Aus. Vorbei. Saisonende. Und das mit einer 2:5-Klatsche, die der unglaublichen Playoff-Kampagne nach einer bewundernswerten Teamwandlung des EHC Olten bis auf den Effort im Schlussdrittel nicht würdig war. Zu fehleranfällig in der Defensive, zu wenig konsequent im Zweikampf, zu wenig entschlossen in der Offensive. Dazu kam noch ein minimalistisches Rapperswil-Jona, das sich besonders effizient und eiskalt im Abschluss zeigte.

Der EHCO schafft es damit auch nach den Playoff-Finalniederlagen 2013 (Lausanne) und 2015 (Langnau) im Jahr 2018 gegen die Rapperswil-Jona Lakers nicht, den NLB-Final – den heutigen Swiss-League-Final – zu gewinnen.

Letztlich zeigte sich im gestrigen fünften Finalspiel, dass der 1:3-Rückstand nach Siegen doch eine zu grosse Hypothek war. Zumindest war ab der ersten Sekunde nicht ersichtlich, dass jeder einzelne Oltner Spieler noch den Glauben daran hätte, die Serie gegen die Lakers Schritt für Schritt wenden zu können.

Dass dieser Glauben schon nach wenigen Sekunden fast komplett zu entschwinden drohte, war dem startenden Oltner Verteidigungsduo zuzuschreiben: Verteidiger Cyrill Aeschlimann steht nach einem ersten Vorstoss nach wenigen Sekunden zu offensiv, lässt sich überlaufen, worauf Chris Bagnoud den enteilenden Dion Knelsen noch regelwidrig zu stoppen versucht. Doch der Lakers-Topskorer verwertet nach nur 24 Sekunden eiskalt.

«Dieses Tor entstand wegen Abstimmungsproblemen. Hätten wir dieses Tor nicht erhalten, hätten wir eine Chance gehabt. Aber es kostete auch mental unglaublich viel Kraft», sagte EHCO-Trainer Chris Bartolone enttäuscht.

Schlussdrittel mit Stil

Rapperswils Blitzstart liess den EHCO nicht wachrütteln. Auch in der Folge war man einen Schritt zu spät, fasste Strafen – unter anderem eine wegen Wechselfehlers –, welche Rapperswils Lindemann und Geyer mittels Pfostenschüssen beinahe ausnutzten.

Es war MacGregor Sharp, der Blut in das mehr als angeschlagene Oltner Herz pumpte: Der Oltner Söldner verwertete nach zehn Minuten einen Abstauber. Am Ursprung stand Martin Ulmer, der einen Fehlpass von Torhüter Nyffeler roch, die Scheibe aus dem Rund abfing und sie Backhand vor das Tor spielte.

Der Ausgleich blieb jedoch nur sechs Minuten stehen, ehe Dion Knelsen die Rosenstädter wieder in Führung schoss. Und als Mosimann sowie Mason auf 4:1 erhöhten, war die Sache bereits zu Spielhälfte entschieden.

Nur Simon Lüthi vermochte den überragenden Melvin Nyffeler noch einmal bezwingen, in dem er tat, was der EHCO in dieser Serie zu wenig machte: Er schoss eines dieser geforderten dreckigen Tore, als er bis vor das Gehäuse stürmte.

Und dennoch: Es ist dem EHC Olten gutzuhalten, dass man die Saison mit einer guten Portion Stil und Charakter abschloss. Die Powermäuse powerten im Schlussdrittel noch ein letztes Mal in die Offensive, ja übernahmen für die letzten 20 Minuten sogar das Spieldiktat auf fremdem Eis.

Doch selbst in dieser aufbäumenden Phase war dem EHCO das Glück nicht mehr hold und scheiterte abermals bei verheissungsvollen Chancen. Rapperswil-Jona hingegen machte den Sack mit dem Empty Netter von Lindemann zum 5:2 zu. Wenige Sekunden, nachdem Oltens Simon Rytz, der Mischler nach dem 1:4 für einen Impulsversuch ersetzte, das Tor für einen zusätzlichen Feldspieler verlassen hatte.

Bartolone: «Rapperswil ist eine klasse Mannschaft mit viel Qualität. Wir standen nur drei Siege vom Meistertitel entfernt, wir waren nahe dran. Ich habe den Jungs in der Garderobe gesagt: Vielleicht wollt ihr es jetzt nicht hören. Aber ihr könnt stolz auf euch sein. Denn ich bin es.»

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