Tischtennis

Dem Sport mehr Spin verleihen: In Zofingen messen sich die besten Nordwestschweizer Tischtennisspieler

Auch Schweizer Meister Lionel Weber gibt in Zofingen eine Kostprobe seines Könnens.

Auch Schweizer Meister Lionel Weber gibt in Zofingen eine Kostprobe seines Könnens.

Der Nordwestschweizer Tischtennisverband (NWTTV) ermittelt seine Meister in Zofingen. Mit einem neuem Modus und Preisgeld soll die Nachfrage am Turnier gesteigert werden – ein wichtiger Schritt, um dem Ziel von NWTTV-Präsident Dieter Bürge näher zu kommen.

Tischtennis fasziniert Dieter Bürge seit seiner Kindheit: «Der Sport ist vielseitig und macht Spass, ob du ihn als Spitzensportler oder als Hobbyspieler ausübst.» Der 43-jährige Wolfwiler präsidiert seit gut einem Jahr den Nordwestschweizerischen Tischtennisverband. Am Sonntag ermitteln die Spielerinnen und Spieler «seines» Verbandes ihre Meister.

32 Tische stellt der Tischtennisclub Zofingen in den Hallen des BZ Zofingen auf. Mit rund 140 Teilnehmenden rechnet die Turnierleitung. «Das sind deutlich mehr als im Vorjahr», sagt Dieter Bürge. Dass mehr Athleten dabei sein werden, hat verschiedene Gründe.

Zum einen wurde der Modus angepasst, neu gibt es Gruppenspiele und anschliessend K.o.-Runden. «Man reist nicht mehr nur für eine Partie nach Zofingen, sondern bestreitet mindestens drei», erklärt Dieter Bürge.

Zudem strafften die Veranstalter das Kategorienangebot und in fast allen Stärkeklassen gibt es erstmals Preisgeld statt Medaillen. «Reich wird am Sonntag keiner, aber ein Ansporn ist das Preisgeld, das aus den Startgeldern finanziert wird, sicher», schätzt Bürge.

Ein Engagement auf verschiedenen Ebenen

Das Teilnehmerfeld ist nicht nur breiter, sondern auch stärker als zuvor. Die komplette Equipe des NLA-Schweizer Meisters und Cupsiegers Rio Star Muttenz mit Lionel Weber, Pedro Osiro, Lars Posch und Cédric Tschanz figuriert auf der Teilnehmerliste.

«Es ist für alle im Verbandsgebiet, vor allem für den Nachwuchs, spannend, die Aushängeschilder und Idole live spielen zu sehen. Und vielleicht lockt das gar Zuschauer in die Halle», hofft Dieter Bürge.

Seinem Sport mehr Aufmerksamkeit und Medienpräsenz zu verschaffen, ist eines der Ziele, die er seit seiner Wahl zum NWTTV-Präsident 2018 verfolgt. Die Amtsübernahme habe sich zufällig ergeben. Dieter Bürge hatte sich bei seinem Vorgänger Wolfgang Müller erkundigt, wie er sich im Verband einbringen könne und übernahm Aufgaben in der Breitensportkommission.

Schweizweiten Rückgang an Lizenzierten bremsen 

«Dann sagte Wolfgang, er wolle kein Sesselkleber sein, ob ich nicht seinen Präsidentenjob übernehmen wolle.» Familienvater Dieter Bürge sagte nach etwas Bedenkzeit zu. «Ich bin einer, der lieber etwas tut, statt zu jammern», so der Buchhalter, der sich in Wolfwil auch im Kinderfussball, in der CVP und in der Kultur-und Sportkommission engagiert.
Weg vom «Gärtlidenken» und mehr Professionalität

«Mir ist wichtig, dass wir den schweizweiten Rückgang an Tischtennis-Lizenzierten bremsen können», sagt Bürge. Er will mithelfen, zu verhindern, dass Vereine von der Bildfläche verschwinden.

Dazu betrachtet er vereinsübergreifende Zusammenarbeit als notwendig, etwa in der Nachwuchsförderung: «Wir müssen wegkommen vom ‹Gärtlidenken›.» Nur wenn alle an einem Strick ziehen würden, könne man Herausforderungen wie den Mangel an Infrastruktur, Trainern und Funktionären bewältigen.

«Und wir müssen Anlässe wie die Nordwestschweizer Tischtennismeisterschaften nutzen, um für unseren Spot zu werben.» Dazu brauche es einen würdigen Rahmen, einen professionelleren Touch – nur schon optisch. «Taschen und Kleider gehören auf die Tribüne und nicht zwischen die Tische», nennt Dieter Bürge ein Detail. «Und wie heuer muss es gelingen, dass die Besten des Verbandes mitspielen, statt lieber ein Training zu bestreiten.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1