Lang ists her, als die Züri Metzgete zum exklusiven Kreis der Weltcuprennen zählte. Tausende Menschen drängten sich an den Strassenrand und feuerten die Stars von damals an. Die Siegerliste ist lang und prominent. In der über 100-jährigen Geschichte finden sich Namen wie Hugo Koblet, Francesco Moser, Beat Breu oder Giuseppe Saronni. Der heutige Teamchef von Lampre gewann das Rennen 1979. Im selben Jahr feierte auch Roberto Marchetti seinen grössten Erfolg als Radfahrer. Der Manager des Teams Maca Loca Scott aus Kriegstetten entschied eine Etappe am Giro d’Italia für sich.

Enea Cambianca greift am Siglistorfer an.

Enea Cambianca greift am Siglistorfer an.

In der Zwischenzeit besitzt der Anlass nur noch Amateurstatus, dafür pflegen die beiden Rennställe eine professionelle Partnerschaft. Simon Pellaud wird in Kürze als Stagiaire bei Lampre Erfahrungen sammeln dürfen. Der aktuelle U23-Schweizermeister zählte gestern zum engeren Kreis der Siegesanwärter. Mit seiner engagierten Fahrweise meldete er früh seine Ambitionen an. Drei Runden à 53 Kilometer waren durch das Zürcher Unterland zu bewältigen, darunter der legendäre «Regensberger», das letzte Relikt, das an die grossen Zeiten der Meisterschaft von Zürich erinnert.

Simon Pellaud hat nach seinem Defekt den Anschluss verloren

Simon Pellaud hat nach seinem Defekt den Anschluss verloren

Defekt im dümmsten Moment

Der taktische Plan der Maca-Loca-Verantwortlichen war aber nicht auf Pellaud allein ausgereichtet, sondern auf alle möglichen Eventualitäten. Mit Colin Stüssi und Enea Cambianca besass der sportliche Leiter René Stüssi valable Alternativen. «Unser Konzept ist lange perfekt aufgegangen», sagte Stüssi. Auf den ersten Schlaufen verschwendeten seine Fahrer keine unnötige Energie. Und vor der letzten Star/Ziel-Passage hatte sich Maca Loca mit Kletterer Cambianca und den Rollern Alexander Mercier und Pellaud in Position gebracht.

Der sportliche Leiter René Stüssi zieht Bilanz.

Der sportliche Leiter René Stüssi zieht Bilanz.

Die Zeichen, den Sieg von Sébastien Reichbach aus dem Vorjahr zu wiederholen, schienen sich trotz der starken Konkurrenz zu verdichten. Kurz vor dem «Siglistorfer», einer 18 Prozent steilen Rampe, griff Cambianca an. Ihm vermochte nur Nico Nico Brüngger vom EKZ Racing Team zu folgen. Simon Pellaud versuchte sich ebenfalls anzuhängen. Doch just in diesem Moment verklemmte sein Hinterrad. Der Walliser musste vom Velo und verlor bei diesem Missgeschick knapp eine Minute.

Damit war der Traum vom Sieg geplatzt und Pellaud hinter entsprechend enttäuscht: «Es ist ärgerlich. Ich fühlte mich super und hätte um den Sieg mitfahren können.» Auch der zweite Trumpf, Cambianca, stach nicht. Er wurde wenige Kilometer vor dem Ziel vom kleinen Feld gestellt. Im Endspurt hatten die Maco-Loca-Fahrer nichts zu bestellen. Als Bester klassierte sich Alexandre Mercier im achten Rang. Der Sieg ging an Raul Costa Seibeb.