Das erste Derby-Resultat der Saison des EHC Olten in Langenthal? So manchem Fan dürfte es unlängst nicht mehr präsent sein. Im Nachgang zum 3:2-Auswärtssieg des EHCO war der Plakat-Skandal in aller Munde. Dieser ist nun abgeschlossen, die beiden Einzeltäter bestraft.

Und dennoch wird das heute stattfindende zweite NLB-Derby der Saison im Schoren (20 Uhr) unter einem besonderen Stern stehen. Beim SC Langenthal hält man ausdrücklich ein Auge auf die Sicherheit. «Gewisse Sachen» seien angepasst worden, die Qualität des Derbys wolle man damit jedoch keineswegs mindern.

Eine Choreo-Antwort der SCL-Fanszene auf das primitive Transparent der Oltner wird so gut wie ausgeschlossen. «Auch wir haben uns mit den Fans ausgetauscht. Ihnen ist bewusst, dass wir ein faires, stimmungsvolles Derby wollen», sagt SCL-Geschäftsführer Gian Kämpf auf Anfrage.

Auch beim EHC Olten ist keine Folge-Choreo zur unrühmlichen Geschichte geplant. Man habe sich während des Heimspiels gegen Rapperswil-Jona entschuldigt, die Sache sei damit abgeschlossen. Und erst noch mit einer netten Geste: Mit der Spenden-Aktion, bei der für jeden EHCO-Fan ein Raclette-Brot serviert wurde, nahm der Oltner Fanklub etwas mehr als 1600 Franken ein. Der Betrag wird dem Paraplegikerzentrum Nottwil gespendet.

Fans bedauern Plakat-Skandal

Fans bedauern Plakat-Skandal

Mit einem primitiven Banner schockten EHC-Olten-Fans im Derby gegen Langenthal die Schweizer Eishockeyszene. Nun entschuldigten sie sich öffentlich.

Und die Spieler selber? EHCO-Captain Stefan Hürlimann glaubt nicht, dass das Transparent einen Einfluss auf das neuerliche Derby haben wird. «Wir dürfen uns nicht auf solche Sachen konzentrieren. Würden wir uns von jedem Fan ablenken lassen, der sich bemerkbar macht, dann dürften wir längst nicht mehr Eishockey spielen», so Hürlimann lakonisch.

Konsequenter in allen Belangen

Sportlich bietet das Derby viel Spektakel. Mit einem Sieg könnten die Langenthaler punktemässig zum EHC Olten aufschliessen. Es darf ein hitziges Derby erwartet werden. Insbesondere, weil Olten wie bereits vor einem Monat (1:2 gegen Visp), mit einer weiteren empfindlichen Niederlage und der Wut im Bauch zur Wiedergutmachung an das Auswärtsspiel im Schoren reist.

Bei der 2:3-Niederlage gegen Winterthur vom Samstag reichten selbst 54 Schüsse auf das Tor der Gäste nicht zum Sieg. So oft dürften die Dreitannenstädter im Derby kaum zum Abschluss kommen. «Wir wissen, was wir falsch gemacht haben – jeder einzelne von uns muss wieder physisch präsenter sein und allgemein einen Zacken zulegen», sagt EHCO-Captain Hürlimann.

Auf die Frage, ob das Team die Schlappe gut verdaut habe, sagt Trainer Maurizio Mansi: «Wir haben das Spiel aufgearbeitet und nehmen das Gute mit ins nächste Spiel. Wir müssen in allen Belangen konsequenter sein. Wir werden bereit sein für das Derby.» Auch Justin Feser, der 12 Sekunden vor Schluss das leere Tor nicht traf? «Ach, solche Sachen können passieren. Ich kann Sie beruhigen: Das Leben geht weiter und Justin geht es gut», sagt Mansi fast ein wenig pikiert.