Als wäre sie bestellt gewesen, zeigte sich am Sonntag just gegen Mittag und somit zum Start der Eliteläuferinnen und -läufer über 10 Kilometer die Sonne in Oensingen. Einzig der Wind blies an gewissen Stellen, aber das hielt die Teilnehmer nicht davon ab, gute Zeiten zu laufen. Bei den Männern lief Simon Tesfay nach zehn Kilometern mit einer Zeit von 30 Minuten und 5 Sekunden als Erster übers Ziel. Da er allerdings Eritreer und nicht Schweizer ist, durfte sich der Zweitplatzierte Langenthaler Adrian Lehmann zum Schweizer Meister küren lassen. Nach seiner langen Verletzungspause war für ihn der Meistertitel eine grosse Genugtuung. Und mit seiner Zeit von 30 Minuten und 16 Sekunden zeigte er sich überaus zufrieden, blieb er damit doch nur gut 40 Sekunden über seiner persönlichen Bestleistung. „Der Lauf hat mir gezeigt, dass ich nur noch minim hinter dem Leistungsniveau bin, auf welchem ich vor meiner Verletzungspause war. Das stimmt mich zuversichtlich, dass ich mein Ziel, meine persönliche Bestleistung im Marathon zu unterbieten, in diesem Jahr noch erreichen kann“, meinte ein strahlender Adrian Lehmann. Ausserdem fügte er an: „Es war eine optimale Laufstrecke, da sie mit leichten Steigungen einige Rhythmusbrecher hatte. Das kam mir entgegen. Ausserdem kenne ich logischerweise die Region, da es ja quasi meine Heimat ist. Folglich hatte es auch unzählige Leute am Strassenrand, die mich anfeuerten, das motivierte natürlich unheimlich“, so Adrian Lehmann stolz.

Pech für Martina Strähl

Während es für Adrian Lehmann also quasi das perfekte Rennen war, musste bei den Frauen Lokalmatadorin und Mitfavoritin Martina Strähl die Segel schon früh streichen. Eine Erkältung machte ihr einen Strich durch die Rechnung und weil sie am nächsten Wochenende den Halbmarathon in Berlin bestreiten will, wollte sie nichts riskieren und brach das Rennen ab. Sonst hätte sie gute Chancen gehabt, ihren Schweizer Meistertitel über 10 Kilometer zu verteidigen. Denn die beste Schweizerin, die Zürcher Oberländerin Martina Tresch, blieb mit 34 Minuten und 53 Sekunden beinahe zwei Minuten über Strähls persönlicher Bestleistung. Tresch musste sich zwar wie Adrian Lehmann mit dem zweiten Platz begnügen. Da die Siegerin Chrisztina Papp (34 Minuten und 7 Sekunden) eine Ungarin war, konnte sich Tresch gleichwohl als Schweizer Meisterin feiern lassen.


Ein voller Erfolg

Neben den Eliteläuferinnen und -läufern wagten sich auch mehrere hundert Hobbyläuferinnen und –läufer auf die 10 Kilometer in Oensingen, einige absolvierten auch den verkürzten Lauf über 5.5 Kilometer und die Jüngsten massen sich im Bienkenlauf. OK-Präsident Bruno Heiniger zeigte sich über den Verlauf des Wettkampftages hoch erfreut. „Es hat alles wunderbar funktioniert“, meinte er sichtlich erleichtert. Dank dem guten Wetter durften die Organisatoren der 10-Kilometer-SM ausserdem auch ein grosses Publikum begrüssen, welches die Läuferinnen und Läufer auf der ganzen Strecke anfeuerte. Noch bevor die letzten Spuren der Schweizer Meisterschaft in Oensingen wieder verwischt waren, konnte Bruno Heiniger den Anlass als vollen Erfolg verbuchen. Schliesslich waren am Ende weit über 800 Läuferinnen und Läufer in den unterschiedlichen Läufen am Start. Oensingen wurde an diesem Sonntag dem Ruf als Läufermekka definitiv gerecht.