Die Saison 2013/14 hatte das Zeug, eine wirklich gute zu werden für den EHC Olten. Nach einer starken vorangegangenen Spielzeit mit der erstmaligen Finalqualifikation seit 25 Jahren wollte Trainer Scott Beattie den nächsten Schritt machen.

Der Start war dann aber ziemlich harzig. Doch dann drehten die Oltner auf. Kletterten mit fünf Siegen in Serie auf Rang 3. Doch der EHCO wollte noch besser werden. Bereits mit 10 Verteidigern und 15 Stürmern in die Saison gestartet, verstärkte man sich Ende Oktober mit Steve Mason. «Seine Technik weist NLB-Niveau auf – wenn nicht sogar mehr», sagte Beattie zum jüngsten Transfer.

Das Verlieren fast verlernt

Bald darauf folgte eine Serie, die erst am 9. Januar mit dem denkwürdigen 11:2 gegen Erzrivale Langenthal sein Ende fand. 14-mal hatten die Oltner in Folge gewonnen und dabei den klubinternen Rekord aus dem Vorjahr übertroffen. Dem EHCO gelang einfach alles. Die ganze Region war voll des Lobes. Sogar SCL-Trainer Olivier Horak meinte am Tag nach der Schmach: «Olten ist unglaublich.»

Der andauernde Erfolg machte auch den Kassier glücklich. Viermal in Folge war das Kleinholz – bei allerdings eingeschränkter Kapazität – in dieser Phase ausverkauft. Vier Runden vor Qualifikationsschluss machten sich die Oltner im Sparmodus (1:0-Sieg über Red Ice) zum Qualifikationssieger.

Niveau nicht gehalten

Alles paletti also bei Grün-Weiss – und irgendwie doch nicht. Erste Stimmen wurden laut, weshalb es dem EHCO nicht mehr gelang, an die überzeugenden Auftritte im Dezember anzuknüpfen. «Es liegt ganz einfach in unserer Natur, in einer solchen Situation nicht hundert Prozent zu geben», nahm es Scott Beattie relativ gelassen.

Er konnte zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, dass seine Mannschaft den Faden nie mehr ganz finden würde. Da war zwar noch der 5:3-Sieg in Langnau. Es folgten die drei Niederlagen nach der Olympia-Pause in drei Partien, in welchen der Coach verschiedene Linienzusammenstellungen ausprobierte, Spieler schonte.

Perfekter Start, dann mit Rücken zur Wand

In der Zwischenzeit hatte der EHCO-Goalie Michael Tobler dem EV Zug überlassen, im Gegenzug mit Cédric Schneuwly einen Stürmer erhalten. Zusammen mit den weiteren Zuzügen Brem und Corso standen Beattie für die Playoffs jetzt also 19 Offensivkräfte zur Verfügung. Und es schien aufzugehen: 7:1 im ersten Spiel gegen La Chaux-de-Fonds war der perfekte Auftakt in die K.-o.-Phase. Drei Spiele später stand der EHCO bereits mit dem Rücken zur Wand.

Dem Qualifikationssieger fehlte es am Biss, dem nötigen Tempo, der Genauigkeit im Spiel nach vorne, der Überzeugung, die Serie gewinnen zu können. Trotz des 4:3-Siegs in Spiel 5. In der sechsten Begegnung, elf Tage nach Beginn der Playoffs, gerieten die Oltner bereits nach 22 Sekunden in Rückstand, im Mitteldrittel liessen sie sich vorführen, verloren am Ende 3:7 – das Aus. Saisonende am 5. März: Das war so nicht geplant.