Swiss League

Der EHC Olten ist im neuen Jahr noch immer nicht aufgewacht

Der EHC Olten verliert auch sein zweites Meisterschaftsspiel im Jahr 2018. Vier Tage nach der 2:3-Niederlage in Langenthal unterliegen die Powermäuse vor eigenem Publikum dem HC Ajoie mit 1:3. Wie schon in Derby verschlafen die Oltner auch gegen die Jurassier den Start, kassieren in der ersten Minute einen Gegentreffer und finden in der Folge kein Rezept mehr, das Blatt zu wenden.

Das Jahr 2018 ist erst sechs Tage alt. Aber alt genug, dass man sich um den EHC Olten schon ein wenig Sorgen machen muss. In den beiden Meisterschaftsspielen des neuen Jahrs haben die Powermäuse den Tritt noch überhaupt nicht gefunden und sind folglich zweimal als Verlierer vom Eis gegangen. Die Niederlagen an sich waren knapp und gegen starke Gegner, wären also von dem her verkraftbar.

Unkonzentriert, fehlerhaft, unorganisiert

Aber eben: es geht um die Art und Weise, wie die Mannschaft über weite Strecken der beiden Partien aufgetreten ist. Unkonzentriert, fehlerhaft, unorganisiert. Angesichts der Tatsache, dass die Playoffs nur noch etwas mehr als sechs Wochen entfernt sind, stimmen diese Unzulänglichkeiten nachdenklich. Zumal man die vielen Verletzungen nur noch bedingt als Entschuldigung zählen lassen kann. Zu den Schwachpunkten gegen Ajoie gehört unter anderem eine Sturmlinie, die in dieser Besetzung schon fast die ganze Saison gespielt hat.

Dass das Sturmtrio mit Cedric Schneuwly, Ueli Huber und Silvan Wyss sowohl beim ersten Treffer der Ajoulots durch Philipp Wüst nach 23 Sekunden als auch beim entscheidenden 1:2 in der 54. Minute durch Jonathan Hazen auf dem Eis stand, ist kein Zufall. Die Drei verkörpern ein wenig den EHCO Jahrgang 2018. In der Offensive bleibt vieles Stückwerk und basiert auf dem Prinzip Zufall. Und in der Defensive gehen dafür immer wieder Ordnung und Übersicht verloren, so dass der Gegner kinderleicht in die Zone vor dem Oltner Tor gelangt.

Es ist der Mannschaft von Headcoach Bengt-Ake Gustafsson zu gute zu halten, dass sie in der Lage ist, sich in Partien, die nicht nach Wunsch laufen, zurückzukämpfen. Aber gegen die disziplinierten Ajoulots glich dies über weite Strecken einem planlosen Anrennen mit nur sehr wenigen, zwingenden Torchancen. Joel Fröhlichers Ausgleichstreffer im Powerplay (25.) blieb für den EHCO das einzige Erfolgserlebnis. Die weiteren vier Powerplay-Gelegenheiten verstrichen ungenutzt. Auch da waren die spielerischen Defizite offensichtlich und das Prinzip Zufall Trumpf.

Solide Premiere von Brian Ihnacak

Trotz der zwar kämpferisch ordentlichen, aber letztlich halt doch ungenügenden Leistung der Mannschaft zeigte der neue EHCO-Ausländer Brian Ihnacak ein paar vielversprechende Aktionen. Der Italo-Slowake wirkt sehr pucksicher und verfügt über eine gute Spielübersicht. Devin Muller vergab in der Schlussphase, als die Oltner nach dem 1:2 endlich mit dem Mute der Verzweiflung das Ajoie-Tor bestürmten, eine hervorragende Chance nach herrlicher Vorarbeit Ihnacaks. Doch letztlich konnte auch der neue Olten-Söldner nichts an der Niederlage ändern.

Bereits am Sonntag (15.45 Uhr) haben die Oltner die Gelegenheit, sich für die Ajoie-Niederlage zu revanchieren. In Küsnacht treffen die Powermäuse auf die GCK Lions. Bleibt die Hoffnung, dass der EHC Olten endlich aufwacht und im neuen Jahr ein erstes Ausrufezeichen zu setzen vermag. Denn alles andere als ein Sieg würde die Alarmglocken noch etwas lauter schrillen lassen. 

Lesen Sie hier das Spiel im Liveticker nach:

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