Corona-Virus

Das Motto im Solothurner Fussball: «Vorläufig bis auf weiteres»

Der Platz ist zwar nicht gesperrt, gespielt wird trotzdem nicht.

Der Platz ist zwar nicht gesperrt, gespielt wird trotzdem nicht.

Der Fussball im Kanton Solothurn ruht für unbestimmte Zeit – abgebrochen wird der Spielbetrieb allerdings nicht.

Es sind nur drei Worte. Aber drei Worte, die es in sich haben: «Bis auf weiteres.»

Schwammig formuliert, Ungewissheit garantiert.«Bis auf weiteres», schreibt gestern der Schweizerische Fussballverband SFV und meint damit, dass der Spielbetrieb für alle Kategorien und Altersklassen ab sofort ausgesetzt wird. Während fast alle Sportverbände in der Schweiz für klare Verhältnisse sorgen und ihren Spielbetrieb aufgrund der Massnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus ab­sagen, lässt der Schweizerische Fussballverband die Hintertür offen – und die Klubs und den Verband im Solothurner Fussball mit ungeklärten Fragen zurück.

Wie andere Regionalver­bände auch hätte sich der Solothurner Fussballverband SOFV eine klare Entscheidung – zu­mindest, was den Amateurbereich betrifft – erhofft. Nun aber wissen die Klubs zwar, dass ihre Meisterschaft «bis auf weiteres» unterbrochen ist. Aber nicht, ob bereits eine sehr frühe und lange Sommerpause beginnt oder ob es plötzlich weitergeht. Quasi untrainiert, weil der SFV empfiehlt: «Auch den Trainingsbetrieb, jedenfalls im Amateurbereich, vorläufig bis auf weiteres einzustellen.»

Vorläufig bis auf weiteres! Alles klar? Nein? So geht es den Vereinen. Der FC Solothurn zum Beispiel hat per sofort den Betrieb «bis auf weiteres» gestoppt. Mit Ausnahme der ersten Mannschaft, die in der 1. Liga spielt und damit an der Aussengrenze zum Profibetrieb. FCS-­Präsident Samuel Scheidegger fasst die verzwickte Situation zusammen: «Ehrlich gesagt wissen wir selbst nicht genau, was das alles nach sich zieht. Wir haben entschieden, auch das Training der ersten Mannschaft zehn Tage auszusetzen. Dann schauen wir, wie es mit dieser Mannschaft weitergehen wird.»

Der regionale Betrieb könnte abgesagt werden

Weiterschauen. Es ist das unfreiwillige Motto. Ein definitiver Abbruch der Saison hätte im 1.-Liga-Fussball zwar finanziell nicht ganz so weitreichende ­Folgen wie im Profifussball. «Aber auch bei uns geht es um Geld. Auch wir haben Ange­stellte», sagt Präsident Samuel Scheidegger und stellt bereits in Aussicht, dann vielleicht Kurzarbeit beantragen zu müssen.

Das Corona-Virus verändert vieles. Auch im Fussball. Der ­Solothurner Fussballverband hätte unabhängig vom Entscheid des SFV die Möglichkeit, zumindest den regionalen Spielbetrieb abzubrechen und die Saisons nicht zu Ende zu spielen. Wie andere Regionalverbände auch will man allerdings noch nicht so weit gehen. Warum genau, das wollte auf Anfrage beim Solothurner Verband niemand beantworten. Die Ver­antwortung, so macht es den Eindruck, wird hin- und hergeschoben.

Ende März oder jeder, wie er will

Dem Vernehmen nach haben sich die Regionalverbände am Donnerstag in einer Telefonkonferenz ausgetauscht und sich darauf geeinigt, den Betrieb vorläufig bis Ende März auszusetzen. Der Aargauer Fussballverband hat dies gestern sogar noch so kommuniziert, wie auch die 1. Liga, die auf ihrer Homepage schrieb: «Das Komitee der 1. Liga hat entschieden, dass bis auf weiteres und mindestens bis 31. März 2020 keine Spiele der 1. Liga stattfinden.»

Was aber gilt nun? Das weiss niemand so genau, zumindest wenn er Fussballerin oder Fussballer ist. In diesem Sinn: «Bis auf weiteres.»

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