Unihockey

Dem weltbesten Team die Stirn geboten

Wiler-Ersigen konnte im Final des Champions Cup dem schwedischen Meister Falun die Stirn bieten.

Wiler-Ersigen konnte im Final des Champions Cup dem schwedischen Meister Falun die Stirn bieten.

Nur ganz wenig fehlte und Wiler-Ersigen hätte sich nach einem herausragenden Champions-Cup-Auftritt zum zweiten Mal nach 2005 die europäische Krone aufsetzen können.

Letztlich brauchte es das aktuell beste Unihockey-Duo der Welt, Galante Carlström und Rasmus Enström, um einen SVWE zu stoppen, der erstmals auch im Ausland den CC-Final erreicht hatte. Die zwei Treffer des Falun-Überduos, das gefühlte 50 Minuten auf dem Platz stand, entschied am Ende die Partie, welche 3:2 endete. Ein Spiel das eines Finals würdig war, verglichen mit dem 12:0-Sieg Faluns im Vorjahr gegen den finnischen Champion Happee.

Und der überschwängliche Siegesjubel der erfolgsverwöhnten Schweden (nach drei Meistertiteln nun auch der dritte CC-Titel in Serie) nachdem Schlusspfiff war vielleicht das grösste Kompliment für die Leistung des SVWE.

Für das enttäuschte Team dürfte dies im ersten Moment ein schwacher Trost sein, doch mit etwas Distanz wird man wohl erst realisieren können, welche grosse Leistung vollbracht  wurde auf internationalem Parkett, einmal mehr. Mit einem Team wohlgemerkt, das sich im Umbruch befindet, mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen hatte und sich am Ende doch auf das Niveau des «Grande Wilers» hieven konnte, was es national so unantastbar machte im letzten Jahrzehnt.

In Schweden sind seit 2005 fünf Dynastien erschienen von Pixbo, Warberg, über AIK bis Storvreta und aktuell Falun und... wieder verschwunden. Wiler-Ersigen hat diese Teams alle gefordert und teilweise auch geschlagen. So gesehen ist der SVWE auch ein Gewinner des Turniers und die Silbermedaille ein verdienter Lohn und nicht ein Trostpreis.

Väänänen mit «Abo» - Wolf aus dem «Nichts»

Mit Tatu Väänänen und Nicolas Wolf standen am Ende auch zwei SVWE-Vertreter im All-Star-Team. Während Weltklassemann Väänänen diese Nomination immer verdient und schon mehrfach erlebt hat an Champions Cups  und WMs ist mit Goalie Nicolas Wolf ein neuer SVWE-Star geboren. Was das Eigengewächs für ein Turnier zeigte, erinnerte an die besten Tage eines Daniel Streits, auch wenn sich die Spielstile nicht vergleichen lassen.

Wolf war ganz einfach Weltklasse, wurde zwar nie zum Bestplayer gewählt, aber am Ende ins Allstarteam. Irgendwie paradox, wie auch der neue CC-Modus. Dass Gastgeber Boleslavl schon am Starttag aus dem Turnier kippte und die Finnen nach nur einem Spiel wieder heimreisen musste, dürfte für Diskussionsstoff sorgen.

So gesehen könnte sich der SVWE im Nachhinein noch als «Totengräber» des neuen Formates herausstellen. Für den SVWE war das Turnier natürlich absolut ideal für die sportliche Weiterentwicklung, wobei das ungleiche Kräfteverhältnis im Final natürlich mehr als grenzwertig ist. 

Zurück in den Alltag finden

Die grosse Kunst für Team und Trainerstaff wird es nun sein, die Anstrengungen zu verkraften, die mentale Hürde zurück in den Meisterschaftsalltag zu nehmen. Die kommenden Wochen werden sicher schwierig werden, doch für die entscheidende Meisterschaftsphase wird dieses Turnier von enormem Wert sein, unbezahlbar für den Teamgeist und die Erfahrung der jungen Akteure.

Verdientermassen verdankte Präsident Reto Luginbühl in der Kabinenansprache nach dem Spiel, «die grossartige Teamleistung und den tollen Auftritt des SVWE auf internationalem Parkett», er vergass dabei auch nicht die Ersatzspieler und den Staff zu erwähnen, welche ihren Job ebenfalls toll erledigten, um diesen Auftritt zu ermöglichen.

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