NLB
Der EHC Olten deklassiert Winterthur

Die Serie des EHC Winterthurs wächst auf 11 Spiele ohne Sieg an. Der EHC Olten fertig die Zürcher mit 10:1. Bereits nach dem ersten Drittel stand es 6:1.

Klaus Zaugg, Olten
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Olten gibt sich gegen Winterthur keine Blösse.

Olten gibt sich gegen Winterthur keine Blösse.

Hansruedi Aeschbacher

Dieser unterhaltsame Hockey-Sonntagabend provoziert Fragen über Fragen. Was ist nun das wahre Olten? Das Olten, das aus 12 Schüssen im ersten Drittel 6 Treffer erzielt? Ein Olten also, das mit so viel Kaltblütigkeit im Abschluss selbst jede NLA-Abwehr in Angst versetzen könnte? Oder ist es das Olten, das nach dem 6:1 gegen die schwächste NLB-Verteidigung während einer geschlagenen halben Stunde (22:13 Min. bis 53:30 Min.) keinen einzigen Treffer zustande bringt? Ein Olten also, das gegen eine nur halbwegs konzentrierte NLA-Abwehr völlig chancenlos wäre?

Trainer Heikki Leime sagt, das wahre Olten sei wohl eher jenes, das man zu Beginn der Partie gesehen haben. «Jeder wusste nach dem 6:1, dass die Partie gelaufen ist. Da kann der Trainer sagen, was er will.» Er sei alles in allem zufrieden. «Obwohl so früh alles klar war, haben wir diszipliniert weitergespielt. Es hat ein paar Szenen gegeben, die mit sehr gut gefallen haben.» Er meint die Tore, die seine Jungs nach schnellem Rhythmuswechsel herausgespielt haben, ganz speziell das 8:1 durch Philipp Wüst. Dieser Treffer in der 54. Minute war der Auftakt zu einem Finale, das Cédric Schneuwly teuer zu stehen kommt. Er musste hinterher gleich zwei Runden Bier für die ganze Mannschaft spendieren.

Eine für den Treffer zum «Stängeli» (10:1) und einen für den Hattrick. «Das ist so abgemacht.» Zum ersten Mal hat er in der NLB in einem Spiel drei Treffer erzielt. Der Schlussspurt, der Wille, dieses «Stängeli» doch noch zu vollenden, war auffallend. «Wir wollten den 10. Treffer unbedingt» erzählt Schneuwly. «Wir sagten untereinander auf der Bank: Los, dieses Tor machen wir noch. Eigentlich wollten wir, dass Philipp Wüst die Runde Bier zahlen muss. Er ist bei dem Treffer mit mir gegen das Tor gelaufen und ich wollte ihm den Puck zuspielen. Aber er sagte: Go! Go! Und so habe ich halt selber den Abschluss gesucht.» Cédric Schneuwly ist übrigens mit den Fussballspielern Marco und Christian Schneuwly verwandt. «Weit draussen» erzählt er. «So viel ich weiss, waren unsere Grossväter Cousins.»

Es ist diese Saison erst das zweite «Stängeli» in der Nationalliga (das andere ist das 10:1 von Ajoie gegen GC) und der erste zweistellige Sieg der Oltner seit dem 9. Januar 2014. Damals ist der SC Langenthal mit 11:2 (2:1, 5:1, 4:0) überrollt worden – und auch damals waren die Oltner, so wie am Sonntag, 0:1 in Rückstand geraten.

Die Partie gegen den Aufsteiger war it dem 3:1 nach knapp sechs Minuten entschieden. Auf den ersten Blick eignet sich dieses Spiel daher kaum für eine Analyse auf eine mögliche Playoff-Tauglichkeit. Aber auf den zweiten Blick lieferte dieses Spiel doch eine erfreuliche Bestätigung für eine ganz besondere Qualität der Oltner: die offensive Ausgeglichenheit. Die nominell dritte Linie mit Philipp Wüst, Cédric Schneuwly und Remo Hirt hat vier Treffer erzielt.

Der EHC Olten ist das einzige NLB-Team, das mit drei verschiedenen Formationen Powerplay spielen kann. Manchmal mahnt diese «Offensiv-Maschine», diese Fähigkeit, den Druck aufrechterhalten zu können, ein wenig an die ZSC Lions. Es wird in den Playoffs für die Gegner nicht einfach sein, ein taktisches Konzept zu entwickeln. Sich auf die ausländischen Stürmer zu konzentrierten (was etwa gegen den SC Langenthal ein Konzept ist) wird gegen Olten kaum helfen.

Am Sonntag waren die beiden ausländischen Stürmer bei den Oltner Offensiv-Festspielen bloss Statisten. Die Statistiker notierten 25 Skorerpunkte für die Oltner – aber nicht einen einzigen für Eric Beaudoin und nur drei für Justin Feser.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker: