FC Dulliken
Den Faden verloren und nicht wiedergefunden

Im dritten Saisonspiel der 2. Liga interregional verliert der FC Dulliken gegen den SV Höngg mit 0:2. Nach einer starken ersten halben Stunde gaben die Dulliker das Zepter ohne Not aus den Händen und fanden daraufhin nicht mehr in die Partie zurück. Damit nicht genug: Bei brütender Hitze waren die Gelb-Schwarzen je länger, je mehr von der Rolle.

Tobias Schalk
Drucken
Teilen
Dulliken hatte gegen Höngg das Nachsehen.

Dulliken hatte gegen Höngg das Nachsehen.

„Ich kann es mir im Moment noch nicht erklären“, meinte ein sichtlich konsternierter FCD-Trainer Massimo Saracino nach Spielschluss auf die Frage nach dem Grund des plötzlichen Bruchs im Spiel der Niederämter. Womöglich hätten Sie es zu gut machen wollen oder aber der Gegner habe die Kräfte besser eingeteilt, wagte er dann doch einen Erklärungsversuch. Zumindest mit Zweiterem hatte Saracino bestimmt nicht Unrecht. Denn bei brütender Hitze waren es die Stadtzürcher, welche mit Fortdauer der Partie noch forcieren mochten, währenddem die Dulliker zunehmend platt schienen, was ihre Fehlerquote immer mehr steigen liess.

Dabei hatte sich die Partie aus Dulliker Sicht sehr gut angelassen. Mit schnellem, effizientem Spiel nach vorne überforderte die heimische Offensive die Gästeabwehr Mal um Mal. Allein, der FC Dulliken verpasste es wiederholt die Führung zu besorgen, welche angesichts der überlegenen Spielweise nur eine Frage der Zeit schien. Denn bereits nach drei Minuten tauchte Dulliken in Überzahl vor dem gegnerischen Tor auf. Daraufhin fand FCD-Captain Alain Huber, der es zweimal aus der Distanz versuchte, seinen Meister in Höngg-Schlussmann Fabio De Almeida. Die beste Chance verzeichneten die Dulliker nach einer Viertelstunde und einem Ballverlust des Hönggers Steven Stutz an der Mittellinie. Der prompte Konter fand nicht die erwünschte Vollendung weil der zu zentral platzierte Abschluss wieder einmal eine Beute von SVH-Goalie De Almeida wurde. Weitere gute Chancen für die Platzherren vergaben jeweils per Kopf Sandro Fehlmann (26’) und Victor Silva Dos Santos (29’). Daraufhin verebbte das Spielgeschehen und die Zürcher stellten sich immer besser auf die Solothurner ein. Die Dulliker hingegen liessen immer mehr die Linie im Spiel vermissen und bekundeten kurz vor dem Halbzeitpfiff gar zweifach Glück nicht in Rückstand zu geraten. So unter anderem bei einem Lattentreffer des Hönggers Antoni Forner Cuenca.

Besagter Bruch im Dulliker Spiel vollzog sich also nicht erst nach der zweiten Hälfte, sondern hatte sich bereits vor dem Seitenwechsel angedeutet.

Sinnbildlich für die zunehmende Dulliker Indisponiertheit war der Ausflug des neuen Schlussmanns Denis Quintero bis an den Mittelkreis, wo er gegen zwei Gegenspieler gar zum Dribbling ansetzte, letztendlich den Ball aber verlor. Nur weil die Höngger nicht energisch genug den Treffer aus der Distanz suchten, konnte der zurückgeeilte Quintero den Ball im eigenen Sechzehner behändigen.

Verärgerter Trainer

Es blieb nicht die einzige Unsicherheit Quinteros, der nach ersten bestechend sicheren Auftritten im Dulliker Dress einen schwachen Tag einzog. Doch auch andere Leistungsträger aufseiten der Platzherren blieben mit Fortdauer der Begegnung vieles schuldig. Daraus schlugen die Gäste Profit, die im letzten Drittel der Partie immer mehr aufkamen. Die Chancen aufseiten der Zürcher mehrten sich und nach 74 Minuten durfte diese zum Freistoss antreten. SVH-Flügel Patrick Pereira Da Costa zirkelte den Ball aus rund zwanzig Metern an der Mauer vorbei in die untere Torecke.

FCD-Coach Saracino ärgerte sich hinterher über das vorangegangene, aus seiner Sicht unnötige Foul. Die Bemühungen in die Partie zurückzukehren, gestalteten die Niederämter eher unkoordiniert. Mittels Freistoss aus grosser Entfernung bot sich den Dullikern in der Schlussphase die Gelegenheit den Ball in die Gefahrenzone zu befördern. Anstatt Torgefahr zu kreieren, verloren die aufgerückten Dulliker gleich zweimal fahrlässig den Ball.

Dies bestrafte Höngg mit einem perfekt herausgespieltem Konter, an dessen Ende Pereira Da Costa den Angriff gekonnt verzögerte, bevor er Stürmer Forner bediente, der keine Mühe bekundete in der 82. Minute mit dem Treffer zum 2:0 die Entscheidung zu besorgen. «Diese Enttäuschung muss ich erstmal sacken lassen. Wir waren auf einem guten Weg und geben das Spiel dann einfach aus der Hand. Nach unserer Startphase hätten wir dieses Spiel niemals verlieren dürften», resümierte Saracino, der Analysen und Kritik für das nächste Mannschaftstraining am Dienstag ankündigte, wenn seine Akteure den Kopf wieder frei hätten.

Telegramm:

FC Dulliken – SV Höngg 0:2 (0:0)

Ey. – 115 Zuschauer. – SR: Barbosa. – Tore: 74. Pereira Da Costa 0:1. 82. Forner Cuenca 0:2.

Dulliken: Quintero; W. Corti, Fehlmann, Hubeli, Brica; Silva Dos Santos (66. Jukic), Wernli, Huber, Hasani (Kaufmann); Zenuni (86. Zeqiri), Husi.

Höngg: De Almeida Pereira; Koide, Stutz, Djukaric, Riso; M. Georgis, Izadyar, Forny (79. Nardo); Pereira Da Costa (89. Lianakis), Pepperday (88. Krasniqi); Forner Cuenca.

Bemerkungen: FC Dulliken vor Spielbeginn ausgezeichnet durch die Wettspielkommission mit dem Fairplay-Preis als fairste Mannschaft der Gruppe 5 der vergangenen Saison. – Verwarnungen: 31. W. Corti (Foul), 51. Pepperday (Reklamieren), 59. Izadyar (Foul). – Cornerverhältnis: 3:1.

Aktuelle Nachrichten