Solothurner 2. Liga

Das Überraschungsteam des Vorjahres kommt langsam in Fahrt

In den letzten beiden Spielen gab es endlich Grund zum Jubeln für den FC Mümliswil.

In den letzten beiden Spielen gab es endlich Grund zum Jubeln für den FC Mümliswil.

Mit vier Pleiten in Serie in die Saison gestartet, konnte der FC Mümliswil zuletzt endlich die ersten Siege verbuchen. Bevor die Aufholjagd in der Meisterschaft weitergeht, steht das Team von Trainer Remo Bürgi heute Donnerstag im Solothurner Cup im Einsatz.

In der vergangenen Saison war der FC Mümliswil als Tabellendritter nach der Vorrunde das Überraschungsteam der 2. Liga. Sieben von zehn Spielen gewann die Elf von Trainer Remo Bürgi. Die 21 Punkte aus dem Vorjahr zu egalisieren, wäre trotz Fehlstarts immer noch möglich – allerdings mit einem Spiel mehr. Und auf den aktuellen Tabellenzehnten der 2. Liga warten unter anderem noch Gegner wie Wangen, Olten und Lommiswil.

Nach vier Spieltagen war der FC Mümliswil der einzige Klub, der noch keinen einzigen Punkt auf dem Konto hatte. «Als Trainer überlegst du dir in dieser Situation, was du machen kannst, damit deine Mannschaft erfolgreicher ist. Wo kann ich schrauben?», blickt Remo Bürgi auf die schwierigen ersten beiden Wochen zurück. Dass sein Team anfangs Mühe bekundete, sei für ihn aber auch erklärbar gewesen. Mit Mario Simic, Florian Arnold, Simon Büttler und Roger Wyser fehlten insbesondere in der Offensive wichtige Elemente. «Für Zweitliga-Verhältnisse hatten wir zwar immer eine gute Startelf auf dem Platz, doch mir fehlten die Spieler, um nach 60, 65 Minuten noch einmal für neuen Schwung zu sorgen», erklärt Bürgi.

Drei der vier Niederlagen resultieren mit nur einem Tor Differenz. «Das Wettkampfglück hat uns teilweise gefehlt. Wir hatten viele Aluminiumtreffer und Entscheide der Schiedsrichter, die nicht zu unseren Gunsten ausgefallen sind», so Bürgi. «Ich sagte den Spielern, dass wir uns das Glück erkämpfen müssen. Das haben wir in den letzten beiden Spielen auch getan.»

Mümliswil meldete sich mit zwei 3:2-Siegen gegen Fulenbach und Biberist zurück. In beiden Spielen musste Bürgis Team nach einer vermeintlich komfortablen 3:0-Führung noch zittern. «Gegen Fulenbach zeigten wir in der zweiten Halbzeit Nerven und spielten nicht mehr viel Fussball», drückt es der Trainer aus. Gegen Biberist führte seine Elf nach einer halben Stunde mit 3:0. «Danach war Biberist haushoch überlegen. Wir hätten das Spiel auch verlieren können», fasst Bürgi zusammen.

Ein Blick auf die Statistiken verrät, dass vor allem ein Spieler grossen Anteil am Aufschwung hat: Mario Simic, der auf die vergangene Saison vom FC Olten aus der 2. Liga inter zu seinem Stammverein zurückkehrte. Nachdem der Mittelfeldspieler die ersten vier Saisonspiele verletzungsbedingt verpasst hatte, steuerte er zu den jüngsten beiden Erfolgen zwei Tore und zwei Vorlagen bei. Obwohl er laut seinem Trainer immer noch nicht ganz fit ist. «Er konnte seine Qualitäten aber trotzdem zeigen. Er kann den Ball halten und sorgt mit seinen individuellen Fähigkeiten für Unerwartetes – wie zum Beispiel mal ein Freistosstor.»

Auch der erfahrene Mittelfeldspieler Simon Büttler hat sich von seiner Blinddarmoperation allmählich erholt und konnte die letzten drei Spiele über die volle Distanz absolvieren. Roger Wyser kam gegen den FC Biberist zu seinem ersten Einsatz in der neuen Saison und auch Florian Arnold wird laut Bürgi bald wieder an Bord sein, was ihn zuversichtlich stimmt für den weiteren Verlauf der Vorrunde.

Sich unter den besten fünf Klubs einzureihen, so lautet das Saisonziel des FC Mümliswil. «Das wird in dieser ausgeglichenen Liga, in der die Tagesform und das Wettkampfglück oft entscheidend sind, nicht einfach», weiss Bürgi. In den restlichen Vorrundenspielen erwartet der 34-Jährige von seinem Team, dass es konstanter agiert. «Bis jetzt sind wir entweder zu spät in die Spiele reingekommen oder wir hatten einen Durchhänger nach einer Stunde», erklärt er. «Wenn wir es schaffen, unsere Leistung über neunzig Minuten abzuliefern, werden sicher noch einige Punkte herausschauen.»

Die Ausgabe 2020/21 des FC Mümliswil.

Die Ausgabe 2020/21 des FC Mümliswil.

Bevor allerdings die Punkte- und Aufholjagd in der Liga fortgesetzt wird, steht der Sechzehntelfinal im Solothurner Cup an. Mümliswil trifft heute Abend auf den FC Niederbipp, der die Gruppe 2 der 4. Liga ohne Verlustpunkt anführt. «Sie werden mit viel Selbstvertrauen antreten», erwartet Bürgi. Für den Oberklassigen sei die erste Runde stets unangenehm. «Für sie ist es ein Highlight. Sie werden topmotiviert sein und sich zerreissen auf dem Platz», begründet er.

«Deshalb wird es wichtig sein, dass wir mit der richtigen Einstellung auftreten, im besten Fall ein frühes Tor schiessen und defensiv dichthalten.» Der FC Mümliswil, der 2019/20 zum Zeitpunkt des Abbruchs unter den letzten acht Teams stand im Pokal-Wettbewerb, will sich dieses Jahr laut Bürgi im Cup profilieren. Gerade auch, weil es in der Meisterschaft noch nicht so läuft wie erhofft.

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

Meistgesehen

Artboard 1