Bereits zum 34. Mal ging der Attiswiler Geländelauf am Freitagabend bei schönem Sommerwetter in Szene. Nachdem der örtliche Turnverein STV Attiswil für die 25 ersten Austragungen dieses coupierten, 10,5 km langen Rennens verantwortlich zeichnete, ist die Organisation nun schon seit neun Jahren in den Händen des Schneesportverein Wiedlisbach mit OK-Chef Bernard Chevalier an der Spitze. Von der alten Organisation ist der Speaker Ueli Schneeberger geblieben.

Mit der Ansetzung des Laufes auf den gleichen Abend wie die beiden Fussball-WM-Viertelfinals Deutschland-Frankreich und Brasilien - Kolumbien musste der Veranstalter diesmal mit 241 klassierten Läuferinnen und Läufer gegenüber dem Vorjahr einen Teilnehmerrückgang in Kauf nehmen. In dieser Beziehung hatte die Läufergruppe Derendingen vor Wochenfrist mit 542 klassierten Läufer bei ihrem Abendlauf an einem fussballfreien Abend mehr Glück gehabt.

Wenig Läufer, schnelle Zeiten

Trotzdem zeigten die Laufbegeisterten am traditionsreichen Attiswiler Geländelauf sehr gute Leistungen. Nach 2007 und 2010 gewann der 28-jährige Äthiopier Kadi Nesero, der für den BTV Aarau startet, den Hauptlauf bereits zum dritten Mal. Mit 33:03,8 verpasste der seit bald zehn Jahren in der Schweiz lebende Nesero bei seinem Start-Ziel-Sieg seinen vier Jahre alten Streckenrekord um nur 11,2 Sekunden. «Auch ich spürte nach dem siebten Kilometer die grosse Hitze auf dem offenen Feld, deshalb konnte ich wohl meinen eigenen Rekord nicht unterbieten», war vom Afrikaner des BTV Aarau am Ziel zu hören.

Eine starke Leistung zeigte als Zweiter auch der frühere Balsthaler Spitzenläufer Reto Dietiker, der bei seinem ersten ernsthaften Rennen seit längerer Zeit das horrende Tempo von Kadi nie mitging, aber fast zwei Minuten schneller als der drittklassierte Nils Makos aus Oberdorf SO im Ziel war.» Ich will vor allem im Herbst wieder auf die Halbmarathondistanz setzten», sagt der jetzt in Hochdorf wohnhafte Thaler. Er hat dabei als erstes den Greifenseelauf in Uster im Visier.

Nur sechs Männer schneller als eine 14-Jährige

Bei den Frauen gab es mit der erst 14-jährigen Kirchbergerin Delia Sclabas die gleiche Siegerin wie im Vorjahr. Nachdem sie letztes Jahr den alten Streckenrekord der Oberaargauer Lehrerin Gaby Nyffeler-Berger unterboten hatte, verbesserte die Schülerin aus der laufverrückten Sportlerfamilie Sclabas ihren eigenen Streckenrekord mit 38:31 Minuten erneut um über 50 Sekunden. «Mir ist es heute auf dieser sehr schönen, abwechslungsreichen Strecke sehr gut gelaufen. Nur auf dem offenen Feld verspürte ich die Hitze ein wenig», sagte Delia Sclabas die das Ziel hinter nur sechs Männern als Solosiegerin mit grossem Vorsprung auf die restlichen Frauen erreichte.

Nicht am Start in Attiswil war die dreifache Berglauf-Europameisterin Martina Strähl. Die Oekingerin hatte zuvor die drei ersten Wettbewerbe der Ingold Rönners Team Trophy in Herzogenbuchsee, Niederbipp und Derendingen souverän gewonnen. Die Starterin an der Marathon-EM in Zürich und 14-fache Saisonsiegerin wird heute Sonntag am Berglauf von Montreux auf den Rochers-de- Naye antreten. Auf einer Strecke, auf welcher Strähl einen ihrer sechs Schweizer Berglauf-Meistertitel errungen hatte.