Unihockey NLA

Der Dauerbrenner: Gewinnt Matthias Hofbauer mit Wiler-Ersigen seinen 10. Meistertitel?

Wiler-Ersigens Legende Matthias Hofbauer führt seine Karriere fort.

Matthias Hofbauer trifft heute im Superfinal (20.15 Uhr) mit Wiler-Ersigen auf GC. Entgegen den Erwartungen wird es nicht der letzte Auftritt der 37-jährigen Vereinslegende.

«Das wird meine letzte Saison», gab Matthias Hofbauer dieser Zeitung im Dezember vergangenen Jahres bekannt. Steht also mit dem heutigen Superfinal gegen GC (20.15 Uhr) das Abschiedsspiel der Schweizer Unihockeylegende an? Mitnichten!

Anfang dieser Woche die Kehrtwende: Matthias Hofbauer hängt doch noch mindestens eine Saison an. «Mir fehlen ehrlich gesagt die Gründe, aufzuhören. Ich bin beschwerdefrei und fühle mich noch fit. Zudem verspüre ich immer noch grösste Lust, den Unihockeysport weiter auf diesem Niveau auszuüben.»

Gedanken an einen Rücktritt begleiten ihn allerdings schon seit mehreren Jahren: «Ich habe für mich schon paar Mal gedacht, das ist jetzt die letzte Saison. Letztes Jahr habe ich es einfach öffentlich gesagt.»

Dynamischer und schneller

Viele seiner langjährigen Weggefährten, darunter auch sein Bruder Christoph, beendeten bereits ihre Karriere aufgrund von Verletzungen. Von solchen blieb Hofbauer bisher verschont. «Ein Stück weit ist das auf meinen ökonomischen Spielstil zurückzuführen. Indem ich versuche, das Spiel zu lesen, vermeide ich unnötige Laufwege und mache vielleicht weniger abrupte Stopps.»

Andererseits habe er sich in jungen Jahren eine körperliche Robustheit zugelegt, von der er bis heute profitiert. «Und ein bisschen Glück gehört natürlich auch dazu», sagt er und schmunzelt. Matthias Hofbauer ist seit den Anfängen, als der Sport noch in den Kinderschuhen steckte, dabei. Als er 1997 das erste Mal in der NLA für Wiler-Ersigen auf dem Platz steht, ist rund die Hälfte seiner derzeitigen Mitspieler noch gar nicht auf der Welt.

Im Schweizer Unihockey hat sich seither einiges getan. «Das Spiel ist viel dynamischer und schneller geworden.» Aber auch abseits des Spielfelds sind die Unterschiede zu früher beträchtlich: «Als ich 2004 das erste Mal beim SRF im ‹Sportpanorama› zu Besuch war, ging es in erster Linie darum, den Sport zu erklären.» Heuer, 2019, werden je ein Playoff-Spiel und der Superfinal live auf SRF zwei übertragen.

Der Erste war der Schönste

Eben diesem Superfinal stand der bald 38-jährige Bätterkinder bei der Einführung vor vier Jahren skeptisch gegenüber: «Meine Befürchtung, dass es vielmehr Zufallsmeister geben könnte, traf zum Glück nicht ein. Sportlich gesehen ist aber das Gefühl, eine Playoff-Final-Serie für sich zu entscheiden, nicht zu ersetzen.»

Matthias Hofbauer blickt auf den ersten Superfinal zurück.

Dieses Gefühl des Meisterwerdens ist Hofbauer alles andere als fremd. Nicht weniger als neun Meistertitel feierte er mit seinem Heimatverein, dem er abgesehen von zwei Abstechern nach Schweden stets die Treue hielt. Trotz dieser Häufigkeit von Triumphen vermag der Altstar einen besonders hervorzuheben. «Der erste Meistertitel 2004 war unbeschreiblich. Seit meinem Debüt 1997 hatten wir im Verein auf dieses Ziel hingearbeitet.» Für den heutigen Serienmeister war es der erste Titel, seither kam fast jedes Jahr ein weiterer hinzu.

Offener Superfinal

In der Garderobe gehört Hofbauer mittlerweile zu den Alten. «Ich fühlte mich schon alt, als die ersten Spieler mit einer Neun im Jahrgang in der ersten Mannschaft aufliefen. Heute blende ich das aus.» Eine Vorbildfunktion übt er nicht bewusst aus. «Ich versuche den Jungen aber gewisse Werte wie Bescheidenheit oder Hartnäckigkeit zu vermitteln.»

Mit den GC wartet heute im Superfinal ein Gegner auf Augenhöhe. Die Zürcher beendeten die Qualifikation vor Wiler-Ersigen auf dem ersten Rang. Während Wiler-Ersigen die beiden Duelle in der Qualifikation für sich entschied (5:3, 6:2), unterlag man dem gleichen Gegner im Cup-Viertelfinal (2:6). «Die Ausgangslage ist recht offen. Qualitätsmässig hebt sich keine Mannschaft von der anderen ab, aber GC ist eine Wundertüte.»

Anders als Serienmeister Wiler-Ersigen hat GC erst einen Meistertitel auf dem Konto. Dass GC darum titelhungriger sein könnte und bei Wiler-Ersigen langsam, aber sicher ein Sättigungsgefühl eingetreten ist, glaubt Hofbauer nicht. «Viele junge Spieler in unserem Team haben noch keinen Meistertitel gewonnen.

Aber auch bei uns erfahrenen Spielern ist der Erfolgshunger noch immer da.» Nicht zuletzt weil Wiler-Ersigen für einmal nicht der amtierende Meister ist. Und zwei aufeinanderfolgende Jahre ohne Meistertitel wäre ein Novum seit der Titel-Premiere vor 15 Jahren.

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