Freestyle-Skifahren
Der doppelte Leon ist auf der Suche nach dem Abnormalen

Vier Erwachsene und die beiden Kids erzählen. Alles dreht sich ums Skifahren. Leon Ingold (9) und Leon Bürgi (10) sind ganz nervös. Es ist ihr erster Interview-Termin.

Michael Lüthi
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Das coole Freestyle-Duo aus Kestenholz: Leon Ingold (links) und Leon Bürgi. mlr

Das coole Freestyle-Duo aus Kestenholz: Leon Ingold (links) und Leon Bürgi. mlr

Zu Hause bei der Familie Ingold in Kestenholz. Ausnahmezustand. Der Grund: der doppelte Leon.

Wirbelwind und Energiebündel

Der kleine Blondschopf (Ingold) ist ein echter Wirbelwind, ein Energiebündel, kaum zu stoppen. Der andere Leon ist eher ruhig, aber auch einer, bei dem immer etwas laufen muss. So ergänzen sich die beiden perfekt.

Die zwei Leons sind die jüngsten Freestyle-Skifahrer im gesamten Mittelland. «Wir wollten mal etwas anderes machen, als einfach nur geradeaus fahren», sagt Leon Ingold. Die beiden Familien sind eng befreundet. Aber die Namen der beiden Ski-Asse sind nur zufällig die gleichen. Ingolds Mutter wurde im Internet auf das Freestyle-Skifahren aufmerksam und hat ihren Sprössling mal zum Freestyle Team Fricktal ins Training geschickt.

«Das war eher Zufall, eigentlich habe ich ja nach etwas Verrücktem mit Velos gesucht», sagt sie. Und der kleine Leon hat seinen Freund Leon gleich mitgenommen. Halfpipe, Slope-Style (Parcours mit Sprüngen und Hindernissen) und Big-Air (Sprünge über grosse Schanzen) sind die drei Disziplinen, die der doppelte Leon betreibt.

«One-Eighty»

Geübt wird im Sommer in erster Linie auf dem Trampolin, ab und zu geht es auch mal auf eine Wasserschanze. Im Winter können die beiden Flachländer dann in den Bergen ihr Können auf den Ski zeigen. Neben zwei Trainingslagern wird das unzertrennliche Duo einmal pro Woche zum Schneetraining gehen. «Ich kann schon einen One-Eighty», sagt Leon Ingold. Er wirft mit englischen Ausdrücken um sich und ist mächtig stolz. «Ich kann diesen Sprung auch», sagt der andere Leon.

«Leon Ingold ist auf dem Trampolin ein grosses Talent. Aber auch Leon Bürgi hat grosse Fortschritte gemacht. Das Talent ist sicher bei beiden vorhanden», sagt Daniel Hilpert, Trainer beim Freestyle Team Fricktal. Ob die beiden Schüler dem Sport treu bleiben, steht freilich noch in den Sternen. Lohnen würde es sich allemal: Die Wettkämpfe im Slope-Style und in der Halfpipe sind ins olympische Programm aufgenommen worden.

Auf der Suche nach Abnormalem

Irgendwie sind die beiden in der richtigen Sportart gelandet. «Sie sind immer auf der Suche nach dem Abnormalen», sagt Vater Bürgi. Und beim Freestyle-Skifahren gehts wirklich ganz schön zur Sache. Das ist Ski fahren für Extreme, Ski fahren für Verrückte. Das nächste grosse Ziel ist der Salto im Schnee. Allzu lange dürfte der nicht mehr auf sich warten lassen. «Vielleicht schon in diesem Winter», sagt der Trainer.

Ganz wild, ja ganz verrückt sind die beiden auch auf ein Foto für die Zeitung. Die coolen Posen haben sie schon drauf. Dann wollen sie unbedingt noch eine Performance auf dem Trampolin vorführen. Ganz schön krass. Dem Betrachter wirds schon nur vom Zuschauen schlecht.