Eishockey

Der Befreiungsschlag bleibt abermals aus: Olten verliert auch in Visp

Der EHC Olten mit Remo Hirt (r.) läuft der Form vom Vorjahr weiter hinterher.

Der EHC Olten mit Remo Hirt (r.) läuft der Form vom Vorjahr weiter hinterher.

Der EHC Olten bezieht auswärts in Visp mit einem 3:5 die vierte NLB-Niederlage in Serie. Gegen die Walliser, die keinesfalls die bessere Mannschaft waren, fehlte es vor allem an zielstrebigen und torgefährlichen Kombinationen.

Der einstige NLB-Leader will so recht nicht mehr zu den glänzenden Auftritten in dieser Saison zurückfinden. Gegen das keinesfalls übermächtige, dafür sehr defensiv aufspielende Visp wurde das einmal mehr deutlich. Drei Runden vor Quali-Ende fehlt im Spiel der Oltner weiter das Selbstvertrauen, jene Prise Selbstverständlichkeit, einen Angriff erfolgsbringend aufzuziehen und zu vollenden. Ein Remo Meister zeigte zwar einen ausserordentlich starken Auftritt, Captain Sandro Tschuor spielte mehr als solid, und Neuzuzug Eric Arnold war eine Bereicherung für das EHCO-Spiel. Doch bis zur entscheidenden Phase der Meisterschaft muss praktisch von jedem Akteur noch eine Steigerung kommen.

Nichts für Ästheten

Die ersten 20 Minuten waren nichts für die Ästheten unter den 2977 Zuschauern in der Litterna. Es war ein zäher Beginn in die Partie zwischen Visp und Olten, in welcher die Gäste den Rank eher zu finden schienen. Drei Minuten dauerte es, ehe sich die Walliser das erste Mal so richtig aus der eigenen Zone lösen konnten und den Puck in Richtung von Lukas Meili brachten. Der Back-up der Kloten Flyers, der gestern das erste von voraussichtlich zwei Spielen für die Oltner bestritt, stach in der 15. Minute ein erstes Mal so richtig heraus, als er einen Triulzi-Abschluss spektakulär in seinem Fanghandschuh verschwinden liess. Dass er sich bereits fünf Minuten zuvor ein erstes Mal bezwingen lassen musste, dafür konnte er reichlich wenig: seine Vorderleute lenkten einen Pittis-Schuss unhaltbar ab.

Vermeidbarer Rückstand

Zu dieser 0:1-Rücklage hätte es für die Gäste aber nicht kommen dürfen. Die Visper verzeichneten zwar zunehmend die besseren Möglichkeiten als die Oltner, doch die Einheimischen mussten auch immer wieder Puckverluste in der eigenen Zone hinnehmen, zudem produzierten sie jede Menge Fehlpässe im Angriffsaufbau. Der EHCO mochte aus den vielen Scheibengewinnen in der Offensivzone allerdings keinen Profit zu schlagen. Und wenn einmal ein Gästeangreifer zum Abschluss kam, stand Schoder auf seinem Posten - wenngleich er in der 12. Minute und Sertichs Abschluss das Glück in Anspruch nehmen musste.

Klarste Chancen ausgelassen

Der US-Amerikaner in Diensten der Oltner war es auch, der im mittleren Abschnitt die klarsten Chancen ausliess. Doch zumindest zeigten diese Aktionen, dass gegen die Visper etwas auszurichten gewesen wäre. Denn immer dann, wenn Tempo und Präzision einigermassen ineinandergriffen, standen die Walliser auf verlorenem Posten. Allein, die Gäste konnten diese Kombination viel zu selten abrufen. Und so brauchte es die Schlitzohrigkeit von Captain Sandro Tschuor, welcher Goalie Schoder praktisch von der Grundlinie erwischte.

Wüthrich mit persönlichem Lichtblick

Dies sollte jedoch der einzige «Geniestreich» der Oltner an jenem Abend bleiben. Einen persönlichen Lichtblick erlebte nach 48 Minuten zumindest Martin Wüthrich, dessen Einzelleistung und das 3:2 wieder Spannung ins Spiel zurückbrachte. Der zweite Überzahltreffer der Visper (52.) kam dann aber der Vorentscheidung gleich, obwohl Ronny Keller mit seinem ersten Treffer für den EHCO noch einmal auf 3:4 verkürzte. Ein zweites Mal sollte sich das Risiko, ohne Torhüter zu agieren, hingegen nicht ausbezahlen: Dolana machte 31 Sekunden vor dem Ende alles klar.

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