:2. Im Oltner Kleinholz schworen die Powermäuse Revanche zur satten 1:6-Niederlage vom Freitag.

Marcel Kuchta (Text) und Yann Schlegel (Liveticker)
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Bei einer Niederlage sind die diesjährigen Playoffs für den EHC Olten Geschichte.

Bei einer Niederlage sind die diesjährigen Playoffs für den EHC Olten Geschichte.

AAR

Es gibt Szenen in einem Spiel, die das Geschehen auf den Punkt bringen. Zum Beispiel dann, wenn ein Spieler wie Marco Truttmann, der sonst eher fürs Spektakel und die technischen Kabinettstückchen zuständig ist, plötzlich vehement in die Zweikämpfe an der Bande geht oder sich vor den gegnerischen Goalie stellt, um diesem die Sicht zu nehmen. Truttmann verkörperte in diesem Spiel, in welchem es für den EHC Olten darum ging, nach der schmachvollen 1:6-Niederlage in Pruntrut am vergangenen Freitag und dem folgenden Trainerwechsel, sich wieder mit dem Publikum zu versöhnen – und vor allem die Saison zu verlängern, den Wandel der Mannschaft am besten. Aus willenlosen Verlierern waren innerhalb von 48 Stunden entschlossene Kämpfer geworden.

Manchmal ist es schwierig, Wesen und Wirken von (Spitzen-)Sportlern zu begreifen. Auch aufseiten der Oltner tat man sich schwer, den Mentalitätswandel in Worte zu fassen. «Es ist wie so oft: Ein Trainerwechsel kann schon helfen, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht», sagte etwa Marco Truttmann. Und angesprochen auf die beiden Szenen, bei denen er mit seinen atypischen Aktionen mitverantwortlich war für die Treffer zum 1:0 und zum 2:1, erklärt er; «Ajoie spielt hart. Und wir wussten, dass man dorthin gehen muss, wo es wehtut, wenn man gegen sie erfolgreich sein will.»

«E Stadt, e Verein, e Liebi!!»

Warum es für diese wahrlich nicht neue Erkenntnis den Trainerwechsel brauchte, ist eine der Fragen, die immer noch der Beantwortung harren. Aber offensichtlich schafften es Interims-Headcoach Eric Beaudoin und sein Interims-Assistent Köbi Kölliker, die Spieler so zu motivieren, dass sie das Herz auf dem Eis zeigten, welches die Oltner Fans unter den fast 6000 Zuschauern im Kleinholz mit einer wunderbaren Choreografie gefordert hatten. «E Stadt, e Verein, e Liebi!!» stand da mit riesigen Lettern – und in der Südkurve prangte ein grosses Herz. Für Eric Beaudoin, der im Januar als Ergänzungsausländer nach Olten kam und schliesslich wegen einer chronischen Hüftverletzung seit Wochen zum Zuschauen verurteilt war, verlief die Trainerpremiere also mehr als erfreulich. Der Kanadier mochte bei seiner Analyse nicht von Hokuspokus und Magie sprechen: ««Es gibt keinen Zauber. Wir hatten nicht viel Zeit, viele Dinge zu ändern. Deshalb lag unser Fokus darauf, die Spielweise ganz simpel zu halten.»

Es war offensichtlich, dass die Spieler mit dem neuen taktischen Korsett viel besser klar und gegen die vielleicht nicht mehr ganz so konsequenten Ajoulots besser zur Entfaltung kamen. «Wir versuchten, den Puck so schnell wie möglich aus unserem Drittel herauszubekommen. Vorher haben die Spieler immer auf den Puck gewartet und wussten nicht, was sie tun sollen. So sind wir in Bewegung geblieben und hatten das gewünschte, geradlinige Nord-Süd-Spiel». Aber letztlich war auch für Beaudoin klar, wo der Schlüssel zum Erfolg lag: In der Kampfbereitschaft: «Wir müssen kämpfen. Wenn man nicht kämpft, gewinnt man keine Spiele, egal wie viel Talent man hat.» Am Dienstag müssen die Oltner in Spiel Nummer sechs wieder mit derselben Leidenschaft ans Werk. Das Saisonende lauert immer noch am Horizont.

Das Spiel zum Nachlesen in unserem Liveticker: