Die letzte Minute im 45. und letzten Qualifikationsspiel zwischen Olten und Visp war soeben angebrochen, da ereignete sich Eigenartiges auf dem Kleinholzeis. Gästekeeper Reto Lory verliess beim Stand von 3:3 sein Gehäuse und machte einem sechsten Feldspieler Platz. Für die Visper ging es um Alles oder Nichts, sprich um Qualifikationsrang 4, lag der SC Langenthal zu diesem Zeitpunkt in Basel doch entscheidend mit 0:2 im Hintertreffen. Nur mit einem Sieg in der regulären Spielzeit hätten die Visper noch am SCL vorbeiziehen können und setzten so auf die Karte Risiko.

In der genau gleichen Situation befand sich aber auch der EHCO. Da Lausanne in Sierre vor einem ungefährdeten Sieg stand, war auch er auf die volle Punkteausbeute angewiesen, um nicht im letzten Moment noch hinter die Waadtländer zurückzufallen. Visp verlor also gewissermassen diese Nervenprobe und kassierte für seinen Entscheid prompt die Quittung: Pascal Annen erlöste sein Team und die 3000 Fans eine halbe Minute vor Schluss mit der vierten, diesmal endgültig entscheidenden Führung in diesem packenden Vorplayoffspiel.

Diego Schwarzenbach in Form

Der finale zweite Rang jedoch hatte richtiggehend erduldet werden müssen. Dabei zeigten sich die Gastgeber in vielen Belangen erstarkt im Vergleich zum Spiel vom Freitag, sie spielten aggressiver, ja kompromissloser als noch gegen Langenthal, mit ungemein viel Zug nach vorne. So beispielsweise Patrick Parati, der einen energischen Sololauf (12.) mit dem ersten Treffer für den EHCO abschloss. Es war aber auch der Abend von Diego Schwarzenbach, Passgeber beim alles entscheidenden 4:3, aber auch glücklicher Penaltyschütze zum zwischenzeitlichen 2:1.

Kurios, dass das 2:2 durch Dolana, fünf Sekunden vor der zweiten Sirene und bei Oltner Überzahl, ebenfalls auf Penalty fiel. So spät der entscheidende siebte Treffer der Partie schliesslich glückte, so verdient war er über die gesamten 60 Minuten gesehen. Mit dem einen, dafür entscheidenden Makel für den EHCO: Topskorer Marty Sertich kehrte im zweiten Drittel nicht mehr aufs Spielfeld zurück und musste später gar mit der Ambulanz ins Spital überführt werden. Zwar in erster Linie zur Überwachung, wie nach dem Spiel Geschäftsführer Peter Rötheli konkretisierte. Dennoch verleiht der Gesundheitszustand des quirligen Spielmachers dem so erfreulichen letzten Quali-Auftritt der Oltner einen äusserst bitteren Nachgeschmack.