Ein Schritt rückwärts, zwei Schritte vorwärts: dies die Entwicklung des FC Oensingen in den letzten drei Saisons. Vor zwei Jahren tauchten die Oensinger in die 4. Liga ab. In der Folgesaison schaffte die Bechburg-Elf überlegen den Wiederaufstieg in die 3. Liga: 17 Siege, 5 Unentschieden, 0 Niederlagen. Dem noch nicht genug, konnte sich das Team von Ernst Frei auch in der letztjährigen Drittliga-Saison kontinuierlich steigern.

Als Zweiter hinter dem FC Klus/Balsthal erreichte Oensingen die Aufstiegsspiele. Dort liess die Frei-Elf nichts mehr anbrennen. Nach Siegen gegen Subingen II (1:0) und Klus/Balsthal (4:3) schaffte sie den vorzeitigen Aufstieg. Die 2:3-Niederlage in Lommiswil tat der Freude keinen Abbruch mehr. Nach zwölfjähriger Abwesenheit spielt Oensingen wieder in der 2. Liga.

Die Vorbereitung auf die erste Saison im Oberhaus seit 2004/05 gestaltete sich schwierig, so Trainer Frei: «Die Ferienabwesenheiten überwiegen.» Wirklich zu beunruhigen scheint ihn dies nicht, denn: «Es ist wie in den letzten zwei Jahren.» Bei diesem Kader kann Frei auch gelassen bleiben. Dieses war schon ab der Rückrunde zweitligatauglich. Mit Jankovic (21 Tore in der letzten Drittliga-Saison) und Bilalli, die beide vom FC Klus/Balsthal kamen sowie Wagner (vom F.K. Bratstvo) und Sahdo (FC Rothrist) wurde das Team weiter verstärkt.

«Wir sind spielstark», streicht Frei den grössten Pluspunkt seines Teams hervor. Dieses werde aber trotzdem wieder kleinere Brötchen backen: «Wir haben viele Spieler im Kader, die vor etwas mehr als einem Jahr noch in der 4. Liga gespielt haben. Alles andere als den Ligaerhalt anzustreben, wäre unrealistisch.»

Die letzten zwei Saisons seien toll gewesen, nun müssten die Spieler wohl wieder lernen zu verlieren. Ein Aufsteiger muss so reden, doch Oensingen ist alles zuzutrauen. Eine Prognose zum Abstiegskampf wollte Ernst Frei nicht wagen, er kenne die Konkurrenten noch zu wenig. An der Tabellenspitze sei die Situation klarer: «Man hört so einiges. Wenn alles stimmt, müsste der FC Grenchen die Liga dieses Jahr eigentlich dominieren. Aber es muss immer zuerst gespielt werden.»