Die Vorfreude auf den Cup-Viertelfinal gegen das NLA-Team GC ist riesig, sagt Derendingen-Trainer Urs Bühler: «Der Cup-Match ist ein Geschenk, das wir uns selber gemacht haben. Das wollen wir geniessen. Wenn wir mit Freude und Leidenschaft auftreten, ist alles möglich.» GC gehört zu den besten acht Klubs der Schweiz und ist in der NLA aktuell auf dem fünften Platz rangiert. Die Derendingerinnen liegen in der NLB auf dem dritten Platz.

Die Differenz zwischen den beiden Ligen ist laut Bühler sehr gross. «Rein vom Tempo und der Effizienz her müsste GC klar besser sein», wägt er ab. Den psychologischen Faktor, das Momentum, sieht er eher auf der Seite seiner Spielerinnen: «Wir sind in einer sehr guten Verfassung. GC hatte zuletzt etwas Mühe. Sie kommen nicht richtig auf Touren.» Nur zwei von zehn Meisterschaftsspiele gewannen die Grasshoppers.

Von der 3. Liga in die NLA

Die Frauen des SC Derendingen blicken auf zehn ereignisreiche Jahre zurück. Im Sommer 2008 stiegen sie von der 3. in die 2. Liga auf. Mit dem Punktemaximum aus 20 Spielen und einem 121:11-Torverhältnis. Drei Jahre später nahmen sie mit dem Aufstieg in die 1. Liga die nächste Hürde. Nach zwei vierten Plätzen war der NLB-Aufstieg im Sommer 2014 Tatsache. Zwei Jahre später gings rauf in die höchste Spielklasse, womit der bisherige Höhepunkt in der Vereinsgeschichte geschrieben war.

Die einzige Saison in der NLA endete indes in einem Fiasko. Nur ein Punkt schaute während der ganzen Saison heraus. Die Folgen waren der direkte Wiederabstieg sowie gleichzeitig auch ein grosser Umbruch: Verjüngung war angesagt. Deshalb bezeichnet Bühler 2017/18 als Saison der Konsolidierung: «Wir mussten uns wieder fangen und neu orientieren.» Das Ziel, nie in den Abstiegsstrudel zu geraten, erreichte seine Equipe mit Platz sieben souverän.
«Da das Team im Sommer zusammengeblieben ist, haben wir das erste Ranglistendrittel intern als Ziel für die neue Saison formuliert», verrät Bühler.

Urs Bühler, Trainer SC Derendingen: «Da das Team im Sommer zusammengeblieben ist, haben wir das erste Ranglistendrittel intern als Ziel für die neue Saison formuliert.»

  

Beste Abwehrreihe in der NLB

Nach zehn Runden präsentiert sich die NLB dreigeteilt. An der Spitze ein Quintett, dahinter ein Dreier-Mittelfeld und zwei schon deutlich abgeschlagene Klubs unter dem Strich. Derendingen auf Platz drei liegt zwei Punkte hinter dem Spitzenduo Zürich U21 und St. Gallen-Staad zurück. «Ich bin sehr zufrieden, die Leistungen waren toll», zieht Trainer Bühler Bilanz. Mit nur elf Gegentoren stellt der SCD die beste Abwehrreihe der NLB. «Dank unseres 4-2-3-1-Systems stehen wir in der Defensive sehr kompakt», erklärt Bühler. «Wenn wir den Ball verlieren und nicht gleich zurückerobern können, gehen wir sofort in die Grundorganisation zurück. Wir machen die Mitte dicht und lenken den Gegner auf die Aussenbahnen.»

Die taktische Aufstellung sieht auf dem Papier zwar defensiv aus, wird aber offensiv interpretiert: «Wir versuchen, hochzustehen und früh anzugreifen, damit der Weg zum Tor nach der Balleroberung kurz ist.»

Vier Ernstkämpfe vor Weihnachten

Noch vier Spiele stehen vor der Winterpause an. In der Liga warten Worb (4.), Thun (5.) und Küssnacht (9.). Mit Worb hat der SCD noch eine Rechnung offen, das Spiel in der Vorrunde ging mit 1:2 verloren. Gegen Thun gewann die Bühler-Elf mit dem identischen Resultat: «Es werden zwei schwierige Spiele, vor allem aus mentaler Sicht. Mittlerweile sind wir mental sehr stabil und wissen, dass wir gut genug sind, an der Spitze mitzuspielen.» Hinsichtlich des Spiels gegen Küssnacht liege die Herausforderung darin, den Tabellenvorletzten nicht zu unterschätzen.

Jetzt liegt der Fokus zuerst auf dem Cup-Knüller vom Samstag. Das Spiel findet um 19 Uhr auf dem Kunstrasenplatz beim Stadion in Solothurn statt. Auf dem Weg in die Viertelfinals schalteten die Derendingerinnen den Erstligisten Courgevaux (2:1), den Drittligisten Salgesch (13:0) und im Achtelfinal den Liga-Konkurrenten Schlieren (4:2) aus. Nun träumen sie vom Halbfinal. Die Gedanken an den GC-Match wurden in den letzten Wochen bewusst zur Seite geschoben. «Wir wollten uns auf die Liga konzentrieren», so Bühler. «Seit dem Montagstraining ist die Vorfreude bei den Spielerinnen deutlich spürbar.»