«Es lief sehr gut. Alles hat reibungslos geklappt. Wir hätten viel mehr Probleme erwartet», blickt Lorenz Freudiger auf das erste Wochenende des Solothurner Kantonalturnfests 2018 zurück. Er ist Technischer Leiter beim Solothurner Turnverband (SOTV) sowie Gesamtwettkampfleiter am Kantonalturnfest im Niederamt.

Freudigers Fazit fällt durchweg positiv aus: «Die Stimmung, das Wetter und die Anlagen stimmten. Alle Vereine waren sehr diszipliniert. Sie kamen pünktlich und die Zeitpläne konnten eingehalten werden.» Die Ausnahme bildete der Sonderzug, der am Bahnhof Solothurn steckenblieb. «Wir wurden aber sofort informiert und konnten schnell reagieren.»

Sportliche Highlights habe es einige gegeben am ersten Wochenende. Freudiger pickt als Beispiel die Vereinswettkämpfe der Jugend heraus. «Es ist wunderbar, wenn man die nächste Generation im Einsatz sieht. Ich bin begeistert von den Leistungen. Speziell sind auch die Rangverkündigungen. Die Freude und die Stimmung sind ansteckend.»

Stolz über Neuerung

Stolz zeigt sich Freudiger über den Kitu-Wettkampf, eine Neuerung in diesem Jahr. Diese fand grossen Anklang bei den Vereinen. «Die Rückmeldungen waren überwältigend», sagt er. «Und ich habe mich auch darüber gefreut, dass wir die Königsdisziplin, das Kunstturnen, ins KTF integrieren konnten.»

Dies sei schweizweit eher eine Ausnahme wegen des grossen Aufwands. Die ganze Anlage wurde aus Solothurn in die Kreisschule Mittelgösgen geschafft. «Es hat sich gelohnt», so Freudiger.

Das Niveau der Darbietungen sei generell sehr hoch. Dies begründet Lorenz Freudiger damit, dass im nächsten Jahr das Eidgenössische Turnfest stattfindet. Das heisst, es sollte jetzt eigentlich schon alles sitzen.

«Die Vorführungen der Jugend waren teilweise sensationell. Unsere Vereine gehören zur Spitze der Schweiz», sagt Freudiger. Dies zeige sich jeweils an den Schweizer Meisterschaften. «Wir haben viele gute Vereine und dadurch auch eine enorme Breite im Kanton.»

In dreifacher Funktion

Das Wetter am zweiten Wochenende des KTF 2018 ist wiederum perfekt. Das freut natürlich das ganze OK. Lorenz Freudiger hofft, dass die Wettkämpfe weiterhin fair ablaufen und die Anlagen bis zum Schluss halten. «Und hoffentlich bleiben wir wie schon letzte Woche vor gröberen Verletzungen verschont. Sicherheit ist das oberste Credo.»

Natürlich auch am Kantonalturnfest dabei ist Christian Sutter. Und zwar in dreifacher Rolle. Als Präsident des Solothurner Turnverbands eröffnete er am vergangenen Freitag das Kantonalturnfest und wird am Sonntag die Schlussrede halten.

Nebst anderen repräsentativen Aufgaben. Zudem unterstützt Sutter die Wettkampfleitung um Chef Lorenz Freudiger, und er wird am zweiten Wochenende selber mit Hubersdorf aktiv sein. Die drei Rollen passen ihm. Er sei gerne mit Leuten und auch vor Leuten.

Der 37-Jährige ist seit November 2017 Präsident des SOTV. Davor war er zehn Jahre im Vorstand und für die Jugend verantwortlich. Dann wollte er eigentlich aufhören. Sutter konnte seine Kollegen jedoch nicht im Stich lassen, als zu lange kein neuer Präsident gefunden wurde.

Obwohl nicht ganz gewollt, macht ihm das Amt trotzdem Spass. Wie gross ist der Aufwand? «Mal mehr mal weniger aufs ganze Jahr verteilt. Im Durchschnitt ist es etwa ein 20-Prozent-Pensum», sagt Sutter.

Gutes bis sehr gutes Niveau

Die grösste Sorge sei die gleiche wie überall. Es ist schwierig, neue Leute für den Vorstand zu finden. Der Turnsport an sich habe in den letzten Jahren aber nicht an Zuwachs verloren: «Turnen ist immer noch bei Jung und Alt beliebt.»

Das Niveau der Solothurner Turnszene bezeichnet Sutter als gut bis sehr gut: «Wir wollen den Breiten- und den Leistungssport fördern. Wenn es um den Leistungssport geht, ist aktuell Benjamin Gischard der Beweis für das gute Niveau im Kanton.»

Von der Breite macht man sich am besten am Kantonalturnfest selbst einen Eindruck. Heute und morgen stehen die Vereinswettkämpfe der Aktiven im Mittelpunkt. Der Turncup bildet den ersten Höhepunkt am Sonntag. «Die Besten aller schätzbaren Disziplinen können sich noch einmal präsentieren», erklärt Sutter.

Diesmal bewerten aber keine Punktrichter, das Publikum ist die Jury. Um 13 Uhr beginnt die Schlussvorführung mit Siegerehrungen und Fahnenlauf. Diese endet um 15.30 Uhr. Damit soll das KTF 2018 aber noch nicht enden. «Das Gemeinschaftliche und die Geselligkeit sollen schliesslich auch gepflegt werden», freut sich Christian Sutter auf ein gemütliches Fest.