Es ist den Verantwortlichen des EHC Olten längst ein Dorn im Auge: Im Stadion Kleinholz gibt es zu wenig Sitzplätze – die Nachfrage ist grösser als das Angebot. Das soll sich nun zumindest ein Stück weit ändern: Auf der Höhe des Restaurants Muusfalle soll eine VIP-Tribüne entstehen.

Die neue Tribüne bietet Platz für 82 Sitzplätze, abgestuft auf zwei Reihen – 43 Sitzplätze in der Frontreihe, deren 39 rund einen Meter erhöht dahinter. Ursprünglich hätte der EHC Olten gerne eine Tribüne von über 120 Sitzplätzen beim Restaurant in Richtung Eisfeld hinausragend angebaut, doch das Vorhaben scheiterte:

«Eine Tribüne über 120 oder mehr Plätze wäre aus statischen sowie feuertechnischen Gründen sehr anspruchsvoll geworden», sagt EHCO-Präsident Marc Thommen auf Anfrage: «Wir haben uns dann für eine Lösung mit weniger Sitzplätzen und ohne Tragpfeiler, welche in der Fankurve zu stehen gekommen wären, entschieden.»

Die Sicht von der VIP-Tribüne aufs Spielfeld

Die Sicht von der VIP-Tribüne aufs Spielfeld

Bei 120 Sitzplätzen käme hinzu, dass der Sichtwinkel der Tribünengäste aufs Feld sehr schlecht gewesen wäre. So hätte man als Gast das Tor unmittelbar vor der Oltner Südkurve von der Tribüne aus nicht uneingeschränkt sehen können.

Dieses Problem kann nun ausgeschlossen werden. Doch das ist mitunter auch ein Grund, weshalb das Restaurant Muusfalle nun in der Breite verkleinert werden muss.

Eine Tribüne an diesem Ort wurde bereits beim Restaurant-Bau im Zuge der Stadionrenovation in Betracht gezogen, dann aber aus diversen Gründen wieder verworfen. Doch nun nimmt man das Vorhaben wieder mit grosser Ernsthaftigkeit auf.

Das Restaurant muss in der Breite verkleinert werden

Das Restaurant muss in der Breite verkleinert werden

Und die Zeit drängt: Bereits beim ersten Meisterschaftsspiel Mitte September soll nach einer zehnwöchigen Bauphase die Tribüne fixfertig sein und bezogen werden können. Das entsprechende Baugesuch liegt noch bis zum 5. Juli bei der Baudirektion der Stadt Olten auf.

«Uns ist bewusst, dass der Zeitplan sehr eng ist. Aber wir geben unser Bestes, dass wir es bis zum Saisonstart beziehen können», sagt Marc Thommen.

Restaurant als VIP-Zone

Er macht zudem kein Geheimnis aus seinen Bestrebungen: Die neue Tribüne wird aus wirtschaftlichen Gründen erbaut. Man erhofft sich Mehreinnahmen. Die Sitzplätze auf der neuen Tribüne richten sich denn auch vor allem an Firmenkunden, «die den EHC Olten tatkräftig unterstützen». Die VIP-Sitzplätze sollen demnach als Kombiangebot mit einem Tisch im Restaurant erhältlich sein.

Brisant: Dieses Konzept hat zur Folge, dass das Restaurant Muusfalle vor, während und nach den EHCO-Heimspielen für Matchbesucher nicht mehr zugänglich sein wird.

«Wir möchten aber den EHCO-Fans eine gute Alternative anbieten. Wir prüfen derzeit, ob wir den Gastrobetrieb im Aussenbereich ansprechend ausbauen können», sagt Marc Thommen weiter.

Gründung eines Gönnerklubs

Mit der Umsetzung der VIP-Tribüne, die laut EHCO vergleichbar sein wird mit Logen diverser National-League-Klubs, plant der EHC Olten sogleich die Gründung eines neuen Gönnerklubs, welche den Namen «President’s Club» tragen soll und dort beheimatet sein wird.

Der bestehende «Club Pentadon» bleibt an Heimspielen weiterhin unweit der EHCO-Teamkabine im Gönnerrestaurant untergebracht, welches in den nächsten Monaten eine kleine Auffrischung erfahren soll.

Klar ist auch: Die Finanzierung der geplanten VIP-Tribüne, deren Bau rund 400 000 Franken kosten wird, ist vollumfänglich gesichert. Auch soll einstweilen die Konstruktion mit 82 Sitzplätzen einen entsprechenden Namen erhalten.