1363:1273 Schlagpunkte liest sich gut und klingt nach Sieg. Der angestrebte Erfolg fiel für die Wasserämter bei schönem Wetter trotzdem buchstäblich ins Wasser. Statt die Meisterschaft vorzeitig zugunsten von Leader Höchstetten zu entscheiden, bleibt das Rennen bis zur letzten Runde von kommendem Wochenende offen.

Stark am Schlag, Schwächen beim Abtun. Niklaus Heuberger und die HG Recherswil-Kriegstetten

Stark am Schlag, Schwächen beim Abtun. Niklaus Heuberger und die HG Recherswil-Kriegstetten

Das Überraschungsteam von Wasen Lugenbach darf sich, nach dem Geschenk der Gastgeber weiter Hoffnungen auf den Titel ausrechnen.

Dass es soweit gekommen ist, haben die Emmentaler weniger ihrer eigenen Stärke, als den Defiziten von Recherswil-Kriegstetten zu verdanken. Der amtierende Meister leistete sich zum wiederholten Male in dieser Saison Schwächen im Ries. Gestern kassierten sie die insgesamt vierte Nummer in der laufenden Spielzeit.

«Das ist entschieden zu viel», findet auch Coach Michael Spichiger, ohne dabei einem seiner Spieler den Schwarzen Peter zuschieben zu wollen. «Es sind oft Zentimeter, die entscheiden.» Dennoch: Wer sich die Krone im Hornussen aufsetzen will, darf sich im trapezförmigen Spielfeld keine solchen Aussetzer leisten. Der Schweizermeister, so die Historie, kommt in der Regel ohne ein «Nummero» aus.

Die Erinnerung verblasst

Nach dem sensationellen Gewinn des Titels und der Fusion der beiden Gesellschaften im vergangenen Jahr muss das neue Gebilde den ersten Dämpfer verkraften. Die Solothurner sind angetreten, um erneut an der Spitze mitzuschlagen und abzutun. Michael Spichiger glaubt, dass es bei optimalem Verlauf auch in dieser Saison möglich gewesen wäre.

«Das Niveau ist mittlerweile aber derart hoch und die Mannschaften so ausgeglichen, dass man sich nicht den geringsten Ausrutscher leisten darf.» Im Klartext heisst das: Die HG Recherswil-Kriegstetten wird sich qualitativ verbessern müssen. Gespräche mit Neuzuzügen sind weit fortgeschritten, aber noch nicht spruchreif, zudem sollen einige junge, vielversprechende Talente aus dem Nationalliga B-Team nachrücken. Hornussen ist längst kein Feierabendsport mehr, sondern stellt hohe taktische und mentale Anforderungen.

Eine Kiste zum Abschied

«Ohne dabei den geselligen Aspekt zu vernachlässigen», sagt Niklaus Heuberger, der seit zwölf Jahren in Kriegstetten auf dem Ries steht und selbstredend eine weitere Saison anhängen wird. In Gegensatz zu Dominik Ammeter. Der Seeländer, der seit acht Jahren im Kanton Solothurn spielt, absolvierte gestern seine letzte Partie.

Ammeter geht auf Weltreise. Seinen Abschied versüsste er sich nicht mit einem Sieg, sondern einer Kiste Bier, die er seinen Kollegen – stilecht – nach Spielende spendierte.