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Der EHC Olten leistete sich bei den GCK Lions einen Betriebsunfall

Nach vier Siegen ist die Oltner Erfolgsserie in der neuen Saison im Zürcher Vorort Küsnacht gerissen. Die GCK Lions, die den Puck besser laufen liessen, feierten einen verdienten 4:3-Triumph.

Jürg Salvisberg
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EHC-Olten-Spieler Patrik Bloch (EHC Olten)

EHC-Olten-Spieler Patrik Bloch (EHC Olten)

Giuseppe Esposito

Die Nationalliga B zeigte in Küsnacht wieder einmal ihr manchmal wundersames Gesicht. Nachdem die GCK Lions Thurgau zu Hause 1:4 unterlegen waren und Olten die Ostschweizer auf deren Eis 8:1 gedemütigt hatte, zwangen die Zürcher den scheinbar haushohen Favoriten mit 4:3 in die Knie. Nach zwei Siegen im Penaltyschiessen schaffte es Olten nach einem 0:3- und 2:4-Rückstand diesmal trotz einer klaren Steigerung im letzten Drittel nicht mehr in die Verlängerung. Die Zürcher, die punkto Tormöglichkeiten den Gästen ebenbürtig waren, brachten mit dem Glück des Tüchtigen ihre drei, gewiss nicht gestohlenen Punkte ins Trockene.

Rasch Kommando übernommen

Zwar hatten die Oltner chancenmässig anfänglich noch klar das Kommando, doch mit der Erfolglosigkeit wurden die Angriffsbemühungen der Gäste nicht gerade souveräner. Ganz anders die GCK Lions, die nach einer schnellen Kombination in der 4. Minute durch Chris Baltisberger in Führung gegangen waren. Die Nachwuchsfraktion der ZSC Lions wirkte bald einmal vifer und präsenter als der Favorit, der sich irgendwie nicht mit der frühen Anspielzeit bei spätsommerlichen Verhältnissen anfreunden konnte.

Die Oltner leisteten sich ungewöhnlich viele Fehlpässe sowie mangelhafte Puckannahmen und wirkten im Aufbau im Vergleich zur stets zackigen Heimmannschaft teils etwas pomadig. Dazu gesellte sich noch Pech, wie in der Szene in der 13. Minute, als Meister am Boden dem Puck von Beeler den Weg in den Slot verwehren wollte, dabei die Scheibe aber so unglücklich ablenkte, dass sie unter den Schonern von Kropf hindurch zum 2:0 ins Netz glitt.

Harmlose Powerplays

Die Powerplays der Oltner, die am misslichen Spielstand etwas hätten ändern können, variierten zwischen harmlos, was die Abschlussversuche betraf oder gar gänzlich wirkungslos, wenn nicht mal eine Möglichkeit herausschaute. Ein Pfostenschuss von Timo Koskela, der sich selber als zweiter GCK-Ausländer bei Sportchef Simon Schenk angeboten hatte, deutete in der 25. Minute an, dass die Gastgeber ihr Pulver bei weitem nicht schon verschossen hatten.

Zwar schaffte es just der Finne kurz darauf nicht, den Puck in Überzahl ins völlig offene Gehäuse von Kropf zu bugsieren, doch in der 30. Minute war nach einer 2:1-Angriffssituation das 3:0 durch den Doppeltorschützen Beeler perfekt.

GCK musste sich nicht verstecken

Die Oltner, bei denen oft der allerletzte Pass in den Beinen und Stöcken der Zürcher hängen blieb, bewahrten immerhin ihre Fassung und Hartnäckigkeit. Das Stehvermögen machte sich in der 39. Minute erstmals bezahlt, als Redenbach auf 3:1 verkürzte. Annen, der in der 47. Minute den Anschlusstreffer erzielte, verlieh den Gästen den Punch, um in der Endphase noch einige Touren zuzulegen.

Erstaunlicherweise brauchten sich aber auch die GCK Lions im Finale keineswegs zu verstecken. Als beidseits bloss vier Feldspieler auf dem Eis standen, in den vorangegangenen Spielen eine Ausgangslage für krasse Überlegenheit der Oltner, erhöhte Koskela bei einem Konter auf 4:2. Obwohl der Druck auf den von Wolf gehüteten Kasten kontinuierlich zunahm, sorgten die Einheimischen mit Entlastungsangriffen stets noch für viel Verkehr vor dem Oltner Goalie Kropf. Schild gelang wohl 126 Sekunden vor der dritten Sirene noch das 4:3, doch alle folgenden Efforts der Oltner waren vergeblich.