Der EHC Olten hat im richtigen Moment zur so gefährlichen Mischung aus Tempohockey und Aggressivität zurückgefunden und sich mit einem am Ende ungefährdeten 4:2-Sieg für die Halbfinals qualifiziert. Und das gegen eine Visper Mannschaft, welche von vielen unterschätzt worden sei, sagte Heikki Leime nach der Partie. «Wir haben sie am Nachmittag vor dem Spiel noch einmal gemeinsam analysiert: Visp hatte wirklich ein gutes Team, mit starken Einzelspielern.»

Dass es schliesslich zum Weiterkommen gereicht hat, das sei, so der EHCO-Trainer, keine Selbstverständlichkeit. Vielmehr musste seine Mannschaft auch im letzten Vergleich mit den Wallisern noch einmal alles in die Waagschale werfen, um den durch die Paradelinie erarbeiteten Vorsprung über die Zeit bringen zu können.

Truttmann, Mister Powerplay

Für Remo Meister gab am Ende die Qualität in den eigenen Reihen den Ausschlag zum positiven Ausgang. «Wir waren viermal besser parat als sie, das war entscheidend.» Auffallend über die ganze Serie war, dass die Oltner vor allem in den wichtigen Spielen die Oberhand behielten. Sie gewannen die ersten beiden Begegnungen zum Auftakt ebenso wie Spiel 5, als sie, nach dem 2:2-Ausgleich der Visper, unter Druck geraten waren. «Druck ist unser Freund», hatte Heikki Leime vor Spiel 7 gesagt, «ich bin sicher, dass wir diesem standhalten können.» Und genau so war es.

Der EHCO knüpfte von der ersten Minute am letzten Heimauftritt vom Freitag an, setzte den Gegner mit seinen schnellen Vorstössen unter Druck und nutzte seine Möglichkeiten dank einer bärenstarken ersten Linie um Topscorer Justin Feser regelmässig aus.

Dabei zeigte sich einmal mehr, wie wichtig ein Marco Truttmann für die Mannschaft ist. «Er wird in Olten noch immer von ein paar Leuten unterschätzt», war Leime froh um die Rückkehr seines Offensiv-Künstlers. «Er machte vor allem im Powerplay den Unterschied; das funktioniert mit ihm wie selbstverständlich.» Der Trainer sah aber noch einen anderen Punkt, welchen man, gegenüber dem letzten Auftritt in Visp, entscheidend habe verbessern können: das Spiel in den Ecken. «Wir wussten genau, dass wir da zu wenig gearbeitet hatten. Im siebten Spiel agierten wir besonders in diesem Bereich härter, blieben am Gegner dran und holten uns dadurch viele Scheiben zurück.»

Trainer Leime gefällt der Gesamteindruck

Entscheidend war am Ende, dass die Oltner nicht von ihrer Linie abgewichen sind und ihr aufwendiges Spiel bis fast ganz zum Schluss durchgezogen haben. «Wir sind nie Panik in ausgebrochen», war Leime sehr zufrieden über den Gesamteindruck, welcher seine Mannschaft über die 60 Minuten hinterlassen hatte.

Einzig vor dem Tor zum 4:2 (39.) verloren die Oltner kurz den Faden, fanden im letzten Abschnitt aber wieder zu ihrem sicheren Kombinationsspiel zurück und mussten dem Gegner nur wenige klare Chancen zugestehen. Jetzt wartet in den Halbfinals der HC Ajoie, der sich in sechs Spielen gegen La Chaux-de-Fonds durchsetzte.