Schach
Das Spektakel geht im Kopf ab

Das beliebte Grenchner Rapidopen lockte bei seiner12. Austragung 62 Schachspieler ins Parktheater. 25 Minuten stand jedem Spieler pro Partie während sieben Runden zur Verfügung.

Hans Peter Schläfli
Drucken
Teilen
Bereits zum fünften Mal hiess der Sieger Vjekoslav Vulevic aus Davos.hpsi

Bereits zum fünften Mal hiess der Sieger Vjekoslav Vulevic aus Davos.hpsi

Es ist wie ein Kriegsspiel, nur dass die ganze Action im Kopf abgeht. Gespannte Ruhe dominiert. Die heftigste Explosion ist der Schlag auf die Stoppuhr, wenn ein Spieler unter Druck nach seinem Zug die Zeit des Gegners zum Laufen bringt. Taktik und Strategie gewinnt – die Erfahrung kann den Ausschlag geben. Am Ende gewann deshalb Vjekoslav Vulevic, der Davoser Routinier, das sehr gut besetzte Turnier.

Attraktives und beliebtes Turnier

Nicht weniger als 62 Teilnehmer, darunter acht Fide-Meister und drei internationale Meister, konnte das Baloise Bank SoBa Rapidopen nach Grenchen locken. Kein Wunder also, dass die beiden Organisatoren, André Brunschwyler und Helmut Löffler, happy waren. «Auf der einen Seite haben wir im Parktheater absolut ideale Bedingungen, andererseits ist das Preisgeld von insgesamt 2150 Franken attraktiv», erklärt sich André Brunschwyler den Erfolg. Der Sieger alleine erhält 400 Franken, was im Schach als grosse Prämie gilt.

«Die Jugendlichen werden immer stärker», sieht Brunschwyler die Entwicklung im Schach der letzten Jahre. «Bei den Jungen ist das Gamen beliebt, wegen der Action auf dem Bildschirm», erklärt er. «Aber das ist nur vordergründig. Schach ist auch ein Kriegsspiel, es gibt Kampf und Taktik. Aber die Action geht im Kopf ab.» Deshalb habe Schach trotz der Konkurrenz der Computerspiele seinen Reiz nicht verloren. «Die Jungen verstehen es, die Trainingsmöglichkeiten und Analysen mit dem Computer optimal zu nutzen, weshalb sie sehr schnell lernen.»

Eine Überraschung für Solothurn

Der Franzose Nicolas Grandadam gewann denn auch nicht nur die Juniorenwertung für sich, er wurde auch im Gesamtklassement hervorragender Fünfter. Die positive Überraschung aus Solothurner Sicht gelang Robin Angst. Der junge Dulliker reihte sich zwischen Spieler ein, die allesamt 200 bis 300 Elo-Punkte mehr aufweisen können. Gesamtsieger war dann aber Routinier Vjekoslav Vulevic. Er erreichte in den sieben Runden sechs Punkte gleich wie der Basler Branko Filipovic, musste aber über das gesamte Turnier gesehen gegen die besseren Gegner antreten, was ihm dank der besseren Zweitwertung den Sieg einbrachte.

Aktuelle Nachrichten