Der FC Wangen scheint daheim auf der Chrüzmatt ganz einfach nicht befreit aufspielen zu können. Dies ganz im Gegensatz zu den Auswärtsspielen, wie beispielsweise vor einer Woche bei der  Heimstarken SR Delémont. Schwer zu sagen, woran es liegt. Eines scheint aber doch aufzufallen. Gegen höher einzustufende Teams läuft es dem Team von Trainer André Fimian bedeutend besser. Ist es die Belastung, daheim unbedingt zu gewinnen, welche wie schon gegen Schötz und nun auch wieder gegen Bassecourt, wie eine Hemmschwelle wirkt?

Beim ohnehin schon schmalen Kader wirkte sich der kurzfristig verletzungsbedingte Ausfall von Blerim Bekteshi negativ aus, musste doch in der Verteidigung nebst dem angeschlagenen Alexandar Milushev auch noch der Captain ersetzt werden. Jordan Otomo, welcher in den letzten Spielen mit seiner Schnelligkeit beim Gegner jeweils im Angriff für Unruhe sorgen konnte, musste nach hinten beordert werden.

Die Startphase gehörte ganz eindeutig den Besuchern aus dem Jura, welche mit ihrer offensiv eingestellten Spielweise für Überraschung sorgten. Zwar hatten die Einheimischen die erste gute Einschussmöglichkeit, doch Torhüter Weber wehrte ein Schuss von Skender Zeqiri mit gutem Stellungsspiel ab. So wie die Gäste auftraten, war es kaum erstaunlich, dass sie bereits in der 17. Spielminute in Führung gingen. Ein beherzter Distanzschuss klatschte vorerst an die Querstange des Wangner Tores. Der Abpraller wurde von Nader All Bouzenna übernommen, der Wangens Torhüter Marco Häfliger mit einem Heber zu überlisten vermochte.

Früher Wechsel

Bereits in der 23. Minute nahm Wangen einen Wechsel vor. Dragan Gyorgiev spielte fortan für Skender Zeqiri. Die Gastgeber waren gezwungen, auf den Rückstand zu reagieren und versuchten, die Offensive zu verstärken. Oftmals aber recht kompliziert, gingen doch zu viele Bälle unnötigerweise wieder verloren, nicht zuletzt auch durch Fehlzuspiele. Den möglichen Ausgleichstreffer verhinderte Torhüter Weber mit einer tollen Abwehrparade im Anschluss an einen Freistoss in der 37. Minute.

Der Deitinger André Fimian ist Trainer in Wangen.

Der Deitinger André Fimian ist Trainer in Wangen.

Die Bemühungen der Wangner wurden aber doch noch vor dem Seitenwechsel belohnt. Der psychologisch wichtige Ausgleich kam eine Minute vor dem Halbzeitpfiff zustande. Zuerst rettete Torhüter Weber schon beinahe mirakulös auf einen Schuss von Besart Xhema aus nächster Nähe, doch gegen den anschliessenden Kopfball von Cvetan Churlinov war er machtlos. Dieser Ausgleich so kurz vor Halbzeit liess die Wangner wieder hoffen, welche aber kurz nach Wiederbeginn zerstört wurden.

Für ein Dutzendfoul bekam der auf der rechten Seite vorgeprellte Jordan Otomo die gelbe Karte und, weil er bereits vorbelastet war, logischerweise Gelb/Rot. Schiedsrichter Bannwart bewies in dieser Situation absolut kein Fingerspitzengefühl, wurde doch der Wangner zuvor ganz klar von seinem Gegenspieler zurückgehalten.

Die Wangner mussten somit praktisch die gesamte zweite Halbzeit in Minderzahl bestreiten, wodurch ihre Siegeschancen arg geschmälert wurden. Doch wie schon so oft verlieh das der dezimierten Mannschaft Flügel. Jedenfalls liessen sich die Gastgeber nicht entmutigen und kämpften mutig weiter. In der Folge stand Patrik Gjidoda gleich dreimal im Brennpunkt des Geschehens. Zuerst scheiterte er am gegnerischen Torhüter, dann verzog er bei einer Schussabgabe der Ball, doch beim dritten Mal klappte es. Ein bemerkenswerter Angriff der Platzherren schloss er mit dem 2:1 ab.

Das dritte Tor verpasst

Dieser Rückstand wollten die in Überzahl spielenden Besucher nicht einfach nur so hinnehmen. Noch reagierte Marco Häfliger mit einer sehenswerten Parade auf einen Freistoss von Bassecourt. Tatsächlich schien es möglich zu sein, trotz Minderzahl den Vorsprung halten zu können. Doch ein ungenügendes Abwehrverhalten ermöglichte Elliot Mayer den Ausgleichstreffer. Zweimal noch vergaben die Wangner die Möglichkeit auf den Siegtreffer. Gustavo vergab in der 87. Minute den ersten Matchball.

Gar in der 90. Minute kam noch Pech dazu. Besart Xhema traf aus aussichtsreichster Position nur die Querstange. So blieb es bis am Schluss beim 2:2. Ein Resultat, mit dem die Wangner, trotz des Nachteiles, praktisch über eine Halbzeit lang mit einem Mann weniger spielen zu müssen, nicht zufrieden sein können oder dürfen. Die so dringend benötigten Punkte sollten doch in erster Linie bei den Heimspielen eingefahren werden. Noch wäre es verfrüht, gar von einem Heimkomplex zu sprechen. Ein solcher ist beim nächsten Auswärtsspiel in einer Woche beim SC Buochs mit Bestimmtheit nicht zu erwarten.