2. Inter

Den «Beinahe»-Profis ein Bein stellen

Marc Scheller: Der älteste Routinier bei Wacker mit erst 26 Jahren. HPS

Marc Scheller: Der älteste Routinier bei Wacker mit erst 26 Jahren. HPS

Wacker trifft heute um 16 Uhr auf den Ligaprimus Concordia Basel und will die Wende. Marc Scheller, der älteste Wacker-Routinier, erklärt, wie diese geschafft werden soll.

Was sagt auf dem Grenchner Sportplatz Riedern so richtig «Wacker»? Marc Scheller muss einen Augenblick überlegen. Vielleicht die abschliessbare Gefriertruhe mit dem Eis am Stiel, zu der weder Italgrenchen noch Fulgor einen Schlüssel haben? «Ich weiss etwas», hilft Hanspeter Gribi aus, den alle hier nur Budi nennen. Der Teambetreuer gräbt sich ganz hinten in der Ecke der Kabine durch die Kleiderberge und wird tatsächlich fündig: Hier ist das grosse Wacker-Wappen versteckt. Das mit dem kleinen Grenchner Wappen drin, in dem die noch kleinere Speerspitze steckt.

Vor diesen Beweis, dass Grenchen eigentlich nicht blau-weiss, sondern rot-weiss ist, setzt sich Marc Scheller und beginnt zu erzählen. «Angefangen habe ich beim FC Grenchen, aber als C-Junior bin ich zu Wacker gestossen, das in der damaligen Meistergruppe spielte.» Heute ist der 26-jährige Verteidiger der älteste Routinier beim Aufsteiger. Aber als echter Grenchner hat er auch schon für den FCG in der 1. Liga und für Italgrenchen gespielt.

Aufstieg der richtige Entscheid

Nun ist Wacker aus der 3. Liga in nur zwei Jahren direkt bis in die 2. Liga inter aufgestiegen. Ist das nicht ein etwas zu grosses Wagnis? «Ich war mir zunächst auch nicht sicher, ob das der richtige Zeitpunkt ist. Aber im Nachhinein betrachtet war der Entscheid, den Aufstieg anzunehmen, sicher gut. Die jungen Spieler wollten unbedingt, dass wir in der der 2. Liga inter spielen. Und wir können nur lernen und uns als Fussballer verbessern.» Die bisherigen Leistungen waren gut, aber die Resultate liessen etwas auf sich warten. Den grössten Unterschied sieht Scheller im Tempo. «Mit dem Ball am Fuss hat man keine Zeit mehr zum Überlegen und die Fehler werden sofort bestraft. Unser Ziel ist es, Wacker in der 2. Liga inter zu behaupten. Die Qualität dazu ist vorhanden.

Vor einer Woche hat es nun geklappt und der erste Sieg kam gerade zum richtigen Zeitpunkt. «Wir waren überglücklich, als wir in Liestal die drei Punkte holen konnten», sagt Scheller, «und wir haben entsprechend gefeiert. Das war wichtig für das Selbstvertrauen und den weiteren Verlauf der Saison. Denn jetzt haben wir mit Concordia Basel, Neuenburg Xamax und Lyss drei schwere Spiele gegen die Favoriten unserer Gruppe.»

Und wie fühlt man sich, wenn man gegen Spieler antritt, die zum Teil doch schon schönes Geld kassieren? «Wir sind Wacker. Jeder weiss bei uns, dass er sogar die Fussballschuhe selber bezahlen muss, und das ist in Ordnung so. Umso mehr freut es uns, wenn wir gegen Spieler gewinnen können, die meinen, sie seien bereits Profis.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1