Fussball 1. Liga

Delsberg siegte verdient – der Finalist FC Solothurn enttäuschte

Der FC Solothurn verliert zuhause gegen Delsberg.

Der FC Solothurn verliert zuhause gegen Delsberg.

Eine glatte Enttäuschung war der inferiore Auftritt des FC Solothurn vor heimischem Publikum eine Woche nach der Qualifikation für die Aufstiegsspiele. Die Ambassadoren zeigten sich wie in den letzten Runden oft nicht in der Lage eine ausgewogene Performance hinzulegen.

Diese 0:2-Niederlage gegen Delsberg, das diesen Sieg im Fernduell mit Buochs um den dritten Gruppenplatz für eine ebenfalls mögliche Aufstiegsrundenteilnahme brauchte, fiel verdient aus. Entsprechend selbstkritisch Klartext spricht Solothurns Trainer Dariusz «Darek» Skrzypczak in seiner Spielanalyse: «So wie wir uns heute präsentiert haben, haben wir in den Aufstiegsspielen nichts zu suchen. Es war eine Frage der Einstellung. Die Spieler hatten die Gedanken bereits  bei den Aufstiegsspielen – leider. Ich hoffe, dass die Jungs es checken. Wenn wir mehr wollen, muss mehr kommen. Die Art und Weise wie wir heute spielten, gibt zu denken». Solothurn liess gesamthaft Entschlossenheit und Bereitschaft vermissen, im Kopf stimmte vieles nicht.

Entscheidend war die Szene, die zum Führungstreffer der Jurassier vier Minuten nach dem Seitenwechsel führte. Einmal mehr war ein stehender Ball der Ursprung. Dyonis Stadelmann konnte einen Eckball von links treten.

Beim weiteren Pfosten stand der aufgerückte Mittelverteidiger Enderlin frei. Er ging völlig  im Abwehrdispositiv der Platzherren vergessen und konnte den Ball mit seinem linken Fuss über die Torlinie befördern. „Das tut weh, wir dürfen uns solche Fehler nicht erlauben“, bemängelt Skrzypczak.

Camaras Laufstärke zum 0:2

Dieser Treffer beflügelte die Romands. Sie verstärkten ihren sonst schon rigorosen Einsatz. Nachdem Waylon Grosjean in einem ersten Laufduell mit Delsbergs flinkem Stürmer Camara noch siegreich blieb und zur Ecke klären konnte (55.), musste er fünf Minuten später den 23-jährigen Guineer ziehen lassen. Links lief dessen Sturmpartner Mast mit und schob ins leere Tor – Jeffrey Grosjean kam heraus, um zu versuchen, dem Ballführenden den Weg abzuschneiden – zum Endstand ein.

«Wir dürfen den Kopf nicht so schnell verlieren», gibt sich der Pole angesäuert über das fehlende Aufbäumen. Nach vorne blieben die Platzherren harmlos, zahm, ohne Überraschungseffekt. Niemand stieg in die Leaderrolle.  Die Welschen gerieten nicht in Gefahr, sie vermochten ihre Dominanz zu verstärken. Technisch, läuferisch, athletisch wie konzeptionell waren die Besucher besser aufgestellt.

Solothurns Zweikampf-Schwäche

Die erste Hälfte war geprägt von einem gegenseitigen Hin und Her. Die Platzherren kamen nicht vom Fleck. Die Gäste zwangen die Stadionelf mit ihrer Aufsässigkeit zu schnellem und somit auch ungenauem Abspielen. Die verharkten Zweikämpfe  hatten unnötige Ballverluste zur Folge. „Bei uns hat es in den Zweikämpfen nicht gestimmt, wir haben zu viele Bälle an den Gegner verloren und so ist einfach nicht zu gewinnen“, betreibt Skrzypczak Ursachenforschung. Vor der Pause konnte sich kein Team entscheidend absetzen.

Hochstehende Fussballkost wurde nicht geboten. Delsberg deutete mit seiner Dreier-Abwehr und Zweimann-Sturm klar an, dass es zum Siegen angereist war. Daraus entstehende Konterchancen blieben fruchtlos. So schoss Osmani nach einem Grundlinienrückpass Hunzikers Gästehüter Fankhauser in die Arme (16.) und wieder Solothurns Nr. 12 vergab nach einer der seltenen gelungenen Kombinationen über mehrere Stationen rechts am Tor vorbei (27.). Arifi schoss auf Asanis Zuspiel halblinks übers Gehäuse (45. +1). Auf der anderen Seite lieferten sich immer wieder Camara und Hasanovic intensive und hitzige Duelle.

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