Die Ausgangslage vor dem zehnten Saisonspiel war eigentlich klar: Der Tabellenführer HV Olten, der die zweitbeste Offensive und die beste Abwehr der 1. Liga Gruppe 2 vorweisen konnte, hatte fast doppelt so viele Punkte auf dem Konto als der HC Mutschellen auf dem fünften Platz. Die erste Begegnung in der Vorrunde gewannen die Dreitannenstädter auswärts mit 27:18. Doch nachdem sie mit acht Siegen in Folge in die Saison gestartet waren, unterlagen die Oltner vor zwei Wochen dem damaligen Letzten, der SG Pilatus. Vor einer Woche spielte das Team von Hanspeter Arnold unentschieden gegen Muotathal.

Die Niederlage sei zum richtigen Zeitpunkt gekommen, sagte der HVO-Trainer. «Wir fühlten uns zu sicher. Wenn die Konzentration nicht stimmt, reichts auch gegen den Letzten nicht.» Mit der Leistung seines Teams gegen Muotathal zeigte sich Arnold zufrieden: «Das war ein super Match von uns. Leider gaben wir in den letzten Minuten einen Drei-Tore-Vorsprung und damit den Sieg aus den Händen.» Beunruhigt hätten ihn die beiden sieglosen Spiele nicht.

Gegner blieb lange hartnäckig

Und seine Spieler wirkten ebenfalls nicht verunsichert. Die Oltner starteten furios und führten nach vier Minuten mit 4:0. Mit einem Vier-Tore-Vorsprung für das Heimteam ging es auch in die Pause, obwohl die Aargauer den Rückstand zwischenzeitlich auf ein Tor verkürzen konnten. Auch in der zweiten Halbzeit legte der HVO einen Blitzstart hin. Zweimal Cédric Christ und Moritz Aufdenblatten erhöhten auf 20:13. Mutschellen kämpfte sich noch ein letztes Mal bis auf drei Tore heran (23:20), in der Schlussviertelstunde agierten die Oltner aber wieder kompromissloser und distanzierten den Gegner schliesslich noch bis auf 35:27. Topskorer Jan Peter war mit neun Toren der treffsicherste bei den Gastgebern. Michael Burri und Cédric Christ erzielten sechs Tore, Moritz Aufdenblatten deren fünf.

Finalrunde nur der erste Schritt

«Im Grossen und Ganzen war es ein gutes Spiel von uns. Obwohl wir definitiv zu viele Gegentore kassierten», resümierte Coach Arnold. In den wichtigen Momenten stimmte die Genauigkeit bei den Abschlüssen seiner Spieler. Die offensive Durchschlagskraft war spielentscheidend. Dank des neunten Saisonsiegs hat sich der HV Olten vorzeitig für die Finalrunde qualifiziert. In Jubelstürme brechen die Oltner darob nicht aus, das war Pflicht. Man liebäugelt mit einem baldigen Aufstieg in die NLB.

«Wir haben uns ganz klar vorgenommen, die Finalrunde zu erreichen», so Hanspeter Arnold. «Aber jetzt geht es weiter. Auch vom ersten Platz können wir uns noch nichts kaufen. In der Finalrunde beginnt es bei Null.» Zuerst warten aber noch die Qualispiele gegen den HC Einsiedeln (4.), den TV Muri (3.) und die SG Horgen/Wädenswil (5.). Diese bringen Arnold die Möglichkeit, «das eine oder andere zu testen». Aber hinsichtlich der Finalrunde muss die Spannung natürlich hochgehalten werden: «Die Entwicklung muss weitergehen. Wenn wir weiter Fortschritte machen, werden auch die Resultate stimmen. In den Spielen könnten wir noch etwas konstanter auftreten.»