Eishockey NLB

Der EHC Olten verliert gegen Martigny trotz Aufholjagd mit 2:3 nach Verlängerung

Nach dem Pflichtsieg bei den Ticino Rockets am Freitag wollte der EHC Olten in der Partie gegen Martigny das Wochenende mit erneuten drei Punkten abrunden. Dazu kam es jedoch nicht, trotz dem Ausgleich unmittelbar vor dem Schlusspfiff verliert der EHCO in der Verlängerung mit 2:3.

Irgendwie lag an diesem Sonntagabend bis unters Hallendach eine dicke Misstrauenswolke im Oltner Kleinholz. Wieder einmal war spürbar, wie hoch die Erwartungen beim Publikum der Dreitannenstädter sind. Drohte der selbst ernannte Ligakrösus Olten tatsächlich die dritte Heimniederlage en Suite einzuziehen?

Am Ende des Tages musste diese Frage mit einem Ja beantwortet werden. Und doch gelang es der Mannschaft von Maurizio Mansi sich dank eines Steigerungslaufs mit seinem Anhang zu versöhnen. Bereits vor Spielbeginn manifestierte die Oltner Südkurve Loyalität, als sie mit einem Banner an das ferne Ziel erinnerte und der Mannschaft Glauben schenkte: «Zeige mer Härz & Emotione und mache üse Troum wohr».

Nur mussten sich die gut 3000 Zuschauer gedulden, ehe die Botschaft durchdrang und das Geschehen auf dem Eis endlich seine Wirkung bis auf die Ränge entfaltete. «Es war ein völlig zerfahrenes Spiel, was es enorm schwierig machte, den Rhythmus zu finden», erklärte mit Martin Ulmer eine der auffälligsten Figuren die andauernden Anlaufschwierigkeiten.
In der Tat war die Partie von zahlreichen Strafen gekennzeichnet, wobei drei lange doppelte Überzahlsituationen die Chronik des Spiels prägten. Die erste doppelte Überzahl nutzte Martigny mit seinem druckvollen Powerplayspiel zur einstweiligen 2:0-Führung. Im zweiten doppelten Überzahlspiel von Martigny kamen die Oltner, kurz vor dem Ende des zweiten Drittels, ungeschoren davon – das Momentum kippte nun auf die Seite der Gastgeber. Olten schöpfte in jenem Schlüsselmoment die Moral, um überhaupt in den Kampf gegen Martignys Defensivbollwerk zurückzukehren.

Den Bruder als Mentor

Hatte Martin Ulmer kurz vor der zweiten Sirene noch mit einem Lattenknaller Pech bekundet, gelang es dem zuletzt aufblühenden Flügelstürmer im Schlussabschnitt doch noch, Reto Lorys Ungeschlagenheit zu durchbrechen. Rouiller hob den Puck in spektakulärer Manier knapp über die Querlatte, worauf Ulmer doch noch vollstrecken konnte und somit seinen vierten Treffer im dritten Spiel markierte. Zu Saisonbeginn hatte Ulmer noch mit der Chancenverwertung gehadert, der Austausch mit seinem bei Lugano engagierten Bruder Stefan scheint die Blockade bei Martin Ulmer behoben zu haben.

Obwohl der euphorisierende Anschlusstreffer bewerkstelligt war, fiel es den Dreitannenstädtern in der Folge schwer, die Kadenz entscheidend zu erhöhen. Dies lag wohl auch daran, dass einige Schlüsselspieler nicht kaschieren konnten, ausser Form zu sein. Beispielsweise Marco Truttmann bleibt, seitdem seine laufenden Vertragsverhandlungen publik gemacht wurden, ein Schatten seiner selbst.

Auch Justin Feser kämpft derzeit mit einer Baisse. Doch mit einer seiner wenigen gelungenen Aktionen rettete der Kanadier den EHCO in der turbulenten Schlussminute doch noch in die Verlängerung – doppelte Überzahl sei Dank.

Am Ende lachte dennoch Martigny: Patrick Schommer enteilte nach gewonnenem Bully allen und bezwang Mischler. Die Revanche gibt es am Dienstag.

EHC Olten - Red Ice 2:3 n. V.; 19. Meisterschaftspiel NLB 16/17

Die Highlights des Spiels gegen Martigny

Telegramm:

Olten - Red Ice Martigny 2:3 n.V. (0:2, 0:0, 2:0, 0:1)

3092 Zuschauer. - SR Mandioni/Unterfinger, Fuchs/Ströbel. - Tore: 12. Brem (Iglesias, Balej/Ausschluss Kobach) 0:1. 15. Balej (Berglund, Brem/Ausschlüsse Rouiller, Leonelli) 0:2. 42. Ulmer (Rouiller) 1:2. 60. (59:21) Feser (Truttmann/Ausschluss Berglund) 2:2 (ohne Goalie). 62. (61:00) Luca Zanatta (Schommer, Merola) 2:3. - Strafen: 8-mal 2 Minuten gegen Olten, 6-mal 2 Minuten gegen Martigny. - Bemerkung: 13. Truttmann (Olten) verschiesst Penalty.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

Meistgesehen

Artboard 1