«Es hat sich einiges geändert bei den Bätterkinden Flames, seit diese 2010 in der Sendung «SF bi de Lüt» während 45 Minuten prominent porträtiert über die hiesigen Bildschirme flimmerten. Grund für die ausführliche Reportage war damals die epische Erfolglosigkeit der Hobby-Truppe. «Wir waren das schlechteste 4.-Liga-Team im Land», erinnert sich der damalige TK-Chef und heutige Präsident Jürg Weber.

«SF bi de Lüt»-Moderator Nik Hartmann begleitete die Flames seinerzeit während gut eines Monats im Hinblick auf das letzte finale Saisonspiel gegen Büetigen. Dieses sollte zu einem monumentalen Hockeyfest werden – und wurde es auch. 847 Zuschauer waren damals in Zuchwil zugegen, was noch heute nationaler Rekord für ein 4.-Liga-Spiel bedeutet. Die Nationalhymne erklang vor Matchbeginn, Cheerleaders vom GymFit Emme tanzten, die lokale Bäckerei kredenzte eigens kreierte «Flames Power Brötli» und sogar SCB-Goalie-Legende Renato Tosio hatte im Vorfeld des Spiels als Gasttrainer eingegriffen, um den Flames ein paar kostbare Tipps auf den Weg zu geben, wie man hinten dicht hält. Trotzdem ging die unvergessliche Finalissima für die Flames damals 1:3 verloren.

«Erst kürzlich, als wir in Biel spielten, hat es getönt: Ah, das sind doch die aus dem Fernsehen», erzählt Präsident Jürg Weber. Aber auch im Dorf und der Umgebung werde man seit dem prominenten TV-Auftritt spürbar mehr wahrgenommen. «Damals hatten wir konstant zu wenig Spieler, heute führen wir zwei Mannschaften und es kommt sogar vor, dass nicht Mal alle für ein Meisterschaftsspiel aufgeboten werden können», räumt Weber ein.

Interne Qualifikation um Stammplatz

Bei den Bätterkinden Flames gibts heute also quasi eine interne Qualifikation um einen Stammplatz im «Eis». Mit einem deutschen und einem englischen Akteur stehen gar zwei Ausländer «unter Vertrag». Rund 40 Aktive zählt der Klub, der aktuell in der 4.Liga mit sechs Punkten aus fünf Spielen den bedingt befriedigenden 5.Rang belegt, heute. Nebst der ersten Mannschaft frönt auch eine Freundschaftsspiel-Auswahl ihrer Leidenschaft. Und zwei wöchentliche Trainings in Burgdorf bietet der Klub an, eines davon sogar zur Deluxe-Zeit ab 19.20 Uhr.

«SF bi de Lüt» hat bei den Bätterkinden Flames definitiv viel bewegt. Manches davon wirkt bis heute nach. Hinsichtlich Sponsoring etwa konnten die Flames langjährige Gönner bei der Stange halten und zusätzliche neue gewinnen. «Wir können wirklich in keinerlei Beziehung klagen – aber es braucht natürlich auch immer engagierte Klubmitglieder, die etwas aus der Situation zu machen wissen», hält Weber fest. Und das ist bei den Bätterkinden Flames ganz offenbar der Fall. Und damit man nie vergisst, was da einst war, und man «bi de Lüt blibt», hängt bei vielen Flames die «SF bi de Lüt»-Gage von damals noch an der Wand. Ein professionell produzierter Hochglanz-Kalender mit der 1.Mannschaft. Das Jahr 2010 bleibt bei den Bätterkinden Flames ewig «up to date».