Mut

Der EHCO geht als Aussenseiter in diese Serie. Der erste Reflex wäre also, sich zurückzuziehen und dem Favoriten das Spieldiktat zu überlassen. Das ist aber keine gute Idee. Die eingespielten Langenthaler haben zu viel Klasse, als dass man sie gewähren lassen kann. Der Druck wäre zu gross. Deshalb ist die Flucht nach vorne das richtige Mittel für die Oltner. Aggressives Forechecking, den Puck führenden Spieler immer unter Druck setzen, die Langenthaler so zu Fehler zwingen. Und selber den Mut haben, immer wieder in die Offensive zu gehen, den schnellen und direkten Abschluss zu suchen.

Cleverness

Mutig spielen, darf aber nicht bedeuten, dass man leichtsinnig und kopflos agiert. Wichtig ist, dass die Mannschaft kompakt und vor allem konzentriert auftritt. Saubere Auslösungen, sichere Pässe und der Blick für die defensive Grundordnung sind nötig, um Fehler zu vermeiden, welche die Langenthaler oft eiskalt auszunützen vermögen. Vor allem, wenn der starke erste Block mit Brent Kelly/Jeff Campbell oder Kim Karlsson/Stefan Tschannen grossen Druck ausübt. Cleverness bedeutet aber vor allem auch, dass man keine dummen Strafen kassiert. Das Powerplay Langenthals ist zu gut, als dass man zu oft in ungemütliche Unterzahlsituationen geraten möchte.

Aufopferung

Ein Element, welches die Oltner in der Serie gegen den HC Thurgau je länger, je besser in ihr Spiel integrierten. Playoff-Hockey heisst auch, dass man sich blaue Flecken holt, dass man seinen Körper ohne Furcht einsetzt – selbst wenn das mit Schmerzen verbunden ist. Dazu gehört, dass man jeden Check fertigmacht, dass man selber Checks «frisst», dass man sich in gegnerische Schüsse wirft. Nur, wenn jeder EHCO-Crack bereit ist, körperlich an sein Limit zu gehen, sich aufzuopfern, wird man gegen die spielerisch versierten Langenthaler eine Chance haben. Zumal die Oberaargauer genau wissen, was es braucht, um in den Playoffs erfolgreich zu sein.

Teamgeist

Der EHCO ist im Viertelfinal endlich zu einem Team zusammengewachsen. Die Spieler haben erkannt, dass eigene Interessen und Egoismus während der Playoffs endgültig keinen Platz mehr haben (sie hätten eigentlich nie Platz). Die Mannschaft hat bewiesen, dass man mit einem funktionierenden Kollektiv, mit einer geschlossenen Teamleistung Berge versetzen und Widerwärtigkeiten überwinden kann. Wenn man als Einheit auftritt, kann man auch das Publikum auf seine Seite bringen. Kein Spieler wird vergessen, wie die Zuschauer im Kleinholz mitgeholfen haben, im fünften Duell gegen Thurgau aus einem 0:3 einen 4:3-Sieg zu erkämpfen.

Glück

Es mag simpel tönen: Aber Eishockey ist ein Spiel, in welchem aller guten Vorsätze und Bemühungen zum Trotz der Zufall eine nicht unwichtige Rolle einnimmt. Aber: Man kann Zufälle und somit auch das Glück auf seine Seite zwingen. Wenn man all die genannten Punkte beherzigt und aufs Eis bringt, dann findet der Puck im entscheidenden Moment vielleicht den Weg zwischen vielen Stöcken und Beinen hindurch ins gegnerische Tor. Dann erzwingt man beim Langenthaler Goalie ein «faules Ei». Dann rettet man vor dem eigenen Kasten vielleicht in höchster Not, wenn der Puck der Torlinie entlang kullert. Oft entscheiden nur die berühmten Millimeter.