Cup-Sechzehntelfinal
Der EHC Olten schlägt den unterklassigen EHC Thun nur 6:3 - «Wir haben eine grosse Baustelle»

Ein zeitweise überheblich auftretender EHC Olten leistet sich im Cup gegen den unterklassigen EHC Thun einen Fehlstart, wendet das Blatt aber noch rechtzeitig zu einem 6:3-Sieg. Die Oltner Treffer schossen Mäder, Hohmann, Gervais, Gerber, Schwarzenbach und Muller.

Silvan Hartmann
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EHC Thun - EHC Olten
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Doch der EHC Thun lässt sich nicht irritieren und zeigt ein schönes Spiel.
Und tatsächlich: nach dem ersten Drittel führen die Thuner mit 1:0.
So hat sich der Trainer des EHCO den Spielbeginn sicher nicht gewünscht.
Doch nach einem etwas holprigen Auftakt findet auch der EHC Olten ins Spiel und zeigt, was er kann.
Im zweiten Drittel dreht Olten auf und ist klar die bessere Mannschaft.
Drei Tore des EHCO innert 10 Minuten führen zum 3:1-Spielstand.
Freude beim EHC Olten, die anfänglichen Schwierigkeiten scheinen überwunden zu sein.
Doch die Thuner denken nicht ans Aufgeben und kämpfen weiter.
Nach dem zweiten Treffer der Thuner folgt gleich der nächste der Oltener: 4:2 für den EHC Olten.
In der Schlussphase drehen beide Mannschaften noch einmal richtig auf.
Die Thuner haben sich wacker geschlagen und eine gute Leistung gezeigt.
Nach dem 6:3-Sieg geht es für den EHC Olten nun weiter mit dem Cup-Achtelfinal.

EHC Thun - EHC Olten

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«Schnappt die Mausefalle zu?» Mit viel Optimismus und einer guten Portion Selbstvertrauen fragt der unterklassige EHC Thun in seinem Matchheft vor dem Cup-Sechzehntelfinal nicht etwa danach, wann, sondern viel mehr, ob die Powermäuse das Cupspiel überhaupt für sich entscheiden würden.

Der eine oder andere EHCO-Spieler dürfte ein müdes, ja überhebliches Lächeln übrig gehabt haben, sollten sie vor dem Spiel Wind davon bekommen haben. Denn so traten die Oltner auch zu Beginn der Pflichtaufgabe auf der offenen, überdachten Kunsteisbahn Grabengut in Thun auf: Überheblich, nonchalant, ja zeitweise arrogant.

Der EHC Olten leistete sich ein Startdrittel, das in der Meisterschaft gegen keine der zehn weiteren Swiss-League-Mannschaften ausreichen würde. Sinnbildlich für diese ersten 20 Minuten stand Neo-Verteidiger Stéphane Heughebaert, der nach drei Minuten als hinterster Mann seinen Gegenspieler lockerlässig ausdribbeln versuchte, sich dabei die Scheibe abluchsen liess und mit dem frühen Gegentor bestraft wurde.

Dasselbe Spiel leistete sich Jewgeni Schirjajew 40 Minuten später – und auch er bestrafte sich und sein Team für sein inkonsequentes Handeln mit einem Gegentreffer (43.).

Schwierig bespielbares Eis

Immerhin: Bis zu diesem erneuten Gegentreffer war die Partie in die richtigen Bahnen geleitet worden, hatte der EHC Olten doch nach der ersten Drittelspause den Tritt gefunden und für mehr oder weniger klare Verhältnisse gesorgt. War in der ersten Pause ein Donnerwetter fällig? «Nein, das hat es nicht gebraucht. Aber ein paar harte, deutliche Worte», meinte EHCO-Trainer Chris Bartolone auf die Frage, wie er sich in der ersten Pause verhalten habe.

Die Message von Bartolone kam beim Team an. Wie klar die Rollen schliesslich verteilt waren, zeigten auch die Thuner Fanreaktionen: Die 701 Zuschauer feierten mit der Zeit selbst ein offensiver Rush der Thuner mit kräftigem Applaus. Das Spiel wurde ab der 20. Minute mehrheitlich in der Zone der Thuner ausgetragen.

Aber es gab diese offensiven Vorstösse des MySports-League-Teams eben aus Sicht der Oltner nach wie vor zu oft. Die Oltner liessen auch gegen dieses technisch bescheidene EHC Thun eine defensive Stabilität vermissen.

Immerhin strahlt in diesen Tagen beim EHC Olten die eigene Offensive im Ansatz Zuversicht aus. Unter den sechs Treffern von Mäder, Hohmann, Gervais, Gerber, Schwarzenbach und Muller waren auch ansehnliche Tore der Marke National League zu bestaunen.

Zufrieden durften die EHCO-Spieler nach den 60 Minuten aber dennoch nicht sein. Sie taten sich auf dem überdachten Ausseneisfeld mit den warmen Bedingungen und der schlechten Eisqualität besonders schwer.

Es sollte keine Ausrede sein, meinte Verteidiger und Assistenzcaptain Tim Bucher und sprach Klartext: «Natürlich sind wir erleichtert, dass wir eine Runde weiter sind. Aber wir haben eine grosse Baustelle und das ist unsere eigene Zone. Wir standen noch und nöcher im Schilf. Wir müssen das unbedingt in den Griff bekommen.»

Und das Loch dieser Baustelle hat sich in diesen Tagen noch weiter geöffnet: Daniel Eigenmann fällt mit Adduktorenverletzung vorerst eine bis zwei Wochen aus.

Deshalb hat EHCO-Sportchef Marc Grieder gehandelt und einen Verteidiger verpflichtet. Um wen es sich handelt, will der EHC Olten am Donnerstag bekannt geben.

Thun - Olten 3:6 (1:0, 0:3, 2:3)

701 Zuschauer. – SR Oggier/Ströbel, Altmann/Humair. – Tore: 3. Reymondin 1:0. 23. Mäder (Gerber) 1:1. 29. Hohmann (Grossniklaus) 1:2. 34. Gervais (Hohmann, Horansky) 1:3. 43. Gugelmann 2:3. 47. Gerber (Schwarzenbach) 2:4. 53. Schwarzenbach (Bagnoud) 2:5. 54. Reymondin (Tschudin) 3:5. 55. Muller (Gervais, Rouiller) 3:6. – Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Thun, 1mal 2 Minuten gegen Olten.
Thun: Aschwanden; Lüthi Florian, Schärmeli; Steiner, Studerus; Weber, Keller; Bigler, Giovinetti; Bärtschi, Reymondin, Tschudin; Eicher, Rossel, Lüthi Raffael; Blaser, Gugelmann, Boss; Kübler, Brechbühl, Neff.
Olten: Mischler; Grossniklaus, Rouiller; Barbero, Bagnoud; Bucher, Lüthi; Heughebaert; Horansky, Hohmann, Ulmer; Muller, Gervais, Huber; Haas, Schirjajew, Truttmann; Schwarzenbach, Mäder, Gerber.
Bemerkungen: Olten ohne Eigenmann, Wyss, Zanatta, Schneuwly, Rexha (alle verletzt).

Lesen Sie hier die Partie im Liveticker nach: