Leichtathletik

Das Naturtalent Svenja von Rohr will hoch hinaus

Svenja von Rohr ist bereit für Grosses.

Svenja von Rohr ist bereit für Grosses.

Am UBS Kids Cup stand die 11-jährige Svenja von Rohr bereits zweimal auf dem Podest. Nun hat sich die Kestenholzerin entschieden, dem Fussball den Rücken zu kehren und voll und ganz auf die Leichtathletik zu setzen.

Auf ihren dritten Platz am UBS Kids Cup angesprochen, verzieht sich das Gesicht von Svenja von Rohr zu einem strahlenden Lächeln. Obwohl die 11-Jährige bis jetzt nur einmal wöchentlich im Leichtathletik-Training anzutreffen war, gelang ihr im vergangenen Sommer am nationalen Final des Nachwuchswettbewerbs der Sprung auf das Podest.

Leichtathletiktalent Svenja von Rohr aus Kestenholz.

Leichtathletiktalent Svenja von Rohr aus Kestenholz.

«Dieser dritte Rang bedeutet mir viel und bereitet mir noch heute freudige Momente», erzählt die Schülerin, die am Kids Cup nach 2012 ihre zweite Bronzemedaille gewann.

Unglaublich aber wahr: Von Rohr brachte am Wettkampf in Erfahrung, dass ihre Konkurrentinnen zwischen zwei und drei Mal pro Woche trainieren. Die Solothurnerin ist demnach ein wahres Naturtalent – und ein bilderbuchmässiger Wettkampftyp dazu. Am Final des Kids Cup wurde das Aufstellen neuer persönlicher Rekorde für die Sechstklässlerin zur Gewohnheit.

Kürzlich schnupperte der ungeschliffene Diamant im Training der LV Langenthal. Höchst wahrscheinlich steigt sie in den dortigen Trainingsbetrieb ein. So kommt sie, mit dem Training in Kestenholz zusammengerechnet, auf drei wöchentliche Trainingseinheiten.

Aufgrund dessen sah sich die Leichtathletin gezwungen, ihr zweites sportliches Standbein aufzugeben: Die Karriere als Fussballerin endete folglich nach zwei Jahren.

«Eigentlich bereiten mir sämtliche Disziplinen grossen Spass, am liebsten mache ich aber den Sprint und den Weitsprung», erklärt von Rohr. Dass sie den Sprint bevorzugt hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass die Schweizer Sprinterin Mujinga Kambundji ihr grosses Vorbild ist. Weitere mögliche Vorbilder traf sie anlässlich des Kids Cup gleich reihenweise.

Im Rahmen der Finalveranstaltung im Letzigrund erhielt sie von Grössen der Schweizer Leichtathletik wertvolle Tipps und sah Weltstars wie Shelly-Ann Fraser-Pryce hautnah. Dies waren prägende Momente für die Sportlerin, die beim Singen und in der Jubla den Ausgleich zu ihrer grossen Leidenschaft findet.

Die Teilnahme an einer Europameisterschaft, Weltmeisterschaft oder gar an Olympischen Spielen ist für die 11-Jährige noch weit weg. «Aber ein Traum ist es schon», gibt sie zu. Kurzfristig steckt sie sich zum Ziel, an den diesjährigen kantonalen Ausscheidungen des Kids Cup und des Swiss Athletics Sprint möglichst gut abzuschneiden. Grosse Erwartungen hat sie aber nicht. «Die Konkurrenz ist stark», erklärt von Rohr diplomatisch.

Dennoch: Der Wettkampftyp in Person wird höchst wahrscheinlich auch in diesem Jahr zuschlagen. Denn die Steigerung des Training-Pensums um 200 Prozent wird der Entwicklung der Resultate kaum schaden – das Schleifen des Rohdiamanten ist in vollem Gange.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1