SC Langenthal
Der Captain richtets in der Verlängerung

Der SC Langenthal gewinnt zum fünften Mal in Serie – mit 5:4-Toren nach Verlängerung Eishockey

Daniel Gerber
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Wenige Minuten waren nach dem samstäglichen 9:4-Triumph in der Eishalle verstrichen, als SCL-Stürmer Stefan Tschannen mahnte, dass es schwer werde, sich auf den kommenden Dienstag neu zu konzentrieren. Auch wenn man wisse, dass man den Gegner nicht unterschätzen dürfe, «das Resultat bleibt im Hinterkopf, wir müssen diesen Sieg vergessen und abhaken.» Denn Thurgau zeigte auch gestern Abend, dass es in der Offensive gefährlich ist – vor dem Match hatten die Ostschweizer mehr Tore verbucht, als der aufstiegslüsterne Lausanne HC oder der amtierende Qualisieger EHC Visp. Davor hatte Daniel Carbis gewarnt: «Sie werden wie die Feuerwehr aus der Kabine kommen und versuchen, uns früh einen reinzuhauen.»

Genau so sollte es kommen, nach sechs Minuten lag das Heimteam bereits mit zwei Toren vorne. «Wir waren einfach nicht wach», sagt SCL-Verteidiger Andrea Wegmüller. Thurgaus Mängel freilich finden sich nicht in der Offensive, sondern in der Hintermannschaft. Das Schlusslicht kassiert mit Abstand am meisten Tore, mehr als fünf im Schnitt. Es dauerte keine dreissig Minuten, ehe Langenthal mit 4:2-Toren führte, angeführt von einem schaffensfreudigen Brent Kelly, der mit einem Shorthander den Ausgleich erzielte und zudem die jeweils ersten Assists zum 1:2-Anschluss sowie zur 3:2-Führung vorlegte.

Gewonnen war damit noch nichts, denn – wie erwähnt – nach vorne zeigt sich Thurgau öfters gefährlich. Der SCL vermochte die Führung nicht mehr auszubauen oder zumindest schadlos durchs Schlussdrittel zu manövrieren. Und so gelang Thurgau fünf Minuten vor Schluss der Ausgleich. «Beim Stande von 4:2 müssen wir das fünfte Tor schiessen, stattdessen haben wir sie noch mal kommen lassen, das 3:4 hat ihnen Auftrieb gegeben», bilanziert Andrea Randegger.

Das hätte nach einem Zweitore-Vorsprung im Schlussdrittel beim Schlusslicht nicht mehr passieren sollen. Im Power-Play gelang schliesslich nach 83 Sekunden Verlängerung der Entscheid, Stefan Tschannen traf zum 5:4 für Langenhtal, zum fünften Sieg in Serie, bei dem auch drei Punkte möglich gewesen wären.

Erstmals für den SCL spielte Thomas Walser (ex-Rappi, Zug und Kloten), der zuletzt bei den Pikes EHC Oberthurgau in der 1. Liga spielte. Gestern trat der 28-jährige Stürmer in der vierten und dritten Linie an. «Am Freitagabend packte ich meine Sachen in Romanshorn», erinnert sich Walser. «Der Wechsel von der NLA in die 1. Liga war ein zu grosser Schritt, mir fehlte das Kribbeln in der Garderobe.» Nun wolle er so schnell wie möglich den Rhythmus finden und mit Kampfgeist und willen zum Gelingen beitragen.