Schweizer Cup

Deitingen verliert deutlich und weiss: «Sie sind Profis, wir ambitionierte Amateure»

Deitingen bleibt im Schweizer Cup-Sechzehntelfinal gegen den NLA-Klub Langnau chancenlos (1:10). Die zwei Ligen Differenz waren deutlich zu sehen.

Die Stimmung in der Zweienhalle war gestern Sonntag aufgekratzt: Die Deitinger hatten am Samstag zum Auftakt in die neue Saison in der 1. Liga den ewigen Angstgegner Eggiwil 6:3 geschlagen und waren guten Mutes, dass nun am Bettag auch im Schweizer Cup gegen die Tigers aus Langnau etwas möglich sein sollte. Vielleicht träumte man nicht gerade einen Sieg, aber zumindest von einem spannenden Match mit einem knappen Ausgang.

Der Abend begann mit einer kleinen Zeremonie: David Frei, einer der Gründer und ehemaliger Präsident des TSV Unihockey Deitingen, wurde nach über zwanzig Jahren aus der ersten Mannschaft verabschiedet, indem dessen altes Dress mit der Nummer 7 in den Hallenhimmel gehievt wurde.

Dann konnte der erste Saisonhöhepunkt beginnen. Mit Siegen gegen Waldenburg und Brugg hatte sich Deitingen die Qualifikation für die Sechzehntelfinals des Schweizer Cups und somit das Heimspiel gegen die Tigers aus Langnau aus der Nationalliga A verdient.

Zwei Ligen Unterschied, das mag nach wenig klingen, diese sind aber im Unihockey kaum zu verbergen. Mit direkt gespielten Pässen zogen die Tigers sofort ein druckvolles Powerplay auf. Minutenlang wurde die Deitinger hin und her gejagt, ohne dass sie den Ball erwischten.

Alles klar nach dem ersten Drittel

Die Tigers waren optisch klar überlegen, aber das 0:1 war dann doch eher erknorzt. Auch das 0:2 war so ein Treffer der Marke «was, ist der wirklich-drin?». Dazwischen tauchte einmal Marco Stüdi ganz alleine vor dem Emmentaler Goalie auf, vergab dann aber den möglichen 1:1-Ausgleich. Mit dem 0:3, dem ersten wirklich schön herausgespielten Tor des haushohen Favoriten, machten die Gäste aus der Nationalliga A dann bereits im ersten Drittel alles klar.

So ging es munter weiter – für Langnau. Für Deitingen wurde der Abend mit der Zeit eher frustrierend. Immerhin, keiner der Goalies kassierte mehr als fünf Gegentreffer, denn alle drei kamen je ein Drittel lang zum Einsatz.

Auch Chancen zum Ehrentreffer boten sich einige, aber lange wurde keine davon genutzt. Sehr lange. Und als dann endlich Stüdi kurz vor Schluss ein Zuspiel von Thomas Bieber zum 1:9 verwerten konnte, jubelten die Deitinger, als wäre es das Siegtor gewesen. Und so tat auch das zehnte Tor der Tigers Langnau gar nicht mehr so weh.

Trotzdem der Saisonhöhepunkt

«Sie sind Profis, wir sind ambitionierte Amateure, die einen Aufwand wie Halbprofis betreiben.» So beschrieb Deitingens Trainer Matthias Roth am Ende den Unterschied, der den Ausschlag gegeben hatte.

«So ein Cupspiel ist für uns ein einmaliges Erlebnis und ein Saisonhöhepunkt. Die Devise war, jeder soll so viel Einsatzzeit wie möglich bekommen und es geniessen. Wir haben ein Tor geschossen und von diesem Moment werden wir lange zehren können.»

Nun gilt es, sich wieder im Alltag der 1. Liga zu behaupten. «Die Playoffs sind kein Wunsch mehr, sie sind Pflicht. Deitingen gehört jetzt immerhin zu den besten 40 Teams der Schweiz und da sind natürlich nur noch kleine Schritte weiter nach oben möglich», erklärt Roth seine persönlichen Ambitionen und diejenigen des TSVUD.

«Das wichtigste ist, dass mein Team in jedem Spiel die bestmögliche Leitung abliefert. Ich persönlich will in der ersten Phase mit Deitingen unter die besten Vier kommen, damit wir in den Playoffs den Heimvorteil erhalten. Und dann will ich natürlich so weit wie möglich kommen.»

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