Nach zwei Niederlagen feierte der EHC Olten auf Schoren in Langenthal endlich den ersten Derby-Sieg in dieser Saison. Die Oltner waren in jeder Beziehung überlegen und hätten gar noch höher gewinnen können, hätten sie bereits im ersten Drittel ihre Dominanz in mehr Tore umgemünzt.

Denn nur ein Treffer, erzielt von Verteidiger Romano Pargätzi in der 17. Minute unmittelbar nach einem Langenthaler Powerplay, war im Startabschnitt eine viel zu magere Ausbeute.

Diego Schwarzenbach (scheiterte schon in der 2. Minute alleine vor Eichmann), Shayne Wiebe (sah seinen Schuss in der 5. Minute während eines Powerplays vom SCL-Keeper gehalten), Remo Meister (schoss nach einer Musterkombination in der 10. Minute nur knapp daneben) und Martin Wüthrich (fand in der 18. Minute nur kurz nach dem 0:1 in Eichmann seinen Meister) hätten schon früh für eine Vorentscheidung sorgen können.

Die sichtlich desorientierten Langenthaler hingegen kamen kaum mal zu einer Chance. Die beste vergab Routiner Guyaz kurz vor der ersten Pause, doch Tobler hielt den Slapshot des Verteidigers von der blauen Linie sicher.

Hohe EHCO-Effizienz

Standen Aufwand und Ertrag in den ersten 20 Minuten beim EHCO in keinem Verhältnis, so überzeugten die Gäste im Mitteldrittel mit umso grösserer Effizienz. Paradoxerweise bauten die Oltner ihren Vorsprung just zu einem Zeitpunkt aus, als sich das Spielgeschehen langsam ausglich.

Grund dafür waren zum einen die unglaubliche Kaltblütigkeit der Gäste und zum anderen vier Tore zu psychologisch wichtigen Momenten.

Das 2:0 schoss Philipp Wüst nur 26 Sekunden nach Wiederbeginn. Marco Truttmanns 3:1 aus einem Gewühl vor Eichmann heraus kam nur 94 Sekunden, nachdem Guyaz während eines Ausschluss von Snell) auf 1:2 verkürzt hatte.

Beim 4:1 dauerte das Oltner Powerplay bei einer Strafe gegen Carbis ganze vier (!) Sekunden, ehe Topscorer Shayne Wiebe traf – und SCL-Trainer Olivier Horak zu einem Time-out provozierte.

Das 5:1 erzielte wiederum der letztjährige Topscorer Truttmann, der damit einziger Doppeltorschütze war, nur sechs Sekunden, nachdem er von der Strafbank zurückgekehrt war.

SCL-Gefahr (fast) nur von Guyaz

Während die Oltner im Mitteldrittel mit ihrer nahezu 100-prozentigen Chancenauswertung glänzten, hatten die Platzherren auch nach Guyaz’ vorübergehendem Anschlusstreffer durchaus noch ihre Chancen.

So scheiterte etwa Kelly in der 30. Minute alleine vor Tobler. Und auch einen gefährlichen Distanzschuss Guyaz’ in die hohe Ecke hielt der EHCO-Keeper souverän.

Immerhin blieb den Oberaargauern die leise Genugtuung, dank eines Treffers von Müller in der 58. Minute wenigstens das letzte Drittel für sich entscheiden zu können. Einen nicht unwesentlichen Anteil an diesem Langenthaler Teilerfolg hatte allerdings auch Marco Truttmann.

Denn nach dem 2:5 ersetzte SCL-Trainer Horak Goalie Eichmann für die letzten 65 Sekunden durch einen sechsten Feldspieler. Prompt kam Truttmann in Puckbesitz, wartete aber so lange mit dem Schuss auf das leere Tor, bis ihm die Scheibe weggespitzelt wurde.

Es war dies jedoch der einzige kleine Oltner Wermutstropfen an einem Abend, an dem fast alles andere gelang.