Stürmer Marco Truttmann verwandelt zum Abschluss des letzten offiziellen Eistrainings vor dem heutigen Meisterschaftsstart den entscheidenden siegbringenden Penalty eiskalt: «Team Weiss» bildet sich zu einer Traube, die Spieler jubeln, feiern sich, während jeder des unterlegenen «Team Grün» zur Strafe Liegestützen absolvieren muss.

Die Stimmung beim EHCO nach dem 9:1-Kantersieg im Cup gegen Erstligist Burgdorf ist positiv. Eine halbe Stunde zuvor merkte man aber dem Team die Anspannung trotzdem an, dass es ab heute Abend in Winterthur, 20 Uhr, nach sechs Wochen Vorbereitung endlich um Punkte geht: Torhüter Simon Rytz gefiel die Arbeit seiner Vorderleute während der Special-Teams-Übung überhaupt nicht und machte sich lauthals bemerkbar.

EHCO-Trainer Fredrik Söderström gefällts: «Es muss Platz haben für Spässchen. Aber gleichzeitig sind solche Weckrufe genauso wichtig. Es ist ein starkes Zeichen, die Spieler wissen, dass wir ab Spiel eins bereit sein müssen.»

Vertrauen und Geduld als Schlüsselwörter

Vor dem heutigen Spiel in Winterthur zieht Söderström ganz grundsätzlich ein positives Fazit der EHCO-Vorbereitungs-Kampagne. «Die Spieler geben ihr Bestes, sie rücken zusammen und versuchen, sich kontinuierlich zu verbessern. Was ich mir noch wünsche ist, dass jeder Einzelne noch ein bisschen mehr Selbstvertrauen gewinnt. Wir können gerade in den Zweikämpfen noch härter, noch hartnäckiger sein. Und wir müssen noch etwas simpler, gradliniger spielen. Ich verstehe es: Wir haben so viele talentierte Spieler, die gerne etwas kreieren mit dem Puck und dabei vergessen, worum es eigentlich geht: nämlich möglichst effektiv Tore zu schiessen.»

Vertrauen und Geduld bleiben Söderströms Schlüsselwörter. Es bedeutet, Vertrauen zu finden in das System, in den Erfolg des Systems. Und auch vollstes Vertrauen in seine Mitspieler zu haben. «Kommt man unter Zugzwang, so sollen die Spieler wissen: Hey, da kommt sogleich Unterstützung meines nächsten Teamkollegen», erklärt Söderström redegewandt.

Es sei die grosse Kunst, die Kombination zwischen resoluter Zweikampfhärte und smartem, kreativen Spiel zu finden. «Aber das ist ein langer Prozess, das braucht Zeit und viel Geduld. Wir haben daran jeden Tag zu arbeiten.» Dabei würden sie oft zwei Schritte vorwärts, aber auch jeweils einen zurückmachen. «Aber wir sind definitiv bereit für den Saisonstart. Darauf haben wir alle gewartet: Der Saisonstart ist für uns wie Weihnachten», sagt der EHCO-Trainer.

Befristeter Vertrag für Wandervogel Weisskopf

Etwas Konstanz und Stabilität könnte Dan Weisskopf dem EHC Olten verleihen. Die Powermäuse konnten sich mit dem Wandervogel, der schon die eine oder andere Schweizer Heimklub-Garderobe gesehen hat, auf einen befristeten Vertrag einigen.

Weisskopf, der sich bereits seit zwei Wochen beim EHC Olten fit hält und mittrainiert, wird definitiv mindestens bis am 31. Oktober in der Verteidigung den verletzten Anthony Rouiller ersetzen. Ob er jedoch bereits heute gegen Winterthur zum Einsatz kommen kann, basiert auf dem Entscheid, ob die Liga noch rechtzeitig grünes Licht erteilt.

Apropos Rouiller: Bei ihm besteht nach wie vor die leise Hoffnung, dass die Genesung der Schulterverletzung ohne operativen Eingriff erfolgen könnte. Das würde bedeuten, dass Rouiller womöglich im Oktober wieder einsatzbereit wäre. Noch kann aber eine Operation nicht ausgeschlossen werden.

Seit gestern Mittag ist Tatsache, auf wen der EHC Olten im Cup-Achtelfinal trifft: Es sind die SCL Tigers. Das Spiel gegen den favorisierten National-League-Vertreter wird am Sonntag, 20. Oktober, im Oltner Kleinholz ausgetragen. «Aufgrund der Ligazugehörigkeiten sind die Favoritenrollen klar verteilt. Aber wie wir alle wissen ist Olten ein aufstrebendes Swiss-League-Team, das die Langnauer herausfordern wird. Es wird bestimmt auch für ein Team wie die SCL Tigers nicht einfach», sagte Experte Lars Weibel unmittelbar nach der Ziehung im Teleclub-Studio.

Beim EHC Olten freut man sich auf das Duell gegen jenen Klub, mit dem man zuletzt Freundschaften schloss. So stiessen die B-Lizenz-Spieler Joel Salzgeber und Keijo Weibel dank viel Goodwill der Emmentaler zum EHCO.

Sportchef Marc Grieder: «Ein sympathisches Team. Wir freuen uns auf die Affiche. Ich hoffe natürlich, dass wir einen richtig guten Match zeigen und wir sie bis zur letzten Sekunde herausfordern können. Langnau ein Bein zu stellen, wäre fantastisch.»