Sechs Spieler haben den FC Olten, den Tabellenvierten der 2. Liga inter, in der Winterpause verlassen. Volkan Gülen, Fabian Souto, Tugay Tugan und Ersatzgoalie Buntrint Demaj kamen in der Vorrunde nur zu wenigen Teileinsätzen. Deutlich mehr ins Gewicht fallen die Abgänge von Ardit Shaqiri und Tunahan Canik.

Mit acht Toren war der 23-jährige Canik in der Vorrunde Oltens mit Abstand bester Skorer. «Über den Wechsel wurde ich vom Präsidenten des NK Pajde telefonisch informiert», kann FCO-Trainer Juan Castro seinen Ärger nicht ganz verbergen.

Dass Canik, ein Enfant terrible, das in den letzten Jahren häufig für Diskussionen sorge, wechselt, überraschte Castro nicht. Eher der Umstand, dass es den Stürmer nach Möhlin zum NK Pajde zieht. «Ich zwinge keinen zum Bleiben», sagt Castro. «Wenn er nach der besten Vorrunde seiner ganzen Karriere wechseln will, wünsche ich ihm viel Glück. Die Gründe liegen auf der Hand.»

Damit deutet er an, dass Canik von seinem neuen Klub für den Wechsel sehr gut entlöhnt wird. Mit «den limitierten finanziellen Möglichkeiten des FC Olten», wie es Castro formuliert, ist auch der Abgang von Mittelfeldspieler Ardit Shaqiri zu begründen. «Er ist ein super Typ und Spieler. Ich hätte ihn gerne im Team behalten», bedauert Castro.

Zwei Neue vom SC Zofingen

Den sechs Abgängen stehen bis jetzt drei Zuzüge gegenüber. Mit Verteidiger Drazen Savic und Angreifer Matteo Muscia stossen zwei Spieler vom SC Zofingen zum FC Olten. Vor allem in seinen «Wunschspieler» Matteo Muscia steckt Castro grosse Hoffnungen. Der 22-Jährige erzielte in der abgelaufenen Saison in der 2. Liga inter über 20 Tore, in der Vorrunde der laufenden Saison waren es 7 Tore in 11 Spielen. «Er kann die Torausbeute von Canik in der Rückrunde sogar überbieten», hofft Castro und fügt an: «Vom Typ her passt er auf jeden Fall besser ins Team.»

Den Verteidiger Drazen Savic kannte Castro schon von seiner Zeit beim Erstligisten FC Wangen. Er beschreibt den 28-Jährigen als routinierten Verteidiger mit viel Zug nach vorne, der zudem auf mehreren Positionen einsetzbar sei.

Auch was die Torhüterposition angeht, war der FCO-Trainer nach dem Abgang der Nummer 2, Buntrint Demaj, zum Handeln gezwungen. Er war derart verzweifelt, dass er sogar einen Aufruf auf Facebook startete. Ergeben habe sich dadurch aber nichts, fündig wurde Castro trotzdem. Mit Robert Petrovic (vom NK Pajde) griff er wieder einmal auf einen ehemaligen Wangen-Weggefährten zurück. «Ich bin sehr zufrieden, wie das Kader jetzt aussieht», kommentiert Castro die Mutationen. «Es könnte aber sein, dass nächste Woche noch ein, zwei Spieler dazustossen.» Zum Beispiel der deutsche Aussenläufer Christopher Klonowski, der sich im Moment im Probetraining bei den Oltnern befindet.

Erster Test gegen 2. Liga-Leader

Nach knapp drei Wochen Training absolviert der FC Olten heute Samstag sein erstes Testspiel. Gegner ist mit dem FC Biberist der Leader der Solothurner 2. Liga. Am nächsten Mittwoch wartet der FC Wangen, heute in einer Woche der FC Trimbach. «Es geht vor allem darum, dass alle Spieler zu Einsatzzeiten kommen», blickt Castro voraus. «Sie sollen wieder Spass haben am Fussball, gleichzeitig aber auch ihre Grundkondition verbessern. Die Resultate sind zweitrangig.»

Auf dem Fussballplatz trainieren die Oltner erst seit Anfang Woche. Davor war Kraft- und Konditionstraining angesagt. «Die Trainingspräsenz ist trotz Sibirien-Wetter gut, alle machen motiviert mit», freut sich Castro. Wegen den garstigen Bedingungen lasse er seine Spieler nicht einfach stur Runden laufen. «Die Übungen sollen anstrengend sein, aber auch Spass machen. Man muss die Spieler mental ein bisschen überlisten.»

Der FC Olten bestreitet am 12. März mit dem Qualifikationsspiel für den Schweizer Cup seinen ersten Ernstkampf im neuen Kalenderjahr. Das erste Meisterschaftsspiel findet am 19. März daheim gegen den FC Iliria statt. Bis dahin liegt Juan Castros Hauptaugenmerk darauf, die Offensive zu verbessern. «Hinten standen wir in der Vorrunde sehr gut», so Castro. Mit 13 Gegentoren stellt der FCO die statistisch beste Abwehr der Liga, erzielte aber nur 19 Tore. «In der Offensive müssen wir in der zweiten Saisonhälfte sicher noch eine Spur besser werden», weiss Castro.