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Das «Puff» beim FC Solothurn hat für Punkte gesorgt

FC-Solothurn-Captain Tobias Meier ist überzeugt, dass seine Mannschaft den Ligaerhalt schaffen wird. Trotz oder vielleicht gerade wegen des zueltzt schwellenden Konflikts an der Vereinsspitze.

Michael Schenk
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Wollen es am Samstag gegen den FC Dornach auf dem Rasen wieder fliegen lassen – FCS-Captain Tobias Meier und seine Teamkollegen.

Wollen es am Samstag gegen den FC Dornach auf dem Rasen wieder fliegen lassen – FCS-Captain Tobias Meier und seine Teamkollegen.

Marcel Bieri

Das Communiqué, das der Vorstand des FC Solothurn nach der Sitzung am Dienstag veröffentlicht hat, tönt zwar gut, hinterlässt jedoch viel Interpretations-Spielraum: «Die zerstrittenen Parteien in der Geschäftsleitung haben sich gemeinsam auf einen Weg aus der Krise festgelegt», heisst es da.

Und: «Die Veröffentlichung von Einzelheiten erfolgt erst nach der sportlichen Entscheidung über den Verbleib der ersten Mannschaft in der 1. Liga classic.» Warum zuwarten fragt sich der Laie und der Fachmann wundert sich.

Wenn es nach all den Streitigkeiten, Drohungen und Anschuldigungen der letzten Tage und Wochen etwas Positives zu vermelden gibt, warum tut man es denn nicht einfach?

Im Vorfeld der Sitzung hiess es, sei genug «Totsch u More» ausgeteilt. Jetzt müsste eine Lösung, und zwar für den FC Solothurn und nicht irgendwelche Egos her. Eine, die alle das Gesicht wahren lässt.

Vorstellbar darum, dass der Weg aus der Krise auf einer Opfersymmetrie basiert. Zum Beispiel der, dass auf der einen Seite Präsident Aegerter, Vize Schönbächler und Sportchef Grütter gehen – auf der anderen Seite aber auch 1.Liga-Coach Hasler nach Saisonende das Feld räumt.

Nachfolger von Hasler würde dann wohl der jetzige U21-Trainer des FC Aarau, Thomas Binggeli. Jener Solothurn-Spieler und Ex-FCS-Captain, mit dem sich Teile der Geschäftsleitung um Aegerter schon einig waren, ehe der «Knatsch» durchstartete.

Sicher scheint, dass nur eine einzige Lösung ausgehandelt wurde – egal also, ob Solothurn absteigt oder nicht.

Fakt ist, dass der FC Solothurn seit dem «Spettacolo» kein Spiel mehr verloren hat. Die letzten vier gingen so aus: Schötz (5:0/h), Köniz (1:1/a), Luzern (0:0/h), Zofingen (1:1/a).

«Die Querelen», bestätigt Captain Tobias Meier, «haben wohl schon eine Trotzreaktion ausgelöst. Wir wollten zeigen, dass wir es auch ohne die können.» Wobei mit «die» in dem Fall die Anti-Hasler-Gruppe Aegerter, Schönbächler und Grütter gemeint ist.

Die Leistungen auf dem Platz seit Ausbruch der Streitigkeiten würden beweisen, so Meier, dass es innerhalb der Mannschaft keine Pro- und Anti-Fraktion für oder gegen Trainer Hasler gebe.

«Sonst wären die Resultate zuletzt unmöglich gewesen», sagt der 24-jährige Betriebsökonomie-Student. «So gut hätte niemand seine Abneigung gegen den Trainer verstecken können – das geht nicht», untermauert er.

Die Mannschaft stehe voll und ganz hinter dem Coach. Generell sei der Führungs-Zwist im Team «nie gross Thema gewesen. «Wir haben in der Kabine kaum darüber gesprochen – unsere Aufgabe ist es auf dem Platz die bestmögliche Leistung abzuliefern», hält Meier fest.

Den Grund dafür, dass es sportlich trotzdem nicht kugelrund läuft, sei mit Sicherheit auch darauf zurückzuführen, dass wir eine sehr junge Equipe haben.» Er sei mit 24 Jahren ja schon einer der ältesten – auch «wenn ich mich noch nicht sehr alt fühle», so Meier.

«Viele Spieler haben auf diese Saison hin neue, verantwortungsvollere Rollen übernommen. Daran mussten sie sich erst gewöhnen.» Die zahlreichen Unentschieden (total elf in 24 Spielen) zeigten zudem auf, dass «wir nur sehr schwer zu schlagen sind.»

Aber auf der anderen Seite aufgrund der mangelnden Erfahrung eben «immer wieder auch den einen oder anderen Punkt aus individuellen Fehlern heraus leichtfertig verspielen.»

Darum ist der Ligaerhalt heuer wichtig. Meier: «Wenn wir es schaffen, wovon ich ausgehe, ist die Erfahrung, die wir aus dieser Saison mitnehmen, nämlich mit Druck umzugehen, enorm wertvoll.»

Eine Erfahrung, die das Potenzial der Equipe im Hinblick auf die Zukunft erst recht zur Entfaltung bringe. Am Samstag wartet mit Absteiger Dornach vorerst aber der vorletzte Gegner.

«In unserer Situation müssen wir dieses Spiel gewinnen – keine Frage», fordert Tobias Meier. Nun, die Mannschaft hat ja zuletzt «cool» vorgemacht, wie man als Einheit erfolgreich besteht.

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