Eishockey
Der EHC Olten und die Sache mit der Favoritenrolle

Von läutenden Alarmglocken zu sprechen im Hinblick auf das samstägliche Auswärtsspiel in Weinfelden, das wäre wohl ein wenig übertrieben. Aber beim HC Thurgau wartet eine knifflige Auswärtsaufgabe auf den EHC Olten.

Michael Forster
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Christopher Bagnoud, hier im Laufduell mit Visps Sacha Wollgast, traf am Donnerstag erstmals für den EHC Olten. bruno kissling

Christopher Bagnoud, hier im Laufduell mit Visps Sacha Wollgast, traf am Donnerstag erstmals für den EHC Olten. bruno kissling

Bruno Kissling

Tatsache ist hingegen, dass die Güttingersreuti in Weinfelden nicht zu den bevorzugten Spielstätten des EHC Olten zählt – vom klaren 8:1-Erfolg zu Beginn der Saison 2011/12 einmal abgesehen.

Gegen den HC Thurgau tat man sich in der Vergangenheit immer wieder schwer und liess unerwartet Punkte liegen, in dieser Saison auch zu Hause beim 5:4 nach Verlängerung. Es ist ohnehin ein seit Jahren andauerndes Phänomen, dass die Oltner gegen schwächere Mannschaften nicht ihr volles Leistungspotenzial abzurufen vermögen.

Zieht man die Resultate aus den ersten 21 Runden zurate, agierte der EHCO gegen die Mittelfeld-Teams auf den Rängen 5 bis 7 weitaus am erfolgreichsten, mit einer Punkteausbeute von 2,4 pro Spiel.

Immer noch überdurchschnittlich punktete man gegen die Spitzenteams der Liga (1,7 Punkte pro Partie), während in sieben Spielen gegen die drei Letztklassierten lediglich 10 Zähler resultierten – oder im Schnitt rund deren 1,4.

Wie lange noch beim EHCO?

So gesehen böte die samstägliche Auswärtspartie die Möglichkeit, diesen Wert etwas aufzupeppen.

Mit einem Sieg nach 60 Minuten könnte man sich dem Punkteschnitt gegen die Spitzenteams annähern, doch Achtung! Der HCT ist zwar immer noch auf dem letzten Platz klassiert, doch er hat zuletzt deutlich zugelegt und seine letzten fünf Heimspiele allesamt siegreich gestaltet.

Den Anfang nahm die schöne Serie übrigens am 22. Oktober, als der EHCO die Halle mit einem 1:2 nach Verlängerung verlassen musste.

Er könne sich nicht mehr so recht an diese Partie erinnern, meinte Christopher Bagnoud nach dem donnerstäglichen Auftritt gegen Ajoie: «Wir hätten das Spiel aber, glaub ich, früher entscheiden müssen.»

Zu viele Gedanken an den ungenügenden, zu wenig entschlossenen Auftritt im Oktober will man beim EHCO ohnehin nicht mehr vergeuden: «Wir schauen vorwärts und wollen die drei Punkte», so Bagnoud, «egal, ob gegen Thurgau oder irgendeinen anderen Gegner.»

Hauptprobe gelungen

Die Hauptprobe ist den Oltnern und Christopher Bagnoud im Speziellen, jedenfalls gelungen. In einer harzigen Partie konnten gegen Ajoie beim 3:1-Sieg die drei Punkte eingefahren werden, auch dank des ersten Treffers für Grünweiss von Bagnoud.

«Ich bin natürlich froh, dass mir das gelungen ist», zeigte sich der 22-Jährige zufrieden mit sich und dem Abend. Und: «Ich hoffe, dass ich der Mannschaft weiterhin helfen kann, sei dies mit Toren oder dem einen oder anderen Check.»

Wie lange er dem EHCO seine Dienste noch zur Verfügung stellen kann, darauf wusste der Verteidiger allerdings keine konkrete Antwort.

Mit einer B-Lizenz an die Oltner ausgeliehen, kann praktisch jederzeit der Rückruf aus Kloten kommen. «Wenn sie mich brauchen, dann kehre ich zurück – ich wäre bereit dazu. Allerdings», schob er rasch nach, «gefällt es mir hier sehr gut.»

Einer der Pluspunkte in Olten sei bestimmt der Trainer, so der Neo-Torschütze. So profitiere er einerseits von den Trainings, aber auch der perfekten Spielvorbereitung Scott Beatties. «Er versteht es, uns die wichtigsten Infos vor einer Partie zu geben.

Zudem wird er nicht müde, uns auch während des Spiels stets zu helfen.» Am Samstag ab 20 Uhr dürften die Künste des EHCO-Trainers also wieder etwas intensiver erwünscht sein.

Es sei denn, die Spieler lenken die Partie von Anfang an in die gewünschten Bahnen – die Chancen dazu wären (nicht nur) beim letzten Versuch in der «Gütti beinahe im Überfluss vorhanden gewesen.