Oberste Maxime der Geschäftsleitung des FC Grenchen ist es, den Verein per Ende Saison schuldenfrei zu kriegen. Dieses notabene auch, um den Klub fusionstauglich zu machen und ihn im Sommer allenfalls altlastenfrei an einen neuen Vorstand zu übergeben. Wacker, Fulgor und der FC Grenchen führen derzeit regelmässige und offenbar auch konstruktive Vereinigungsgespräche. «Wenig Bock», sich in eine Einheit zu integrieren, verspürt dagegen anscheinend Zweitligist Ital Grenchen.

Punkto Sanierung ist man beim FCG auf gutem Weg. Das bedeutet andererseits aber auch, dass die 1. Mannschaft in der Rückrunde mit einem Mikro-Budget von 27 000 Franken unterwegs ist und es der FCG-Führungscrew absolut zupass kommt, wenn das Fanionteam nicht zu erfolgreich spielt. Jeder Punkt kostet schliesslich rund 3000 Franken Prämie – Geld, das nicht da ist. Der Ligaerhalt spielt der Chefetage in dem Sinn eine untergeordnete Rolle. Diese offenkundige und unmöglich harmonisierbare Zielsetzung zwischen Vorstand und 1. Mannschaft führte zuletzt immer wieder zu Disputen zwischen sportlicher und administrativer Führung geführt.

Drei Spieler sind weg

Um kein Risiko einzugehen, sich eine Klage oder Busse seitens der Migrationsbehörden aufzuhalsen, hat der Vorstand seinem Trainer zuletzt auch verboten, die mit Touristenvisa in der Schweiz weilenden und aus Bulgarien und Mazedonien stammenden Alexander Tenekedjiew, Renato Jordanowski und Kristiyan Grozdanow einzusetzen. Bis dahin drei der besten Grenchner. «Mit diesen Dreien hätten wir gegen YB die 2:0-Führung in Punkte umgesetzt», ist Trainer Patrick Bösch überzeugt.

Ausländerrechtlich hat die FCG-Führungscrew in der Sache, trotz vorliegender Spielerlaubnis des Verbandes, höchst akkurat und überaus korrekt gehandelt. Die drei genannten Kicker sind unterdessen wieder zu Hause.

Den Vorstand ärgern

Aufgrund ausstehender Entschädigungs- und Spesenzahlung drohte zuletzt zudem eine wiederholte Massenabwanderung im FCG-Kader an. Diese bleibt nun, da das Geld teilweise geflossen ist, aus. «Wir werden am Samstag gegen Schötz mit drei vier Änderungen gegenüber der Aufstellung gegen YB antreten», sagt Bösch. Diese Umstellungen hätten freilich nichts mit Wechseln oder Abgängen zu tun, sondern seien rein taktischer Natur. «Wir sind nach wie vor heiss auf Punkte und wir kommen diesen auch Schritt für Schritt näher», feuert der hoch engagierte und leidenschaftliche Coach ungebrochene Kampfansagen Richtung Gegnerschaft.

Bösch kann sich durchaus vorstellen, selbst wenn es mit dem Ligaerhalt nicht klappen sollte, auch nächste Saison in Grenchen tätig zu sein. «Wenn Konzept und die Vision stimmen, bin ich gern dabei. Mein Assistent Roland Güggi, ich und Sportchef Renato Brun sind ein gutes Team.» Vorerst geht es jetzt für Bösch und seine Elf jedoch darum, die aktuelle Vereinsleitung mit Punkten gegen Schötz in Verlegenheit zu bringen.