Aus dem ersten Heimspiel des EHC Olten können Optimisten und Pessimisten ihre Interpretation machen. Dass der letztjährige Qualifikationssieger Ajoie seit nunmehr 120 Minuten kein Tor bei regulärem Bestand zustande brachte, darf sich nach den SCL Tigers nun auch Olten als Verdienst anrechnen. Andererseits brauchte der Playoff-Finalist der letzten Saison auch unendlich lange, um den 3:1-Sieg sicher unter Dach und Fach zu bringen. Dass im Publikum die Optimisten in der Mehrzahl waren, zeigte sich nach Ablauf der 60 Minuten: Die Zuschauer feierten ihren EHCO im verkleinerten Eisstadion von bloss noch drei Seiten frenetisch.

Spielerische einseitig

Die Heimpremiere der Oltner die gegenüber dem Derby auf drei Positionen verändert antraten (Bagnoud kam für Marolf, Wüthrich für Ruhnke sowie Torhüter Bäumle für Tobler), liess sich intensiv an und verlief spielerisch sehr einseitig. Doch die Einbahnstrasse Richtung Ajoie-Goalie Mischler schlug sich im ersten Drittel in keiner Art und Weise im Resultat nieder. Schwarzenbach, Hirt und Feser waren in den ersten Minuten ebenso brandgefährlich wie blitzschnell, doch die jurassischen Maschen konnten sie damit noch nicht beunruhigen. Auch eine 82 Sekunden währende doppelte Überzahl reichte den Platzherren in der 11. Minute noch nicht zum resultatmässigen Vorsprung.

Ajojes Führungstreffer aus heiterem Himmel

Vielmehr stand die Welt im Kleinholz nach einem acht Sekunden länger dauernden doppelten Ausschluss gegen die Einheimischen in der 16. Minute plötzlich dem Kopf, als Barras die Gäste in Front schoss. Das 0:1 war umso überraschender, weil es nach der 0:5-Startniederlage gegen die SCL Tigers eine lange Torlosigkeit der Jurassier beendete. Der Auslöser war dabei ebenso läppisch wie die Entstehung des Gegentreffers an sich: Wegen sechs Feldspielern kassierte Olten die zweite Strafe und Barras’ Puck fand den Weg via Meisters Schlittschuh in den diesmal von Bäumle gehüteten Kasten. Die gegnerische Führung änderte an der Spielanlage vorerst nichts. Die Oltner blieben im ersten Drittel dominant und verzeichneten durch Brunner und Wüst weitere gute Einschussmöglichkeiten.

Der Zwischenstand verlieh den Gästen zusätzlich Energie. Erst die sechste Strafe der Jurassier brachte für das klar spielbestimmende Team durch Schild wenigstens den Gleichstand. Wie ineffizient die Oltner weiterhin agierten, zeigte der Umstand, dass zuvor schon zum zweiten Mal rund anderthalb Minuten in zweifacher Unterzahl für Ajoie schadlos verstrichen waren.

Viel Aufwand, wenig Ertrag

Wer nach dem 1:1 dachte,dass der Knoten gelöst sei, sah sich getäuscht. Die Oltner leisteten auch im dritten Abschnitt zu viel Aufwand für zu wenig Ertrag. Doch immerhin konnten die Gastgeber diesmal noch eine akzeptable Ernte einfahren. Truttmann, der in Langenthal nach drei Assists sich das Topscorer-Leibchen überziehen konnte, verdiente sich in der 52. Minute diese Auszeichnung in einem spielentscheidenden Moment. Von Pargätzi flach angespielt, verwertete der rechte Flügel unter die Latte zum 2:1.

Es sollte das einzige Tor bei beidseits normaler Spielerzahl bleiben. Denn als erneut Truttmann in der 58. Minute den letzten Pass zu Feser gab, dessen Puck zum 3:1 ins Netz fand,waren die Gäste bereits zum neunten Mal dezimiert. Dass die Scheibe via Schlittschuh von Casserini ins Ajoie-Gehäuse eindrang, war die Retourkutsche des Oltner Malheurs, das Ajoie in dieser Partie überhaupt eine Perspektive eröffnet hatte.